Sunday, October 18, 2015

Paul Nellen: Links die Mädels, rechts die Jungs

Ober-Salafist Pierre Vogel ist nicht mehr der Einzige, der in der Öffentlichkeit nach Geschlechtern getrennte Veranstaltungen abhält. Der “liberale” Münsteraner Islamwissenschaftler Prof. Mouhanad Khorchide, der Hoffnungsträger für einen “deutschen Islam” und die von Staats wegen wichtigste Gegenfigur zu den hiesigen Salafisten, hat es ihm jetzt gleichgetan.
Bei einer Veranstaltung des “Zentrums für Islamische Theologie” an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) zum Studienbeginn war kürzlich die Sitzordnung – wie bei Salafistenveranstaltungen üblich, aber auch bei Gottesdiensten in jeder Moschee – nach Geschlechtern getrennt. Die Fotos auf Prof. Khorchides FB-Seite beweisen es – “links die Mädels, rechts die Jungs”, wie ein Besucher der Seite überrascht feststellte. Professor Khorchide seinerseits freute sich “über das große Vertrauen der muslimischen Basis”, in deren Namen der “stellvertretende Vorsitzender der Föderation Türkischer Elternvereine” Grussworte “an die Studierenden” gerichtet hatte.
Laut ihrem Leitbild, so steht es in Wikipedia, “strebt die WWU ein starkes Forschungsprofil (...) und die Gleichstellung von Frauen und Männern an”. Khorchides Gottesbegriff mag zwar sanfter und weniger martialisch sein als jener der Islamisten. Wenn es nicht seine eigene Geschlechtermoral ist, so steckt offensichtlich in den Köpfen seiner StudentInnen, der künftigen Elite des “deutschen Islam”, aber noch immer der Muff von über 1000 Jahren wüstenislamischer Geschlechter-Apartheid.
Ob das der grünen Schulministerin Sylvia Löhrmann gefällt, die die von Khorchide ausgebildeten LehrerInnen später in koedukative Schulklassen zu führen wünscht?
Wer glaubt, Islamisierung finde nur als Hirngespinst in den Hohlköpfen der Pegidas statt, sollte jetzt rasch umdenken – sie hat inzwischen auf leisen Socken auch die deutschen Universitäten erreicht.
Aber vielleicht bin ich ja zu pessimistisch? Wir sollten Geduld haben! Und nicht zu viel auf einmal verlangen.
Bei der Entlassungsveranstaltung in ein paar Jahren werden die “Studierenden” alle so durcheinander sitzen, wie man gewöhnlich in der Mensa sitzt. Oder in deutschen Lehrerzimmern.
Und das Grusswort wird nicht ein Vertreter der Föderation Türkischer Elternvereine halten, sondern Bülent Ceylan. Oder Conchita Wurst.
 achgut

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