Wednesday, April 20, 2016

Erdogan, Flüchtlinge: Austritte erschüttern Mülheimer CDU

Mit Frank Wagner und Frank Blum haben zwei langjährige Mitglieder aus der CDU-Hochburg in Saarn die Partei verlassen – und damit auch die Ratsfraktion, die nunmehr nur noch 13 Mitglieder umfasst.Für viele kamen sie überraschend, aber längst nicht für alle: „Insider haben etwas kommen sehen“, meinte ein Mitglied. Vielleicht schon nach der deutlichen Kritik von Wagner an der Verteilung der Flüchtlinge innerhalb von Mülheim, wo er Saarn zu stark belastet sieht. Bereits im vergangenen Herbst hatte er als Vorsitzender des Ortsverbandes beklagt: An der Basis der CDU rumore es. Die schlechte Stimmung sei im Mülheimer Süden spürbar: „Hier würde so mancher für Frau Merkel im Wahlkampf nicht mehr auf die Straße gehen.“ Die Enttäuschung über die CDU im Bund sei täglich zu erfahren. Und Wagner warnte auch: „Uns laufen die Wähler weg.“ Gehört wurde er, aber nicht beachtet. Auch das fördert Frust. Eine Krise sehen in der Mülheimer CDU die meisten nach wie vor nicht. „Der Vorgang Erdogan“ sagt Wagner, „habe das Fass für ihn endgültig zum Überlaufen gebracht.“Bei Frank Blum, der aus einer traditionsreichen CDU-Familie stammt, ist es nur zum kleinen Teil die Flüchtlingsproblematik, die ihn zum Austritt bewogen hat. Die ganze Ausrichtung der CDU, links von der Mitte, passe ihm nicht mehr. „Die Partei vertritt nicht mehr die Werte, für die ich damals eingetreten bin.“ Die Euro-Politik, das viele Steuergeld für Griechenland, die Rentenpolitik, die immer mehr private, aber kaum noch zu leistende Vorsorge verlangt, die spontane Wende in der Energiepolitik, das Sich-abhängig-machen von einem Regime, „dessen Werte mit den unsrigen kaum etwas zu tun haben“ – für Blum hat der Austritt viele Gründe.
derwesten.de

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