Kanzlerin Merkel gerät in der Flüchtlingskrise zunehmend in die Kritik. In der Großen Koalition, aber auch in der Bevölkerung. Wie das deutsche Volk tickt, weiß wohl kaum jemand so gut wie Allensbach-Chefin Renate Köcher. Ihre Analyse der Krise im "Welt"-Interview klingt nüchtern - aber vielleicht gerade deshalb auch teilweise beängstigend."Die Mehrheit der Bevölkerung hat den Eindruck, dass man die Kontrolle verloren hat", sagt Köcher der "Welt". Die Folge des Eindrucks, dass die Regierung die eigenen Grenzen nicht verteidigen und den Zustrom nicht kontrollieren könne, sei "eine tiefe Beunruhigung in der Bevölkerung".
Die Sorgen der Deutschen wirkten sich auch auf die Umfragewerte aus. "In der Flüchtlingsfrage geht die Bevölkerung auf Distanz", so Köcher. Die Mehrheit sei über die Entwicklung besorgt und etwa die Hälfte habe den Eindruck, dass die Interessen der Deutschen unzureichend berücksichtigt würden.Die Demoskopin zeigt Verständnis für die Sorgen der Menschen und kritisiert die Bipolarität der öffentlichen Diskussion: "Wenn Menschen Angst haben müssen, wegen ihrer Sorgen über den Zustrom an Flüchtlingen in die rechte Ecke gestellt zu werden, dann stimmt etwas nicht in der öffentlichen Diskussion. Denn dann wird der, der am Münchner Hauptbahnhof die Flüchtlinge willkommen heißt, gegen den gesetzt, der bei Pegida mitmarschiert."
t-online
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