Tuesday, April 19, 2016

Rubrum Pschtpscht, Mundhalten, nicht den Rechten in die Hände spielen

Selbstverständlich ist auch die Beschimpfung von Menschen als „Ungläubige“ ein Verstoß gegen deren Religionsfreiheit, auch der Begriff „Ungläubiger“ ist bereits ein Beschneiden der Religions- und Bekenntnisfreiheit des diesermaßen Gescholtenen.
Jemand, der als Christ einen Nichtchristen, sei es als Agnostiker, sei es als Jude, sei es als Moslem als „ungläubig“ schilt, ist ein Agnostophober, ein Judenphober oder ein Islamophober. Umgekehrt, ein Moslem, der einen Christen als ungläubig bezeichnet ist ein Christophober usw. usw.
Die Vokabel Islamophobie hat die Diskussion der Religionen, hat die Religionskritik, die Religionswissenschaften, die Haltung der Gesellschaft und leider auch der Justiz zu den Religionen verkleistert und verblödet.
Egal wie es quantitativ aussieht, ob es mehr Angriffe aus der muslimischen Welt hierzulande auf die christliche, jüdische oder die agnostische Welt gibt oder ob es mehr Angriffe von Agnostikern gegen die religiösen Menschen gibt usw., eines steht fest, es gibt solche Angriffe in alle Richtungen, aber es gibt keine qualitative und quantitative Bewertung, zum Beispiel auch keine Statistiken solcher gegenseitigen Angriffe, die irgendeinen Realitätsbezug haben.
Aber der öffentliche Raum ist voll mit meist sehr abstrakt gehaltenen Angriffen, die Muslime auszuhalten hätten und einer zumeist verschwiemelten und verschwurbelten Masse von Angriffen auf Nicht-Muslime durch Muslime, die unter dem Rubrum Pschtpscht, Mundhalten laufen, um nicht den Rechten in die Hände spielen.
Die Tatsache, dass ein Täter Deutscher mit deutschen Wurzeln ist, wird öffentlich breitgetreten. Das gehört zu dem System mit Schieflage. Ein Täter mit deutschem Pass und ausländischen Wurzeln fließt dann einfach nur als Deutscher in die Statistik ein. Umgekehrt ist das deutsche Opfer mit deutschen Wurzeln gleichsam kein Opfer. Zum Opfer wird bevorzugt, wer Deutscher mit ausländischen Wurzeln ist und erst recht, wer Ausländer ist. Und immer mehr spielt die Religionszugehörigkeit in der einen oder anderen Form eine Rolle. Das ist auch ganz selbstverständlich, weil die Zahl der Ausländer muslimische Glaubens ständig steigt.
Während muslimische Täter in der öffentlichen Darstellung der Einzelfall sind und die Muslime als Ausländer apriori die Schwächeren und die Benachteiligten sind, sind alle anderen Menschen tendenziell zu Tätern geworden. Das alles festzuhalten, ist wichtig, um die Realität der Religionsfreiheit in Deutschland überhaupt einmal wissenschaftlich durchdringen zu können. Einfach nur hornochsig zu muhen: Religionsfreiheit, Religionsfreiheit, schießt voll am Ziel vorbei. Deswegen ist die Aufregung, die die AfD jetzt gewollt oder ungewollt bewirkt hat, auch ein Zeichen für eine völlig ideologisierte linksmainstreamige Verwirrtheit der Gesellschaft, der es nicht um Fakten geht.
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