Welchen Risiken setzt eine Regierung ihr Land und dessen Bevölkerung
aus, wenn sie in einer solchen Situation eine sehr große Zahl einwandern
läßt, von denen sie weder weiß, was sie fachlich wissen und können und
noch weniger weiß, was sie kulturell denken und fühlen? Das gilt
keineswegs nur für die jungen muslimischen Männer, die gekommen sind,
sondern für alle erwachsenen Asylbewerber aus den islamischen
Krisenländern, egal ob Mann oder Frau. Die Geheimdienste überlegen
inzwischen sogar, ob sie muslimische Minderjährige verstärkt unter die
Lupe nehmen müssen, nachdem einige von ihnen terroristische Anschläge
vorbereitet oder durchgeführt haben und für die Propaganda des IS
offenbar empfänglich sind. Wieviele der eingewanderten Muslime vertreten
fundamentalistische religiöse Positionen oder sympathisieren zumindest
mit diesen? Wieviele von ihnen halten die westlichen Lebensformen,
abgesehen vom hohen materiellen Lebensstandard, für verkommen und werden
sie sich niemals zu eigen machen, möglicherweise sogar bekämpfen, wenn
sie dies für erforderlich und durchführbar halten ?Die Integrationsbeauftragte des Bundes scheint die Entwicklungen in den
islamischen Ländern, die mittlerweile auf die islamische Diaspora nicht
nur in Belgien und Frankreich, sondern auch in Spanien, Deutschland,
England und Schweden übergegriffen haben, nicht zu kennen oder nicht zur
Kenntnis nehmen zu wollen, obwohl sie inzwischen von Islamexperten wie
Hamed Abdal-Samad, Ahmad Mansour, Bassam Tibi, Gilles Kepel, Seyran Ates
und anderen ausführlich beschrieben sind. Deswegen stellt sie sich in
ihrem Beitrag auch keinerlei kritische Fragen nach der
Integrationsbereitschaft muslimischer Einwanderer, sondern hält sie für
einen Ausdruck rechtspopulistischer Hetze „gegen Einwanderer,
Flüchtlinge, und jeden, der ihnen fremd scheint, um daraus politisches
Kapital zu schlagen.“ Dabei unterstellen weder die genannten
Islamkritiker noch die von Özoguz kritisierten „Rechtspopulisten“ der
Mehrheit der eingewanderten Muslime, dass sie religiöse Fundamentalisten
oder gar Dschihadisten seien. Wohl weisen sie jedoch darauf hin, dass
der zunehmende Einfluß fundamentalistischer Strömungen des Islam auf die
islamische Diaspora die kulturelle Integration von Muslimen in
weitgehend säkularisierte westliche Gesellschaften nachhaltig erschwert,
wenn nicht unmöglich macht.
https://www.tichyseinblick.de/meinungen/integrationsbeauftragte-verweigert-auftrag/
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