Während die Bundes- und Landtagswahlen
vor der Tür stehen, geht die juristische Aufarbeitung der jüngsten
Kommunalwahlen in eine neue Phase: Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat
Anklage gegen eine Politikerin aus Quakenbrück (Landkreis Osnabrück)
erhoben. Es geht um Wahlbetrug: Im vergangenen September waren bei der
Briefwahl für den Quakenbrücker Stadtrat und den Samtgemeinderat Artland
gefälschte Unterschriften aufgetaucht. Die Kommune ließ die Briefwahl
wiederholen, was dazu führte, dass die Partei Die Linke Sitze verlor.Der zuständige Strafrichter beim Amtsgericht Bersenbrück prüfe zurzeit,
ob es zu einem Prozess kommt, sagte der stellvertretende Direktor des
Gerichts, Carsten Stalljohann, dem NDR. Der Frau werde unter anderem
Wahlfälschung vorgeworfen. Im Januar hatten Ermittler die Wohnungen von
sieben Beschuldigten durchsucht, vier von ihnen Mitglieder des
Quakenbrücker Stadtrats - eine Frau von der FDP und drei Männer von der
Partei Die Linke. Dass es sich bei der jetzt Angeklagten um die
FDP-Ratsherrin handelt, wollte Stalljohann nicht bestätigen.Im Laufe der Ermittlungen sind immer neue Verdachtsfälle hinzugekommen:
Aus den sieben Beschuldigten sind 13 geworden. Das hat der Sprecher der
Staatsanwaltschaft, Christian Bagung, auf Anfrage des NDR bestätigt. Bei
elf von ihnen gehe es um den Verdacht der Wahlfälschung,
Urkundenfälschung und falschen eidesstattlichen Versicherung. Ob alle
Beschuldigten der Linken oder der FDP angehören, geben die Ermittler
derzeit nicht bekannt.
http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/Wahlfaelschung-in-Quakenbrueck-Anklage-erhoben,wahlfaelschung102.html
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