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Sunday, July 28, 2019

Relotius der Woche

Am vergangenen Dienstag konnte man den Deutschlandfunker Mario Dobovisek in Bestform erleben. »Alles begann«, ließ er seine Hörer in einer Anmoderation wissen, an der er gewiß lange gefeilt hat, »mit einem Abkommen, dem Atomabkommen mit dem Iran. Frieden sollte es der Region bringen und Ruhe vor allem. Perfekt war es nicht, das räumen auch europäische Politiker ein.«
Aber dann kam, leider, leider, Donald J. Trump: »Statt es«, das Abkommen, »zu verbessern, kündigte es US-Präsident Donald Trump kurzerhand auf. Seitdem brennt alter Streit wieder auf, neuer gesellt sich hinzu. Diplomatischen Wortgefechten folgen Drohnenabschüsse, den Abschüssen wiederum festgesetzte Schiffe.« Geht es so weiter, bricht womöglich bald wieder ein Flächenbrand aus.
Und das alles, weiß das Publikum des Deutschlandfunks dank Mario Doboviseks zweifellos knallharter Recherche in den eigenen Ressentiments, der gefährlichen Leichtsinnigkeit des amerikanischen Präsidenten wegen. Leider allerdings hat die kleine Geschichte des Kölner Flunkerfunkers den einen oder anderen Fehler, deren größter darin besteht, die Wirklichkeit, nun ja, zu verzerren.
Tatsächlich gehörten Forderungen danach, das Atomabkommen, den Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA), nachzubessern, schon zum Wahlkampf Donald J. Trumps. Und als The Don dann ins Weiße Haus eingezogen war, kündigte er das Abkommen nicht »kurzerhand«, sondern erklärte noch am 12. Januar 2018, sich daran halten zu wollen, um Zeit für Nachverhandlungen zu haben:
»Trotz meiner starken Ablehnung sind die Vereinigten Staaten noch nicht vom Atomabkommen mit dem Iran zurückgetreten. Stattdessen schlage ich zwei mögliche Wege vor: Entweder die katastrophalen Mängel des Deals werden behoben oder die Vereinigten Staaten müssen sich aus ihm zurückziehen.«
Es waren danach die Europäer – allen anderen voran einmal mehr die Regierung in Berlin – und das Regime in Teheran, die jeden Gedanken an Nachbesserungen vehement zurückwiesen, so daß Washington sich schließlich für den Ausstieg entschied. Und auch dies geschah mit dem Ziel, Teheran zu Nachverhandlungen zu bewegen, wie Donald J. Trump etwa in einer Pressekonferenz mitteilte.
Die Behauptung, »statt es zu verbessern, kündigte es US-Präsident Donald Trump kurzerhand auf«, kann daher getrost als einigermaßen kühn bezeichnet werden, vielleicht sogar als bewußte Lüge, als eine Irreführung. In jedem Fall ist das, was Mario Dobovisek und sein Sender »Information« nennen, in diesem Fall pure Erfindung. Der Relotius der Woche jedenfalls ist gewiß ehrlich verdient.

https://www.tw24.net/?p=4053

Sunday, June 02, 2019

Botschaft in der Botschaft

»Israels Luftwaffe«, meldet der Kölner Deutschlandfunk in seiner selbstbewußt »Nachrichten« getauften Sendung am Morgen, »Ziele in Syrien angegriffen«. »Das israelische Militär«, geht es weiter, »teilte mit, es habe sich um Vergeltung für zwei Raketen gehandelt, die gestern aus Syrien auf die Golanhöhen abgefeuert worden seien«. Beim DLF hat man es leider nicht so mit der Wahrheit.
Denn die israelischen Streitkräfte haben gar nicht von »Vergeltung« gesprochen, sondern in der Tat mitgeteilt: »In response, we struck a number of Syrian Armed Forces military targets«. DeepL und Google Translateübersetzten das so: »Als Reaktion darauf haben wir eine Reihe von militärischen Zielen der syrischen Streitkräfte getroffen«. Möglich ist statt »getroffen« vielleicht noch »zerstört«.
Auch der Blick in ein gedrucktes Wörterbuch jedenfalls bestätigt: Wer aus »response« eine »Vergeltung« macht, ist als Übersetzer weit weniger treffsicher als die israelischen Streitkräfte. »Vergeltung« oder auch »Rache« freilich sind weniger positiv besetzt als »Antwort«, »Erwiderung« oder »Reaktion«. Wer die Reaktion Israels zur »Vergeltung« verklärt, kann dadurch eine Botschaft vermitteln.
Gewiß können sogar dem Deutschlandfunk, der sich laut seiner Selbstdarstellung verpflichtet fühlt, »strenge journalistische Standards in höchster Qualität umzusetzen«, Fehler passieren, zumal bei so exotischen Idiomen wie dem Englischen. Beim DLF gleichwohl sind solche Irrtümer, die unterschwellig Israel negativ darstellen, nicht unbedingt selten. Vielleicht steckt dahinter ja Methode?
https://www.tw24.net/?p=3883

Tuesday, May 02, 2017

Kritischer Journaillismus (Folge 1843): »Die israelische Regierung ist entsetzt«

Die Hamas macht mit der bereits seit einiger Zeit angekündigten Publikation einer Ergänzung ihrer Gründungscharta deutsche Staatsfunker glücklich: »In den völlig festgefahrenen Nahostkonflikt könnte Bewegung kommen«. Mit einer Botschaft »Frieden ist möglich« reise nämlich nicht nur »Palästinenserpräsident« Abu Mazen zu US-Präsident Donald J. Trump, der einen Deal erstrebe.
Nein, »jetzt kommt auch noch die Hamas, und sie, die den Gaza-Streifen kontrolliert, sie scheint jetzt bereit, Israel in den Grenzen, wie sie vor dem Krieg von 1967 galten, anerkennen zu wollen. So steht es in einem Beschluß der Islamistenpartei.« Man könnte, wäre man nicht beim Kölner Deutschlandfunk, sondern bei Verstand, die »Islamistenpartei« eine »Terrororganisation« nennen.
Denn noch gilt sie sogar in Deutschland als eine solche. Man könnte, hätte man etwas gegen Fake News, davon absehen, Israel »Grenzen« nachzusagen, »wie sie vor dem Krieg von 1967 galten«, wenn es sich bei denen doch tatsächlich um Waffenstillstandslinien handelt. Und man könnte, hätte man eine journalistische Ehre, davon ablassen, der Hamas eine Anerkennung Israels unterzujubeln.
Denn die »Islamistenpartei« ist ja doch recht unzweideutig: »Das zionistische Projekt [..] stellt eine Gefahr für die internationale Sicherheit und den Frieden dar, für die Interessen der Menschheit und ihre Stabilität«. Und damit soll sie sich abfinden? Wie verbohrt muß man sein, der Hamas und dem »palästinensischen Volk« eine solche Verantwortungslosigkeit der Welt gegenüber zuzutrauen?
 http://www.tw24.net/?p=13561

Monday, July 11, 2016

Gleichmacher vom Dienst

Gibt es einen Unterschied zwischen einem dreizehn Jahre alten Mädchen, das, schlafend in seinem Bett, brutal von einem Terroristen ermordet wird, und eben jenem Verbrecher, den Schüsse von Sicherheitskräften töten? Gibt es Unterschiede zwischen dem Terroristen, der seinen Wagen in eine Menschenmenge steuert, und dem Soldaten, der ihn mit Schüssen davon abzuhalten versucht?
Nein. So jedenfalls antwortet nach der Deutschen Welle, der für das Ausland zuständigen Anstalt, der für ein inländisches Publikum zuständige Kölner Staatssender, wenn er in seinen »Nachrichten« mitteilt: »Seit vergangenem September töteten Palästinenser 34 Israelis und zwei US-Touristen. Die israelische Armee erschoss nach eigenen Angaben im selben Zeitraum 200 Palästinenser.«
Wo auf der einen Seite ausnahmslos Opfer von Verbrechen gezählt werden, verloren die Toten auf der anderen ihr Leben »meist«, wie selbst ein Nachrichtenmagazin einräumt, das nicht im Ruf übermäßiger Nähe zu Israel steht, bei ihren eigenen Anschlägen und Anschlagsversuchen. Die Toten auf der einen Seite sind Verbrechensopfer, die auf der anderen Täter, die neutralisiert wurden.
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Was läßt für ihre Arbeit sicherlich Professionalität beanspruchende Nachrichtenredakteure auf einen Nebensatz verzichten, der verdeutlicht, daß es ihnen eben gerade nicht um eine gleichsetzende Aufrechnung von Toten geht? Sind es Platz- und Zeitmangel? Oder meint man in Köln tatsächlich, mordende Terroristen und Sicherheitskräfte seien gleich, die weitere Morde zu verhindern suchen?
Am 3. Februar meldete der Deutschlandfunk in seinen »Nachrichten«, »in Jerusalem haben drei palästinensische Angreifer einen Polizeiposten überfallen«. Dabei seien zwei Polizistinnen schwer verletzt worden, von denen eine später »im Krankenhaus [..] starb. Sicherheitskräfte erschossen die Angreifer«. Die Überschrift zur »Nachricht«? »Vier Tote bei Anschlag von Palästinensern«.

Monday, September 14, 2015

Kritischer Journaillismus (Folge 1463)

»May our shared Abrahamic roots deepen respect & bring peace & mutual understanding.« Hassan Rohani hat, wie der deutsche Staatsfunk formuliert, »den Juden zu ihrem heute beginnenden Neujahrsfest gratuliert«. Zudem habe der Präsident des Regimes in Teheran »die Hoffnung« geäußert, »zwischen Israel und Iran könnten mehr Respekt, Frieden und Toleranz entstehen«.
Früher hatten Nachrichten den Anspruch, das zu thematisieren, was ist. Heute scheint es dagegen journalistische Pflicht zu sein, das, was ist, auszuschmücken und so etwas zu schaffen, das den eigenen Wünschen entspricht, nicht aber mehr der Realität. Ja, Hassan Rohani hat »den Juden« via Twitter Glückwünsche geschickt – und zwar unter Bezug auf »our shared Abrahamic roots«.
Wo jedoch hat er sich in seiner Botschaft zu den Beziehungen seines Staates zu Israel geäußert? Der jüdische Staat kommt tatsächlich in Hassan Rohanis Tweet nicht vor, dem es aber offenbar gelungen ist, die Phantasie deutscher Staatsflunkerer zu beflügeln. Sie legen dem Repräsentanten der Theokratie nie getippte Worte in den Twitter-Account, stellen ihn positiver dar als belegbar.
Die deutschen Staatsfunker machen damit eine Propaganda, auf die man in Teheran wohl nie kommen würde. Dort wünscht man dem »zionistischen Gebilde« nichts als den Tod und ist auch bemüht, ihn durch praktische Politik herbeizuführen. Hassan Rohani hat sich nie dagegen ausgesprochen. Das Gegenteil zu behaupten, heißt daher durchaus auch, ihn zu verleumden.
In der israelischen Hauptstadt Jerusalem sind derweil »palästinensische« Gewalttäter dabei, mit Steinen und Brandsätzen Menschen anzugreifen und zu verletzen oder zu ermorden. Aus Ramallah werden die Verbrecher angefeuert, Sicherheitskräfte, die gegen den Mob vorgehen, verurteilt. Von den »shared Abrahamic roots« Hassan Rohanis hat Abu Mazen wohl noch nie gehört.
 tw24

Friday, September 04, 2015

Kritischer Journaillismus (Folge 1446)

Beim Deutschlandfunk (DLF) zu arbeiten, das erfordert, scheint’s, nicht Kompetenz, sondern eine gehörige Portion Ignoranz und unerschütterliche Vorurteile gegenüber der jüdischen Demokratie. Über beides verfügt Friedbert Meurer, der in seinem Kommentar »Ein toter Junge am Strand – ein Foto geht um die Welt« meint, an den angeblichen Tod Mohammed al-Duras erinnern zu müssen.
»Die berühmtesten und wirkungsmächtigsten Kriegsfotos zeigen meist Kinder als Opfer [..]. Der palästinensische Vater, der an einer Kreuzung schützend über seinem Sohn kauert, der aber von einer Kugel getötet wird. In dieser Reihe steht das Foto vom Strand in der Türkei.«
Was die Bilder aus der Türkei zeigen, scheint in der Tat unumstritten: »The images [..] show a tiny toddler lying lifeless on the sand [..]. The most heart-breaking one is a close-up of a drowned infant, his body so still and doll-like that he could be sleeping.« Darüber aber, was die andere Aufnahme zeigt, die der Staatsfunker erwähnt, gehen die Meinungen weiter auseinander als er einräumt.
»Die Bilder haben noch eines gemeinsam: sie werden je nach Interesse interpretiert und umgedeutet. Das Bild mit dem palästinensischen Vater erzähle in Wahrheit eine andere Geschichte, behauptet die israelische Regierung.«
Es ist nicht nur die israelische Regierung, die der Kommentator in seiner grenzenlosen Bosheit mit dem Vorwurf beleidigt und verleumdet, sie interpretiere »nach Interesse«. Tatsächlich waren es zwei ARD-Kollegen Friedbert Meurers, die in preisgekrönten Dokumentationen und einem Buch Zweifel wecken und belegen, die zu ignorieren nur schlechte Journalisten auszeichnet.
Danach ernsthaft zu behaupten, jene Aufnahme von der Netzarim-Kreuzung in Gaza zeige einen »palästinensischen« Vater, der seinen Sohn vergeblich vor dem Tod in einem Kugelhagel zu retten versuche, ist dreist. Es ist eine Lüge. Denn wie Esther Schapira und Georg M. Hafner belegen, ist eben gerade nicht einmal klar, ob Mohammed Al-Dura am 30. September 2000 überhaupt sein Leben verlor.
Gehören beide Aufnahmen, die aus der Türkei und jene aus Gaza, »in eine Reihe«, wie Friedbert Meurer behauptet, müßte man fragen, ob die Geschichte, die das Bild aus Bodrum erzählen soll, wirklich stimmt. Mohammed Al-Duras »Tod« ist eine besonders perfide Pallywood-Produktion. Wenn Friedbert Meurer glaubwürdige Aufnahmen mit ihr gleichsetzt, verrät er jede journalistische Redlichkeit.
 tw24

Monday, August 31, 2015

Die jüdische Gefahr

Wer der jüngsten »Reportage« Torsten Teichmanns aus den von »Palästinensern« beanspruchten Gebieten lauscht, die der deutsche Staatsfunk am Montag unter der Überschrift »Siedlungsbau geht ungebremst weiter« gleich mehrfach sendete, dem drängt angesichts des Rahmenprogramms sich die Frage auf, wie der »Journalist« wohl aus dem dunkeldeutschen Heidenau berichten würde.
In »Palästina«, das legt schon der Titel seines Beitrags nahe, sieht Torsten Teichmann in Juden eine Bedrohung. Er sympathisiert offen mit Menschen, die Juden nicht als Nachbarn haben wollen, die von einer judenreinen Heimat träumen, die es so allenfalls in den Jahren zwischen 1948 und 1967 gegeben hat, als jordanische Truppen Juden gewaltsam aus Judäa und Samaria vertrieben.

 Nebenjob eines Staatsfunkers: Aktivist Torsten Teichmann, der die Ausladung Daniel Barenboims durch Teheran nicht kommentierte
 
Während in Heidenau und anderswo in Deutschland von Fremdenfeindlichkeit gesprochen wird, von Nazis, weil Menschen beim Gedanken an Migranten in ihrer Nachbarschaft nicht in helle Begeisterung ausbrechen, gelten dem Deutschlandfunk Verfechter eines judenreinen »Palästina« als Sympathieträger, deren Anliegen wohlwollend als ein gerechtes vorgestellt und behandelt wird.
Vor gut einem Jahr kommentierte Khouloud Daibes, die »Botschafterin« der terroristischen PLO in Berlin, die Ermordung dreier jüdischer Jugendlicher durch mit der Hamas verbundene »Palästinenser«, deren Opfer hätten sich doch »illegal im Westjordanland befunden«. »Die Siedler sind die Gefahr!« faßte der WDR seine (?), gewiß aber die Message der »Botschafterin« zusammen.
Und keinem der Beteiligten fiel auf, was da eigentlich gesagt wurde, daß Khouloud Daibes ein antisemitisches Massaker rechtfertigte, statt sich auch nur vorsichtig von den Mördern zu distanzieren. Nun hat auch der DLF Gesicht gezeigt: »Siedlungsbau geht ungebremst weiter«, klagt er (sachlich übrigens falsch), statt den »palästinensischen« Antisemitismus zu problematisieren.
 tw24

Friday, July 10, 2015

Kritischer Journaillismus (Folge 1383): Die hohe Kunst des Weglassens

In Israel wird seit heute über das Schicksal zweier Bürger berichtet, die in Gaza in der Hand der Hamas vermutet werden. Anders als Gilad Shalit, den die Islamisten 2006 gewaltsam nach Gaza verschleppten, haben Avraham Mengistu und ein weiterer Mann, über dessen Identität kaum Informationen vorliegen, sich aus unerfindlichen Gründen aus eigenem Antrieb nach Gaza begeben.
Wer eine israelische Website aufruft, ersatzweise auch eine »palästinensische« wie etwa die Online-Präsenz des Maan News Network, kommt an den – oft spekulativen – Meldungen kaum vorbei: Sie sind, neben Berichten darüber, daß in Wien noch immer verhandelt wird, zweifellos das Thema des Tages in Israel. In Köln dagegen ist das Ereignis des Tages in Israel ein völlig anderes:
»In Jerusalem haben israelische Frauen vor der Residenz von Ministerpräsident Netanjahu eine kollektive Fastenaktion begonnen. Die Gruppe nennt sich ›Frauen wagen Frieden‹ und fordert nach eigenen Angaben eine Wiederaufnahme der Verhandlungen mit den Palästinensern. Die Aktion soll 50 Tage dauern – so wie der letzte Gaza-Krieg im Sommer vergangenen Jahres. Insgesamt 300 Frauen haben sich den Organisatorinnen zufolge angemeldet.«
Davon, daß die Hamas ihren Krieg gegen Israel fortsetzt, indem sie möglicherweise zwei Zivilisten aus Israel festhält, erfährt der Hörer (oder Leser) der Nachrichten getauften Sendung des deutschen Staatsfunks – nichts.
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Der israelische Premier hatte Anfang Juni »Palästinenserpräsident« Abu Mazen mehrfach eingeladen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Dafür wurde er vom Regime in Ramallah zum »Nazi« erklärt.
 tw24

Tuesday, April 28, 2015

Du bist … Deutschlandfunk

Die beim Kölner Staatsfunk für die “Nachrichten” Zuständigen sind schon lustige Leute. Da melden sie an dem einen Tag, ihr “Bundespräsident Gauck hat die Bürger zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen aufgerufen, die Menschenwürde zu verteidigen”, nur um keine 24 Stunden später zu verbreiten, von Juden gehe eine Gefahr für “einen Frieden” aus.
“Die israelischen Behörden treiben den umstrittenen Siedlungsbau im Osten Jerusalems voran”, beginnt die “Nachricht” – und ist damit schon zu Propaganda verkommen. “Umstritten” ist nämlich der Bau von Wohnungen für Juden nur dort, wo man sie nicht mag. Die in der israelischen Hauptstadt zuständigen Behörden dagegen haben einen ganz normalen bürokratischen Vorgang angestoßen:
“Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP wurden 77 neue Wohnungen ausgeschrieben.”
36 der Wohnungen sollen in Neve Yaakov und 41 in Pisgat Ze’ev errichtet werden. Neve Yaakov wurde 1924 gegründet, fiel im Unabhängigkeitskrieg unter die Herrschaft der arabischen Aggressoren und konnte im Sechs-Tage-Krieg befreit und danach wiederaufgebaut werden. 30.000 Menschen leben heute in Neve Yaakov, 36 weitere Wohnungen dürften kaum ausreichen, dem “natürlichen Wachstum” gerecht zu werden.
Für ähnlich schwerwiegende Veränderungen werden 41 weitere Wohnungen in Pisgat Ze’ev sorgen. In dem seit 1982 wiedererrichteten Vorort der israelischen Hauptstadt Jerusalem leben rund 50.000 Menschen, darunter mehrere Hundert arabische Bürger. Doch all das erfährt man nicht beim Deutschlandfunk, der den israelischen Premier erwähnen zu müssen meint:
“Damit macht Premierminister Netanjahu eine Ankündigung aus dem Wahlkampf wahr. Er hatte seinen Anhängern im März versprochen, die Ansprüche der Palästinenser auf Ost-Jerusalem zu blockieren.”
“I don’t want a one-state solution”, hatte Benjamin Netanjahu kurz nach der Wahl bekräftigt, “I want a sustainable, peaceful two-state solution”. Aber auch das muß kein Kunde des Deutschlandfunks wissen, der sich schließlich lieber zum Sprachrohr einer “NGO” macht, die den Gedanken an jüdisches Leben in Jerusalem ernsthaft mit einem “God forbid” kommentiert:
“Die Bürgerrechtsgruppe ‘Frieden Jetzt’ kritisierte den Siedlungsbau. Damit verhindere Netanjahu einen Frieden mit den Palästinensern.”
Und hiermit nun wird die propagandistische, die verleumderische Absicht dieser “Nachricht” unübersehbar. Die Staatsfunker unternehmen nicht einmal den Versuch, sich in einer Nachrichtensendung auf Fakten zu beschränken, sondern liefern die von ihnen favorisierte Interpretation gleich mit, nach der von einer Ausschreibung von 77 Wohnungen eine kaum abzuschätzende Gefahr ausgehe.
Anfang April beschloß die für den Wohnungsbau zuständige Abteilung der Stadtverwaltung Jerusalem dem Bau von 2.500 Wohneinheiten für arabische Bewohner der israelischen Hauptstadt. Die souveräne israelische Entscheidung für das “largest construction project of housing for Palestinian families in Jerusalem since 1967″ gefährdet erstaunlicherweise keinen Frieden.
 tw24

Tuesday, April 07, 2015

Täter-Opfer-Ausgleich

In Frankreich sind, konnte man am Morgen vom in Köln beheimateten deutschen Staatsfunk in der Anmoderation eines Berichts erfahren, “die Spannungen zwischen jüdischer und muslimischer Bevölkerung weiter gewachsen. Es mehren sich wieder die Übergriffe”.
Der Beitrag der jüdischen Bevölkerung Frankreichs zu diesen “Spannungen” besteht darin, sich antisemitisch beschimpfen und bedrohen lassen zu müssen, überfallen, bestohlen, vergewaltigt und massakriert zu werden oder auszuwandern, bevor es dazu kommen kann.
Die Täter stellt dagegen (freilich nicht ausschließlich) die muslimische Bevölkerung Frankreichs, was einen Generalverdacht gegen Muslime gleichwohl nicht rechtfertigt. Ist es indes angemessen, diese Situation “Spannungen zwischen jüdischer und muslimischer Bevölkerung” zu nennen?
Würde der Deutschlandfunk den Brand eines Gebäudes in der ostzonalen Gemeinde Tröglitz, in dem bis zu 40 Flüchtlinge erst noch untergebracht werden sollten, als “Ausdruck wachsender Spannungen zwischen Asylbewerbern und (möglicherweise) Einheimischen” bezeichnen?
tw24

Wednesday, March 04, 2015

Made in Germany

Der deutsche Staatsfunk, der den Anspruch erhebt, journalistische Qualität zu liefern, ist ein teurer und schlechter Witz. Die “Berichterstattung” exemplarisch des DLF rund um die jüngste Reise des israelischen Premiers Benjamin Netanjahu in die USA ist ein Beleg für die wahnhafte Voreingenommenheit, die sich eine Journaille erlauben kann, die keine private Konkurrenz fürchten muß.
Während ausgeblendet wurde, daß selbst mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) die nicht eben israelfreundlichen Vereinten Nationen dem Regime der Islamischen Republik Iran mindestens Intransparenz vorwerfen und ernsthafte Zweifel an allein friedlichen Motiven hinter dessen Atomprogramm hegen, definierte der Kölner Deutschlandfunk sein Niveau beispielgebend so:
“Benjamin Netanjahu ist mal wieder so richtig sauer. Das liegt vielleicht daran, dass Israels Regierungschef ohnehin fast immer sauer auf irgendetwas ist.”
Damit macht der Staatsfunk den israelischen Ministerpräsidenten mit seinen Befürchtungen zur Witzfigur und verharmlost oder leugnet die nicht nur für Israel vom Regime in Teheran ausgehende Bedrohung. “Herr Mützenich”, begrüßt der Journaillist Dirk Müller seinen sozialdemokratischen Gesprächspartner Rolf Mützenich denn auch prompt, “warum nehmen wir Netanjahu nicht ernst?”
Es ist offenbar ein Riesenspaß, wenn das Regime in Teheran wieder und wieder bekräftigt, Israel mitsamt dessen Mehrheitsbevölkerung auslöschen zu wollen, vorher aber noch Wettbewerbe veranstaltet, in denen Opfer des Holocaust verhöhnt werden, und seine Schreckensherrschaft nach innen dadurch absichert, daß es Menschenrechtsaktivisten Anlaß gibt, über eine Rekordzahl von Hinrichtungen zu klagen.
Aber nein, es ist eben nicht die Barbarei der Islamischen Republik, für die sich der deutsche Staatsfunk interessiert, sondern ein Benjamin Netanjahu, dessen Haupteigenschaft offenbar ist, “fast immer sauer auf irgendetwas” zu sein. Wer das Journalismus nennt, kann dann auch an anderer Stelle beharrlich lügen desinformieren. Wer hat Benjamin Netanjahu in die USA eingeladen?
Wer lesen kann, könnte wissen, daß der Likud-Politiker von John Boehner, dem Sprecher des Repräsentantenhauses, “on behalf of the bipartisan leadership of the U.S. House of Representatives and the U.S. Senate” gebeten wurde, im Kongreß über das iranische Kernwaffenprogramm zu sprechen. Wer dem DLF zuhört, erfährt, “der israelische Ministerpräsident hatte ohne Absprache mit dem Weißen Haus vor dem US-Kongress gesprochen – nur auf Einladung der Republikaner”.
Nahmen “wir Netnajahu” vorher “nicht ernst”, sind “wir” hinterher mit – na klar – Michael Lüders ernsthaft entsetzt und fragen fungieren als bloßer Stichwortgeber für den Lobbyisten: “War dieser Auftritt als solcher nicht schon eine Provokation?”“In der Tat! Es war ein sehr provozierender Auftritt”. Und weil das noch nicht reicht, redet er sich in Rage, der zwangsabgabenfinanzierte provozierte Reinhard Bieck:
“Nun hat Netanjahu bedauert, dass manche seinen Besuch im Kapitol parteipolitisch interpretierten. Aber ich bitte Sie, ein Regierungschef mitten im Wahlkampf, eingeladen von einer Partei, die dem eigenen Präsidenten jeden sich bietenden Knüppel zwischen die Beine wirft, ist das denn nicht Parteipolitik pur? Alles andere wäre doch naiv, oder?”
Formuliert so, wer bloß Bestätigung will oder tatsächlich eine Antwort? Michael Lüders jedenfalls langweilte ein wenig und wiederholte nur: “In der Tat!” Abwechslungsreicher immerhin ging es zu, als Christine Heuer, die den Reinhard Bieck einen “Kollegen” nennt, sich ihr “In der Tat!” von Shimon Stein erhoffte, früherem Botschafter Israels in Berlin. Doch der erlaubte sich – dies:
“[W]enn ich mir die Details [anschaue], die wir wissen [..], was rauskommt [..], dann muss ich sagen, viel, viel mehr muss getan werden in Sachen Verifizierung. Viel mehr muss auch getan werden, dass die Fähigkeiten [des Iran] massiv eingeschränkt werden.”
Zwar bezweifelt Shimon Stein, daß Benjamin Netanjahus Rede etwas bewirken könne, seine inhaltliche Zustimmung jedoch bringt die Deutsche aus der Fassung: “Sie stimmen, Herr Stein, Benjamin Netanjahu dann in der Sache zu”? “Übrigens nicht nur ich!” Hätte eine Journalistin nun die Gelegenheit genutzt, über “die Sache” zu reden, bleibt die Journaillistin hartnäckig nur in einer Frage:
“Herr Stein, ich lasse Sie aus der Wahlfrage noch nicht ganz heraus. Die Wähler entscheiden, sagen Sie. Sie sind auch ein Wähler. Wünschen Sie sich einen neuen, einen anderen Ministerpräsidenten?”
Da – endlich! – antwortet der Befragte wie gewünscht: “Selbstverständlich!” Und so markiert dieser Schluß überaus anschaulich, worum es den Deutschlandfunkern nicht geht: um Informationen. Ihr Metier ist so sinn- wie besinnungsloses Eindreschen auf Benjamin Netanjahu und dessen Anliegen, dem sie nicht einmal den Hauch einer Berechtigung einzuräumen bereit sind. Kritischer Journalismus eben.
 tw24

Wednesday, January 28, 2015

Deutschlandradio

Vielerorts wurde und wird in diesen Tagen an die Befreiung der letzten Überlebenden der von Deutschen zu verantwortenden organisierten Barbarei im Vernichtungslager Auschwitz erinnert. Manch deutscher Politiker, allen voran Bundespräsident Joachim Gauck, fühlte aus diesem Anlaß sich ge- und berufen, mehr oder minder gelungene Reden zu halten, zu versprechen, aus Auschwitz gelernt zu haben.
Gelegentlich wurde sogar Israel erwähnt, dem das bessergewordene Deutschland sich “besonders” verpflichtet fühle, während Umfragen die beschämende Hohlheit solcher Worte bestätigen. Und wer solchen Befragungen nicht traut und ihren Auswertungen, der mußte am Dienstagabend bloß den Deutschlandfunk einschalten, einen Staatssender, der sie alle auf seine Weise bestätigte.
Am Holocaustgedenktag, der doch hätte deutlich machen können und müssen, wie wichtig die Neugründung Israels 1948 war, wie notwendig und zugleich segensreich für das Judentum sie angesichts eines weltweit wütenden Antisemitismus’ ist, strahlte der Kölner Sender ein Feature aus, das “Israelkritikern” Raum gab, ihre antizionistischen und -semitischen Ansichten auszubreiten.
Unwidersprochen durfte da beispielsweise die arabische Knesset-Abgeordnete Haneen Zoabi die klar antisemitische Lüge von der “Judaisierung Jerusalems” vortragen, die auch durch noch so eifriges Wiederholen nicht zu Wahrheit wird. Tatsächlich sind sich sogar “Palästinenser” sicher, “that Palestinian population in Gaza, West Bank and Israel will soon outnumber the Jewish”.
Wäre Israel zehn Jahre älter, vielleicht hätte es kein Auschwitz gegeben, keinen Holocaust, an dem auch Araber beteiligt waren, die heute als “palästinensische” Nationalhelden gelten. Und ausgerechnet sieben Jahrzehnte nachdem sowjetische Soldaten Auschwitz erreichten, klagt Deutschlandradio, ganz solidarisch mit “Palästinensern”, Israel einer nicht einmal stattfindenden “Judaisierung” an.
Eine beeindruckende Leistung.
tw24

Monday, July 21, 2014

Skandal: Israelische Bürger ärgern sich über verleumderischen Journaillismus

Gideon Levy ist ein Journalist, der es mit manchem Kommentar geschafft hat, Menschen in Israel gegen sich aufzubringen. Das kann man, wie ein Blick in Kommentarspalten und Leserbriefe schnell zeigt, allerdings von beinahe jedem israelischen Journalisten behaupten. So sah sich etwa Ben-Dror Yemini kürzlich Verwünschungen ausgesetzt, die deren Verfassern mittlerweile hoffentlich peinlich sind.
“The author is TOTALLY credulous and frankly stupid. He believes murderous and crooks.”
“Is BD Yemini brain dead?”
Man muß die Überlegungen des so Beschimpften nicht teilen, um solche und üblere Angriffe abzulehnen. In einer diskussionsfreudigen Demokratie, die sich nicht zuletzt sogar dadurch auszeichnet, daß sie Abgeordnete erträgt, die offen mit Terroristen sympathisieren, die sich der Vernichtung Israels verpflichtet sehen, gehören wütende Worte zum Meinungsstreit, sind jedenfalls keine Seltenheit.
Doch während die Entrüstung über Ben-Dror Yemini keinen deutschen Journaillisten interessierte, ist das, trifft der shitstorm Gideon Levy, erstaunlicherweise anders: Dann vergißt sogar Bettina Marx, daß es “den Menschen in Gaza schlechter geht”, und “berichtet” aufgelöst und nahezu live vom Ende der Demokratie in Israel, die gerade sie doch noch nie besonders mochte.
“Wer gegen die Offensive im Gazastreifen ist, der hat es in den israelischen Medien derzeit schwer. In der Regel kann er höchstens einen einzigen Satz sagen, bevor er unterbrochen wird.”
Wer die “Berichterstattung” etwa des deutschen “Dokumentations- und Ereigniskanals” Phoenix von einer gemeinsamen Pressekonferenz des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und dessen Gast Frank-Walter Steinmeier in der vergangenen Woche kennt, muß schon hier sich wundern. Man kann in israelischen Medien wenigstens einen Satz “gegen die Offensive im Gaza-Streifen” sagen?
Während im Programm von Phoenix in der vergangenen Woche das Statement des deutschen Außenministerdarstellers beinahe drei Minuten lang gezeigt wurde, war jede Äußerung Benjamin Netanjahus aus dem Beitrag herausgeschnitten worden. Der israelische Premier durfte sich glücklich schätzen, überhaupt noch als stummer Statist gezeigt zu werden. Doch zurück zu Bettina Marx.
“Israel in diesen Tagen. Das ganze Land ist in Krisenstimmung. Die drei Fernsehkanäle, ein staatlicher und zwei private, senden rund um die Uhr. ‘Ein Staat unter Feuer’, so lautet die reißerische Schlagzeile.”
Die sollen sich nicht so haben, diese Juden. Wegen der paar “Kleinraketen” aus Gaza so einen Aufstand zu machen! Iron Dome fängt die doch sowieso ab, wo bleibt denn da das “Feuer”?
“Für viel Wirbel hat in den vergangenen Tagen Gideon Levy gesorgt. Er hatte in der Tageszeitung Haaretz einen Artikel geschrieben, in dem er die Piloten der Luftwaffe für ihre Einsätze über dem Gaza-Streifen kritisiert hat.”
Und dafür nun werde Gideon Levy unangemessen angegriffen. Dabei habe er doch bloß geschrieben, israelische Piloten würden denen nicht in die Augen sehen, die sie töteten. “Sie haben niemals das Weiße in den Augen ihres Feindes gesehen und das rote Blut ihrer Opfer aus der Nähe. Sie sind Helden, die die schwächsten und hilflosesten Menschen bekämpfen, Menschen, die keine Luftwaffe haben.”
Ja, das darf Gideon Levy schreiben und veröffentlichen, auch wenn es selbst für ihn wenig originell ist. Schon im Dezember 2008 warf er israelischen Piloten vor, “they did not, and could not, distinguish between a Hamas official and his children, between a traffic cop and a Qassam launch operator, between a weapons cache and a health clinic”, seien also letztlich nur besser bewaffnete Terroristen.
Doch so wenig er seine Vorwürfe 2008 belegen konnte, kann Gideon Levy es heute. Er verleumdet Menschen, die ihre Gesundheit und ihr Leben dafür riskieren, daß er ungestört seine Kommentare formulieren kann, als – Mörder, die gerade nicht Terroristen neutralisieren, sondern “die schwächsten und hilflosesten Menschen bekämpfen” würden. Das ist keine Nachdenklichkeit mehr, sondern Antisemitismus.
Denn natürlich weiß Gideon Levy, mit welchem antisemitischen Klischee er “spielt”. Er tut es vielleicht nicht so offen wie etwa das “amtliche” Tageblatt des Regimes in Ramallah, doch er tut es. Und es kann daher nicht überraschen, stimmt zwar Bettina Marx ihm zu, nicht jedoch weite Teile der israelischen Gesellschaft, die sich ja nicht unberechtigt “unter Feuer” fühlt.
“Levy was interviewed by Channel 2 following the public stir his piece had evoked, but the segment – airing live from a street corner in the southern city of Ashkelon, which has come under heavy rocket fire over the past week – was cut short after a passerby confronted Levy and obstructed the broadcast.”
Und das, meint nun Bettina Marx, sei doch einfach inakzeptabel. “Ich frage euch”, zitiert sie Gideon Levy zustimmend, “es gibt einen solchen starken und einheitlichen Chor in den Medien, warum stört euch eine einzige Stimme, ein bloßes Echo, das davon abweicht?” Weil es eine Stimme ist, die es mit der Wahrheit nicht so hat, dreist lügt, verleumdet und dämonisiert?
Für Gideon Levy ist es übrigens “Rassismus”, “that unlike in other conflicts where rape is used [as] a weapon, there is no case of Israeli soldiers raping Palestinian women”. Doch das, nun, das wird eine Bettina Marx nie berichten oder gar zum Anlaß nehmen, des Haaretz-Journaillisten Welt- und Menschenbild zu hinterfragen, für den Frauen offenbar erst dann Menschen sind, werden sie vergewaltigt.
tw24

Thursday, July 10, 2014

Kritischer Journaillismus (Folge 540)

Bettina Marx, DLF, 8. Juli 2014:
“Auch Wohnhäuser [von Hamas-"Funktionären", tw_24] wurden bombardiert. Die darin lebenden Familien waren aber zuvor per Telefon von der Armee gewarnt worden und hatten die Häuser geräumt.”
Bettina Marx, DLF, 10. Juli 2014:
“So hört es sich im Gazastreifen an, wenn die Raketen aus Israel einschlagen. [..] Es gibt keine Vorwarnung für die Menschen.”
  tw24

Friday, May 16, 2014

Radio Ramallah

Am 29. November 1947 beschlossen die Vereinten Nationen, auf dem (Rest-)Territorium des damaligen Mandatsgebiets “Palästina” einen weiteren arabischen sowie einen jüdischen Staat zu errichten. Während Juden diese Entscheidung mehrheitlich begrüßten, reagierten die Araber weniger begeistert.
Im Neuen Deutschland vom 2. Dezember 1947 wurde berichtet, “das arabische Hohe Komitee” habe erklärt, “daß es den Teilungsplan nicht anerkennen werde. [..] Ferner beschloß das Komitee, alle Juden zu boykottieren”. Das sah – wieder in den Worten des ND – so aus:
“In Damaskus kam es am Sonntag zu Demonstrationen von 6000 Arabern. Diese legten an dem Gebäude der amerikanischen Gesandtschaft Feuer an und rissen die Flagge der USA herunter. Die Demonstranten riefen zum Heiligen Krieg gegen die Juden auf. Bei Jerusalem eröffneten Araber das Feuer gegen einen mit Juden besetzten Omnibus. Nach bisher vorliegenden Angaben wurden 4 Personen getötet.”
Am 14. Mai 1948 hätten die Heiligen Krieger einsehen können, daß ihr bis dahin geführter Unheiliger Krieg ein schwerer Fehler war. Sie hätten ein Angebot annehmen können, daß ihnen David Ben Gurion mit der Verkündung der Unabhängigkeitserklärung Israels unterbreitete:
“Wir bieten allen Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und zu guter Nachbarschaft und rufen sie zur Zusammenarbeit mit dem jüdischen Volke, das in seinem Lande die Selbständigkeit erlangte, und zu gegenseitiger Hilfe auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag zu den gemeinsamen Bemühungen für den Fortschritt des gesamten Mittleren Ostens zu leisten.”
“Die ägyptische Armee werde am Sonnabend, eine Minute nach Mitternacht”, meldete am 15. Mai 1948 das Neue Deutschland, “die Grenze nach Palästina überschreiten, heißt es in einer Erklärung, die am Donnerstag von der ägyptischen Regierung veröffentlicht wurde”.
Neben ägyptischen Einheiten beteiligten sich die Armeen Jordaniens, Syriens, Libanons, des Irak sowie Saudi-Barbariens an dem Angriff, zu dessen Folgen 400.000 bis 700.000 arabische “Vertriebene” zählten, die nicht selten auf Druck ihrer arabischen “Befreier” hin aus Israel “flüchteten”.
Daß der jüdische Staat sich bis heute erfolgreich gegen die arabische Aggression behaupten kann, gegen Pläne zu seiner Vernichtung, nimmt man ihm auch in Deutschland übel. Und so kommt es, daß der in Köln beheimatete Staatsfunk mit einer solchen Erzählung aufwartet:
“Heute begehen die Palästinenser den Tag der Nakba, den Tag der Katastrophe. Diese Katastrophe, das ist der Verlust ihrer Heimat im Jahr 1948, dem Jahr des israelischen Unabhängigkeitskriegs. Hunderttausende Palästinenser flüchteten damals oder wurden von den Israelis vertrieben. Jedes Jahr wird seither mit Protestkundgebungen der Nakba gedacht [..].”
Es gab ganz offenbar nie einen Heiligen Krieg gegen Juden im Mandatsgebiet, nie einen Heiligen Krieg gegen Israel, nie einen Überfall mehrerer arabischer Armee in der Nacht vom 14. zum 15. Mai 1948. Israel brach einfach so einen Krieg vom Zaun, “Palästinenser” zu vertreiben. Jedenfalls in Köln.
tw24

Monday, April 07, 2014

Ungeheuerlicher Vorwurf: Desinformiert der deutsche Staatsfunk?

Als jüngst die Ukraine die Krim an Rußland verlor, fragte der in Köln beheimatete deutsche Staatsfunk sich und seine treuen Hörer, ob er solche Kritik an seinem Programm denn wirklich verdiene: “Ihr Sender ist wieder zum Größenwahn des Großdeutschen Reiches aufgelaufen”.
Im folgenden Interview, zu dem der Publizist Gerd Koenen ans Telefon gebeten wurde, ließ man sich dann bestätigen, daß es doch nur seltsame Leute seien, die Wladimir Putin gleichzeitig lieben und fürchten, die die Staatsfunker kritisierten, deren Arbeit daher natürlich bloß “angeblich einseitig” sei.
Der damit wieder tadellos gewordene Deutschlandfunk meldet derzeit in seinen “Nachrichten”, “der israelische Regierungschef Netanjahu hatte den Palästinensern mit Konsequenzen gedroht, sollten diese ihre Pläne für einen eigenen Staat weiter vorantreiben.”
Welche Botschaft soll damit wohl vermittelt werden? Etwa die, daß der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Gründung eines “palästinensischen” Staates verhindern wolle, daß er “Palästinensern” berechtigte Ansprüche auf einen Staat abspreche?
Nun, tatsächlich hat die israelische Regierung am Wochenende der “palästinensischen” Terrororganisation PLO, die sich anmaßt, die “Palästinenser” zu repräsentieren, “Konsequenzen” angekündigt. Benjamin Netanjahu wird mit diesen Worten zitiert:
“‘Unilateral actions from the Palestinians will be answered with unilateral actions from our side,’ the prime minister added, and decried the Palestinian decision last week to apply for state-level membership in a group of international treaties and conventions.
‘Unfortunately… just when an agreement to continue the talks was getting close, the Palestinian leadership unilaterally applied to join 14 international bodies, violating the terms of the agreement that was reached,’ the prime minister said.”
Zudem betonte der israelische Premier, “the Palestinians will achieve a state only through negotiations and not through ‘empty declarations or one-sided actions [..]‘”, was im übrigen auch Benjamin Netanjahus politische Konkurrenz nicht anders sieht:
“‘[PA leader Mahmoud] Abbas should understand that there’s no unilateral avenue,’ [Labor Party chairman Isaac] Herzog told the audience. ‘He has no alternative in any UN forum. It will bring no solace to his people.’
Herzog added that the only viable option at the moment is ‘pressing both sides to negotiate.’”
Aus diesen Äußerungen die “Nachricht” zu stricken, Benjamin Netanjahu habe “den Palästinensern mit Konsequenzen gedroht, sollten diese ihre Pläne für einen eigenen Staat weiter vorantreiben”, kann wohl nur anständigen Kölner Staatsfunkern gelingen.
Aus den Äußerungen Benjamin Netanjahus wird doch vielmehr deutlich – und das kann man durchaus bedauern -, daß der israelische Regierungschef sich weiterhin dem Ziel der Gründung eines “palästinensischen” Staates verpflichtet sieht. Er lehnt ein “Palästina” gerade nicht ab.
Der Deutschlandfunk also … irrt. Und zwar gewaltig. Aber gewiß nicht mit Vorsatz, denn dann wäre er ja nicht mehr nur “angeblich einseitig”.
tw24

Tuesday, November 26, 2013

Hurra, wir rechtfertigen

“Daß er sich in Gefahr begibt, muß Hamed Abdel-Samad bewußt gewesen sein. Öffentlich hatte der Publizist in seinem Heimatland Ägypten von religiösem Faschismus gesprochen und damit Strömungen des Islam gemeint. Er erhielt daraufhin Morddrohungen, mit der deutschen Botschaft gab es Gespräche über seine Sicherheit. Seit dem Wochenende nun ist der Kontakt zu ihm abgerissen, und weiterhin fehlt von Abdel-Samad jede Spur.”
tw24

Wednesday, November 20, 2013

Deutsche Frage

In diesen Stunden beginnen in Genf neuerliche Versuche der “Staatengemeinschaft”, die durch die fünf Vetomächte im UN-Sicherheitsrat sowie Deutschland repräsentiert wird, mit großzügigen Zugeständnissen das Vertrauen des Regimes in Teheran zu erwerben.
Nicht mit am Verhandlungstisch sitzt Isael, gleichwohl kann und wird es sich die Regierung in Jerusalem nicht nehmen lassen, die Gespräche und deren eventuelles Ergebnis zu kommentieren. Die Einflußmöglichkeiten Israels sind mithin begrenzt, schon gar nicht verfügt Jerusalem über Vetobefugnisse.
Außer freilich beim Staatsfunk in Köln, wo frau an die geheime Weltregierung glaubt und entsprechend “nachfragt”: “Wird am Ende nicht Israel als enger Verbündeter der USA dafür sorgen, dass es kein Abkommen gibt?”
tw24