Im ARD-Morgenmagazin warnte Bundesjustizminister Heiko Maas vor einer
Verquickung der Flüchtlingsfrage mit den Terroranschlägen von Paris. Es
dürften keine voreiligen Schlüsse gezogen werden, dass einer der
Attentäter aus Syrien gekommen sei. Am Tatort sei zwar ein syrischer
Pass gefunden worden, doch sei unklar, ob dieser wirklich dem Attentäter
zugeordnet werden könne. Er sei möglicherweise ein gefälschter Pass.
Und man wisse auch vom IS, dass bewusst solche Spuren gelegt werden, um
die Flüchtlingsfrage in Europa weiter zu politisieren und zu
radikalisieren.
Fakt ist jedoch, dass der Mann auf der griechischen Insel Leros mit diesem Pass
registriert wurde und ihm dort auch Fingerabdrücke abgenommen wurden.
Die französischen Ermittler haben die Fingerabdrücke und DNA-Material
des Attentäters, in dessen Nähe der Pass gefunden wurde, nach
Griechenland geschickt. Ein Abgleich ergab, dass es sich um dieselbe
Person handelte, die auf Leros registriert wurde. Es spielt dabei keine
Rolle, ob der Pass gefälscht war oder nicht. Der Terrorist ist über die
Insel Leros eingereist, nur das zählt. Danach kam er über verschiedene
Stationen nach Serbien und wurde dort in einem Erstaufnahmezentrum
registriert. Anschließend setzte er seine Reise nach Ungarn und
Österreich fort. Dort verliert sich seine Spur.
Ferner sei die Frage erlaubt, woher Maas erfahren haben will, dass vom
IS bewusst solche falschen Spuren gelegt werden, um die Flüchtlingsfrage
in Europa zu radikalisieren. Gab es denn in letzter Zeit, seitdem die
Flüchtlingsdebatte akut wurde, in Europa schon einen Anschlag, wo dies
so praktiziert wurde? Oder steht Maas direkt mit dem IS in Verbindung
und sie haben ihm das persönlich mitgeteilt? Womöglich sogar mit der
Zusatzinformation, dass unter den Hunderttausenden Flüchtlingen, die
unregistriert irgendwo bei uns im Land weilen, sich garantiert kein
IS-Mitglied befindet, weil der IS niemals gegen das deutsche Asylrecht
verstoßen würde? Das wäre natürlich sehr beruhigend.
achgut / Manfred Gillner
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