Friday, September 19, 2008

Zwei mutmaßliche islamistische Terrorunterstützer festgenommen

Beamte des Bundeskriminalamts haben am Donnerstag im Großraum Frankfurt zwei mutmaßliche Unterstützer der Terrororganisation "Islamische Dschihad Union (IJU)" festgenommen. Gegen die Beschuldigten, einen 27-jährigen Deutschen afghanischer Herkunft und einen 27-jährigen Türken, sei Haftbefehl erlassen worden, teilte die Bundesanwaltschaft am Freitag in Karlsruhe mit.
Nach Informationen des Hessischen Rundfunks wurden die beiden Verdächtigen möglicherweise an ihren Wohnorten festgenommen, die in Langen und Rüsselsheim sein sollen. Weder das BKA, das hessische LKA noch die Bundesanwaltschaft konnten diese Information am Freitagnachmittag bestätigen.
Der beschuldigte Deutsche soll nach Angaben der Bundesanwaltschaft im vergangenen Jahr in einem Ausbildungslager der IJU im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet eine Kampfausbildung absolviert haben. Der Festgenommene habe im September eine neuerliche Reise in das "Einflussgebiet" der IJU unternehmen wollen, hieß es. Zudem soll der Mann für die Organisation Ausrüstungsgegenstände wie einen Infrarotstrahleraufsatz und ein Fernglas besorgt haben.
Der zweite Beschuldigte soll den Angaben zufolge im Juni 2007 versucht haben, in ein IJU-Ausbildungslager zu reisen. Der Mann sei jedoch in Pakistan von den dortigen Sicherheitsbehörden aufgegriffen worden, bevor er das Lager erreicht hatte. Darüber hinaus soll der türkische Staatsbürger für die IJU Moskitonetze, Taschenlampen und andere Ausrüstung besorgt haben.
Zudem wird beiden Beschuldigten vorgeworfen, die IJU auch finanziell unterstützt zu haben und Kontakt zu einem Mitglied der sogenannten Sauerland-Gruppe gehabt zu haben, das vor gut einem Jahr festgenommen worden war.
Die ursprünglich in Zentralasien aktive IJU ist nach Angaben der Bundesanwaltschaft seit einigen Jahren in Deutschland aktiv. Sie hatte sich unter anderem zu den Terrorplänen der Sauerland-Gruppe bekannt, die vor gut einem Jahr mit der Festnahme von drei mutmaßlichen IJU-Unterstützern vereitelt worden waren.
(ddp)