Monday, April 18, 2016

Armenischer Kreuzstein in Jena geweiht: Türkischer Generalkonsul beschwert sich bei Landesregierung


Sie enthalte jedoch auch den Hinweis, dass der Genozid am armenischen Volk nicht einfach wegdefiniert werden könne. „Ich kann an einem Gedenkgottesdienst zur Erinnerung an den Genozid nichts Anstößiges gegenüber der Türkei empfinden“, betonte Ramelow. Auch mit dem deutschen Gedenken müsse man sich stets aufs Neue auseinandersetzen. „Es wäre mir lieb, man würde darüber miteinander ins Gespräch kommen.“ In Jena hatte die Gemeinde der armenischen Mitbürger am Sonntag einen kunstvoll verzierten Kreuzstein zum Gedenken an die 1,5 Millionen Opfer der Völkermorde an den Armeniern im Osmanischen Reich und zum Gedenken an die ermordeten Aramäer, Assyrer und kleinasiatischen Griechen vor 100 Jahren mitten im Ersten Weltkrieg geweiht. Es ist der fünfte Gedenkstein dieser Art in Deutschland. Dass es sich um einen Völkermord handelte, erkennt Deutschland bis heute offiziell nicht an. Im Sommer soll sich der Bundestag dazu positionieren. „Er setze in diese Entscheidung große Hoffnungen“, hatte der eigens angereiste armenische Botschafter in Jena erklärt. Die Weihe des Kreuzsteins hatte der Kölner Erzbischof Karekin Bekdjian vollzogen.
 otz.de

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