Ein Gespenst geht um in Deutschland, es ist das Gespenst der AfD.
Alle Mächte des alten Deutschland haben sich zu einer heiligen Hetzjagd
gegen dieses Gespenst verbündet: die Altparteien, die Qualitätsmedien,
die Kirchen, die Antifa, die Kämpfer gegen Rechts und alle Gutmenschen.
Zweierlei geht aus dieser Tatsache hervor. Erstens: Die AfD wird von
ihren Jägern als Macht anerkannt. Zweitens: Es wird erwartet, dass sie
das Politik- und Medienkartell, das sich in den letzten Jahren wie
Mehltau auf unser Land gelegt hat, erheblich aufmischt, wenn sie außer
in den meisten Landtagen und im Europaparlament auch im Bundestag sitzt.
Das soll um jeden Preis und mit allen Mitteln, nach dem berühmten
Diktum, dass der gute Zweck jedes Mittel heilige, verhindert werden.
Seit Jahren gibt es einer Demokratie unwürdige Angriffe auf die AFD: Bis
zu 80% ihrer Wahlplakate werden zerstört, ihre Wahlstände attackiert,
ihre Wahlkampfhelfer getreten, geschlagen, bespuckt. Einige mussten
anschließend ärztlich behandelt werden. Gastwirten, die ihre Räume an
die AfD vermieteten, wurde der Mietvertrag gekündigt, Mitarbeiter des
Maritim Köln, in dem der letzte Parteitag der AfD stattfand, mit dem
Tode bedroht.
Aber auch gewählte Volksvertreter lassen die verfassungsmäßigen
Rechte der Partei außer Acht, wie jüngst die Oberhäupter der Stadt
Nürnberg. Ausgerechnet in der Stadt, die einst stolz den Reichsparteitag
der NSDAP ausrichtete, fehlte es an Respekt vor der im Grundgesetz
garantierten Meinungsfreiheit. Es sollte dem AfD-Politiker Gauland
verboten werden, in der Niebelungenhalle eine Rede zu halten, wegen
seiner strittigen Bemerkung über die Integrationsministerin Aydan
Özoğuz, die er nach Anatolien „entsorgen“ wollte. Man muss Gauland nicht
mögen und kann, wie ich, seine Bemerkung absolut dumm finden. Der
SPD-Oberbürgermeister von Nürnberg hätte aber nicht übersehen dürfen,
dass Gauland sich eines Politikersprechs bediente, der auch von seinen
SPD-Genossen gepflegt wurde. Sigmar Gabriel und Johannes Kars wollten
beide schon Kanzlerin Merkel „entsorgen“. Ihnen hätte folglich in
Nürnberg auch Redeverbot erteilt werden müssen. Das scheint sich dann
doch im Rathaus herumgesprochen zu haben, denn der Bürgermeister
verzichtet auf einen Einspruch gegen das Gerichtsurteil zugunsten der
AfD.
Seit Alice Weidel Spitzenkandidatin der AfD ist, haben die
Qualitätsmedien ein Problem. Die Frau ist klug, sie sieht gut aus und
hat sich bislang keinen Lapsus geleistet. Was ihren Lebensstil betrifft,
passt sie eher ins rot-rot-grüne Schema als ins Feindbild AfD.
Haben deshalb haben die Qualitätsmedien eine regelrechte Jagd auf
Weidel begonnen? Soll an Weidel eine mediale Hinrichtung exekutiert
werden?
Neu ist ein solcher Versuch nicht, die Mittel werden nur immer
skrupelloser und erinnern fatal an das Instrumentarium der überwunden
geglaubten deutschen Diktaturen.
Die für die AfD zuständige Mitarbeiterin des ehemaligen „Sturmgeschützes der Demokratie“ Spiegel
und Vertreterin eines „aktiven“ Journalismus, der nicht mehr nur
informieren, sondern politische Meinungsbildung steuern möchte, ruft
seit einiger Zeit systematisch AfD-Funktionäre an, um nach der
angeblichen Bulimie von Weidel zu fragen. Das geht aus einer
Presseerklärung der AfD hervor. Auf diese Weise wird das Gerücht einer
vermuteten Krankheit Weidels lanciert und durch häufige Nachfragen
zementiert.
Da man ausschließen kann, dass die Journalistin eine Reportage über
mutmaßlich essgestörte Politikerinnen oder andere Frauen des
öffentlichen Lebens plant, denn ähnliche Anrufe bei Sarah Wagenknecht,
Katja Kipping oder Marietta Slomka sind nicht bekannt, zielt dieses
perfide Vorgehen allein auf Weidel. Damit wird Weidel in ihrer
Privatsphäre angegriffen und zermürbt. Die Stasi nannte das übrigens
„Zersetzung“.
Nun hat sich auch die einstmals bürgerliche Welt am Sonntag
der Hetzjagd auf Weidel angeschlossen. Sie erschien heute auf der
Titelseite mit der Schlagzeile: „Weidel will die Veröffentlichung von
rassistischer E-Mail stoppen“. Das Stück ist seit gestern Abend schon im
Netz zu lesen gewesen. Gleich drei investigative Journalisten haben
Weidels früheres Umfeld fleißig recherchiert und einen Text von „drei
Minuten Lesedauer“ (Welt 24) zustande gebracht, der sich in Konjunktiven und Unterstellungen ergeht und einige Fragen aufwirft.
Nehmen wir der Einfachheit halber an, der Text stammt wirklich von
Weidel, was diese bestreitet und was indirekt von den Schreibern auch
vorsichtshalber eingeräumt wird.
Wörtlich: „Der Empfänger der Mail führte auf Anfrage der WELT AM
SONNTAG mehrere Gründe an, weshalb ausschließlich die heutige
AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel die Verfasserin sein könne. In der
Betreffzeile der Mail beziehe sie sich auf ein Gespräch mit ihm, und sie
habe diese wie üblich mit ihrem Spitznamen „Lille“ gezeichnet. Das an
ihn gerichtete Schreiben befinde sich bis heute in seinem E-Mail-Fach“.
Dass der Denunziant J. „mehrere Gründe“ anführen muss, heißt, dass
nicht sicher ist, ob es sich tatsächlich um Weidel handelt. Die E-Mail
stammt von 2013, ist also vier Jahre alt. Damals war in keiner Weise
abzusehen, dass aus Weidel die Spitzenkandidatin der AfD werden könnte.
Hatte der Mann seherische Fähigkeiten oder aus welchem Grund hebt er
eine E-Mail vier Jahre lang auf, um sie dann kurz vor der Bundestagswahl
einem Rechercheteam der Welt zur Verfügung zu stellen? Warum bleibt er anonym?
Weiter betonen die Autoren, dass der Redaktion eine eidesstattliche
Erklärung vorläge. Diese Erklärung ist das Papier nicht wert, auf dem
sie geschrieben wurde, denn sie wäre nur relevant, wenn sie vor Gericht
abgegeben würde. Solange das nicht der Fall ist, dient sie eher der
Irreführung der Leser als der Glaubwürdigkeit des Berichts. Merkwürdig
auch, dass die E-Mail statt Umlauten Umschreibungen enthält. Haben die
Rechercheure nachgefragt, ob Frau Weidel gewöhnlich so schreibt?
In der Mail würde die Bundesregierung verunglimpft, heißt es im
Artikel. Ja, leben wir denn noch in der DDR, wo Kritik an der Regierung
sakrosankt war und mit Gefängnis bestraft wurde? Nein, es ist das Recht
eines jeden Bürgers in einer Demokratie, die Regierung zu beschimpfen.
Hier handelt es sich nicht einmal um eine öffentliche Äußerung, sondern
um eine private Mail. Selbst wenn Weidel das Wort „Schweine“ gebraucht
haben sollte, was ich nicht glaube, denn dieser Sprachgebrauch passt
nicht zu der Dame, die sie ist, hat sie sich nur auf dem Niveau von
CDU-Generalsekretär Tauber bewegt, der, nicht privat, sondern
öffentlich, alle als „Arschlöcher“ bezeichnet hat, die gegen Merkel
sind. Der Mann gilt immer noch als ministrabel. Oder Sigmar Gabriel, der
den Souverän, oder Teile davon, öffentlich als „Pack“ bezeichnete, in
einem Stern-Interview der Kanzlerin und ihrer Politik ein verheerendes
Zeugnis ausstellte und anschließend Außenminister wurde.
Dann wird der Satz moniert, dass „wir von kulturfremden Völkern wie
Arabern, Sinti und Roma etc überschwemmt werden“. Allerdings war in den
Qualitätsmedien spätestens seit 2015 immer wieder mal von
„Flüchtlingsströmen“ aus „kulturfremden Gesellschaften“ die Rede, wenn
mich mein Gedächtnis nicht täuscht auch die Welt. Bemerkungen
wie: „Marionetten der Siegermächte“ und dass „Deutschland nicht
souverän“ sei, befremden mich, aber sie fallen klar unter
Meinungsfreiheit, die ja nicht bedeutet, dass nur frei ist, was uns
gefällt und wem wir zustimmen können.
Viel mehr gibt die Mail nicht her, der magere Inhalt wurde deshalb
gleich dreimal in diesem kurzen Text ausgeschlachtet und die Erklärung,
wie die Äußerungen zu beurteilen seien, wurde nicht den Lesern
überlassen, sondern diktiert: demokratieverachtend und rassistisch. Sind
die Qualitätsmedien dann auch rassistisch, wenn sie die chaotische
Masseneinwanderung „Flüchtlingsstrom“ nennen?
http://vera-lengsfeld.de/2017/09/10/alice-im-gespensterland/
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