Friday, October 26, 2007

Neues aus der Kulturhauptstadt der Kofferbomber

Die Gedenkfeiern zum 9. November werden in Essen von einem Eklat zwischen der Jüdischen Gemeinde und Oberbürgermeister Wolfgang Reiniger (CDU) überschattet.
Das berichtet die in Essen erscheinende "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (Samstagausgabe).
Die Gemeinde wirft dem Stadtoberhaupt Wortbruch vor und will erstmals seit Jahrzehnten nicht an der traditionellen Veranstaltung zum Gedenken an die Opfer der NS-Pogromnacht von 1938 in der Alten Synagoge teilnehmen. Man wolle "ein Zeichen setzen", da Reiniger entgegen anderslautenden Ankündigungen eine städtische Mitarbeiterin libanesischer Herkunft im Büro für interkulturelle Arbeit belassen habe, (wir berichteten) die 2006 ein antisemitisches Flugblatt unterzeichnet und in Umlauf gebracht hatte.
"Wir haben uns schweren Herzens zu diesem Schritt entschieden, weil wir es für untragbar halten, dass jemand für interkulturelle Arbeit der Stadt zuständig ist, der ein antisemitisches Pamphlet verteilt", sagte Hans-Hermann Byron, stellvertretender Vorsitzender der Jüdischen Kultus-Gemeinde in Essen, der Zeitung. Reiniger ließ über Stadtsprecher Detlef Feige erklären, ihm sei eine offizielle Absage der Gemeinde noch nicht bekannt.
(ddp/jwd)