An der Sekundarschule Therwil wird zwei Schülern erlaubt, dass sie der Lehrerin die Hand nicht reichen müssen, wie das an der Schule eigentlich üblich wäre.Es handelt sich bei diesem Verhalten nicht um einen Einzelfall: Recherchen der bz erhärten die Informationen der «Schweiz am Sonntag», wonach sich in Muttenz ähnliches ereignet hat. «Ja, wir haben einen Schüler in Muttenz, der den Handschlag gegenüber Frauen verweigert», sagt Michael Wüthrich, Co-Schulleiter der Sekundarschule Muttenz. Es handle sich um einen Muslim.
Laut einigen islamischen Rechtsschulen darf ein Muslim eine Frau nur dann berühren, wenn es sich um seine Ehefrau handelt.
«Wir haben uns mit einer kantonalen Behörden abgesprochen», sagt Wüthrich, «wie wir mit diesem Fall umzugehen haben.» Schule, Kanton und Schüler hätten gemeinsam eine einvernehmliche Lösung gefunden.Wie diese Vereinbarung ausschaut, darüber wollte Wüthrich aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine näher gehenden Angaben machen, ebenso wenig zum Schüler und zum Zeitpunkt der Gespräche.
Laut Wüthrichs Angaben ist die Muttenzer Vereinbarung älter als diejenige in Therwil. Damit widerspricht er Ausssagen des Kantons: Die Basellandschaftliche Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) liess noch am Montag auf Anfrage der bz verlauten, Therwil sei ein Einzelfall gewesen – man habe keine Kenntnis von ähnlich gelagerten Vorkommnissen. Später liess die BKSD verlauten, der Fall Muttenz sei der Direktion doch bekannt gewesen.
bzbasel.ch
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