Friday, April 15, 2016

Erdogan-Partei klagt ÖSTERREICH


Die Erdogan-Partei UETD Austria hat eine Beschwerde beim Presserat gegen die Tageszeitung ÖSTERREICH eingereicht. Das kündigt sie heute auf ihrer Facebook-Seite an. Damit erreicht die Auseinandersetzung um die Böhmermann-Satire erstmals auch Österreich.

Kritische Berichterstattung unerwünscht
Erdogans Österreich-Ableger will erreichen, dass österreichischen Medien der Abdruck des Schmähgedichts von Jan Böhmermann und in diesem Zusammenhang eine kritische Berichterstattung über den türkischen Premier Recep Erdogan verboten wird. Laut UETD Austria verletze ein Bericht in ÖSTERREICH, in dem das Schmähgedicht von Jan Böhmermann unter dem Titel "Ist dieses wirre Gedicht Kunst oder Skandal?" auszugsweise abgedruckt und durchaus kritisch kommentiert wurde, den Ehrenkodex der österreichischen Presse und stelle "eine eklatante Beleidigung und skandalöse Herabwürdigung von Erdogan" dar.

Österreichische Künstler beziehen Stellung
In dem ÖSTERREICH-Bericht haben prominente österreichische Künstler wie Werner Schneyder und Erwin Steinhauer zu dem Schmäh-Gedicht Stellung genommen. Werner Schneyder betonte wörtlich, dass es "den türkischen Despoten einen Dreck angeht, was in einer deutschen Satiresendung geäußert wird". Auch dieses Zitat will die Erdogan-Partei beim Presserat einklagen. Zitate wie diese, betont die Erdogan-Partei, "können keineswegs durch die Meinungsfreiheit in Österreich gedeckt sein".

ÖSTERREICH verteidigt sich
ÖSTERREICH-Herausgeber Wolfgang Fellner verurteilt die Presserats-Klage der Erdogan-Partei in scharfer Form: "ÖSTERREICH hat im Rahmen seiner unabhängigen Berichterstattung über die Erdogan-Affäre das umstrittene Gedicht von Jan Böhmermann in kritisch distanzierter Form abgedruckt. Der Abdruck erfolgte nach reiflicher Überlegung, damit sich die ÖSTERREICH-Leser ihr eigenes Bild über diese Auseinandersetzung rund um das Thema Meinungsfreiheit bilden können. Der Artikel war ausgewogen, beruhte ausschließlich auf Fakten und beinhaltete die kritischen Kommentare österreichischer Künstler und Kabarettisten zu diesem Thema. Der Abdruck dieser Kommentare und der für die öffentliche Diskussion relevanten Auszüge aus dem Gedicht entspricht in jeder Form dem Ehrenkodex des österreichischen Presserats und der heimischen Rechtsprechung. Dass die Erdogan-Partei nun auch in Österreich eine schwere Attacke auf die Meinungsfreiheit startet, bestärkt uns darin, uns in unserer Berichterstattung zu diesem Thema weder einschüchtern noch zensurieren zu lassen. Die Presse- und Meinungsfreiheit muss in Österreich gewährleistet bleiben!"

Das Schmähgedicht im Wortlaut

„Sackdoof, feige und verklemmt,
ist Erdogan, der Präsident.
Sein Gelöt stinkt schlimm nach Döner,
selbst ein Schweinefurz riecht schöner.
Er ist der Mann, der Mädchen schlägt
und dabei Gummimasken trägt.
Am liebsten mag er Ziegen ficken
und Minderheiten unterdrücken.
Kurden treten, Christen hauen
und dabei Kinderpornos schauen.
Und selbst abends heißt’s statt schlafen
Fellatio mit 100 Schafen.
Ja, Erdogan ist voll und ganz
ein Präsident mit kleinem Schwanz.
Jeden Türken hört man flöten,
die dumme Sau hat Schrumpelklöten.
Von Ankara bis Istanbul
weiß jeder Mann,
dieser Mann ist schwul, pervers, verlaust
und zoophil, – Recep, Fritzl, Priklopil.
Sein Kopf so leer wie seine Eier,
der Star auf jeder Gangbangfeier,
bis der Schwanz beim Pinkeln brennt.
Das ist Recep Erdogan, der türkische Präsident.“

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