Saturday, August 19, 2006

Identität von mutmaßlichem Bombenleger geklärt

Die Identität von einem der beiden mutmaßlichen Bombenleger bei der Bahn ist offenbar geklärt. Wie Generalbundesanwältin Monika Harms am Samstag in Karlsruhe mitteilte, handelt es sich bei dem am Morgen in Kiel festgenommenem Mann um den um einen dort lebenden 21-jährigen Studenten libanesischer Herkunft.
Die Identifizierung erfolgte auch mittels DNA-Spuren aus den Ende Juli sichergestellten Bombentrolleys, die laut Harms von dem Beschuldigten stammen. Zudem habe sie ein Gutachten in Auftrag gegeben, um die Identität des Beschuldigten zweifelsfrei zu klären.
Zur Art der in der Nacht zum Samstag eingegangenen Hinweisen, die zur Festnahme am frühen Samstagmorgen gegen 3.53 Uhr führten, wollte die Generalbundesanwältin mit Hinweis auf laufende Ermittlungsmaßnahmen keine weiteren Angaben machen. Am Sonntag soll der Tatverdächtige voraussichtlich gegen 15.00 Uhr dem zuständigen Ermittlungsrichter in Karlsruhe vorgeführt werden.
Er war laut Bundesanwaltschaft im Dezember 2004 nach Deutschland eingereist. Weil er am Samstagmorgen einen Koffer bei sich hatte, habe der Kieler Hauptbahnhof für mehrere Stunden gesperrt werden müssen. Man habe davon ausgehen müssen, dass sich in dem Koffer gefährliche Gegenstände befinden.
Rainer Griesbaum von der Bundesanwaltschaft verwies darauf, dass auch die in den aufgefundenen Koffern sichergestellten Gegenstände auf Verbindungen zum Libanon hinwiesen. Er ging zudem davon aus, dass das konspirative Zusammenwirken mit dem zweiten Tatverdächtigen dafür sprächen, dass hier eine Gruppe von Tätern am Werk gewesen sei und damit auch die Tatmerkmale Mitglied in einer terroristischen Vereinigung zuträfen.
Nach dem zweiten Tatverdächtigen wird nach Angaben der Bundesanwaltschaft weiter gefahndet. Seine Identität ist weiterhin ungeklärt.
(ddp)