Damit erlebt die Bundesrepublik nun innerhalb kürzester Zeit den zweiten Skandal, in dem ein gut gemeintes und politisch wertvolles Kunstwerk von der Öffentlichkeit nicht verstanden wurde. Vorausgegangen war der Kunstaktion „Rechtsradikale Mail“ des Ping-Pong-Kollektivs die Aktion „Votebuddy“ des „Peng Kollektivs.
Eine angebliche Mail Alice Weidels hatte in den letzten Tagen für Aufregung gesorgt. In der Mail wurden für Weidel eher ungewöhnliche, teilweise radikale Äußerungen getätigt, die die sich im Ausnahmezustand der Endphase des Wahlkampfs befindliche Politikerriege von den Linken bis zu der CSU in die übliche helle Aufregung versetzen. Genau damit hatte das Künstlerkollektiv offensichtlich gerechnet.
In linken
Kreisen kochte die Empörung dann schnell hoch. Innerhalb kürzester Zeit
sprangen linksradikale und linke Blogs und Nachrichtenseiten auf die
Provokation an – ohne zu bemerken, dass es sich hier ganz offensichtlich
um ein Kunstwerk handelt.
Besonders Politiker aus der links gerutschten Union und der die AfD
als größten inhaltlichen Konkurrenten sehenden FDP sahen sich in ihrer
Vermutung bestätigt, dass es sich bei Alice Weidel um eine schlau
getarnte Rechtsextreme handeln müsse. Und hofften damit, der AfD
besonders zu schaden und ihre Angst vor den Wiedereinzug einer echten
Opposition in den zukünftigen Bundestag irgendwie zu besänftigen.
Die gefakte
E-Mail verstößt zwar gegen deutsches Recht, weswegen auch die Anwälte
rechtliche Schritte gegen das Künstlerkollektiv prüfen. Die
Aktionskünstler können diese juristischen Schritte gar nicht verstehen
und sagen, dass die Mail lediglich ein Fake sei, in Wahrheit sei sie ja
nie abgeschickt worden.
Die jungen Berliner Künstler des Ping Pong Kollektivs berufen sich auf die Kunstfreiheit.
Die ganze Aktion sei ein Kunstwerk, das darauf hinweisen wolle, wie
leicht gerade die großen Medien und Politiker auf Fakes hereinfallen,
wenn sie in ihr etwas durch die gemerkelte und gemaaste Gleichschaltung
der Publikationslandschaft notgedrungen etwas eingeengtes Weltbild
passen.Eine von Kunstwissenschaftlern gestartete Petition möchte jetzt erreichen, dass die E-Mail ausgedruckt, gerahmt und in der Neuen Nationalgalerie in Berlin ausgestellt wird.
https://philosophia-perennis.com/2017/09/11/aktionskuenstler-weidel-e-mail/
1 comment:
Was sich heutzutage alles Künstler nennt. Weder Votebuddy noch diese E-Mail beeindruckten mich. Ich fand es auch nicht lustig oder traurig. Aber wütend haben sie mich gemacht. Noch wütender bin ich darüber zu wissen, dass es als Satire gemeint war, obwohl dies sicherlich auch keine Satire ist. Sondern eine Straftat (Anstiftung zum Wahlbetrug bei Votebuddy und bei der E-Mail Verleumdung).
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