Der Pontifex twittert auf Lesbos: @ pontifex_de „Die Flüchtlinge sind
keine Zahlen, sie sind Personen: Sie sind Gesichter, Namen, Geschichten
– und als solche müssen sie behandelt werden.“ Seine Heiligkeit sind
nach Lesbos in den Hotspot von Moria gereist, um ein paar Zeichen zu
setzen. Diese Reise sei „nicht als politische Stellungnahme zu sehen,
sondern als humanitäre und ökumenische Geste“, als „politisches Signal“.
Die Päpstlichen Zeichen lassen mich total verwirrt zurück.
Vor dem Papstbesuch wurden im Hotspot schnell noch ein paar Wände
gestrichen, ein Abwassersystem installiert und dutzende Migranten aus
dem überfüllten Lager woanders hingebracht. Insgesamt leben 3.000
Menschen in dem Auffanglager. Doch nur wenige Bewohner von Lesbos waren
dem Aufruf nachgekommen, sich an den Gebeten am Hafen von Mytilini zu
beteiligen. Das mag aber auch daran gelegen haben, dass der Ort aus
Sicherheitsgründen streng abgeriegelt war - so ganz scheint Franziskus
den Schutzsuchenden nicht zu trauen.
Trotzdem sprach Franziskus mit 250 Flüchtlingen und „teilte dann sein
Essen mit acht von ihnen“. Was war mit den übrigen? Mussten die vor dem
Essen das Zelt verlassen? Serviert wird ein Risotto mit Pilzen. An
normalen Tagen werden die Essensrationen in dem überfüllten Lager schon
mal knapp … " Das mit der Speisung der 5000 hat Franziskus irgendwie
noch nicht drauf. Beim dem Besuch hielten einige Lagerinsassen Schilder
hoch: „Bitte rette die Jesiden vom Völkermord“.
„Ihr seid nicht allein“, sagte Franziskus zu den Hilfesuchenden auf
Lesbos, bevor er nach fünf Stunden wieder abflog. Als symbolische Geste
nahm Papst Franziskus zwölf syrische Flüchtlinge mit auf seinen Rückflug in den Vatikan.
Es handle sich um drei muslimische Familien aus Syrien, darunter sechs
Kinder. Sie werden vorerst von der Gemeinde Sant’Egidio in Rom betreut.
Die Jesiden mussten leider im Lager bleiben und werden wohl
entsprechend der „europäischen Lösung“ unserer Kanzlerin in die Türkei
zurückgeschickt. Dafür nimmt Deutschland dann eine entsprechende Zahl
meist muslimischer Flüchtlinge aus der Türkei auf. Ich hoffe, dass sein
Chef die Zeichen versteht, die Franziskus setzt. Ich verstehe die Welt
und den Pontifex nämlich schon lange nicht mehr.
achgut / Manfred Haferburg
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