Sunday, September 24, 2006

Ein Dialog wie er nicht geführt sein sollte

Karl Pfeifer
Im Wiener Kurier (24.9.06) publiziert Martin R. Niederauer ein „Streitgespräch" zwischen der Muslima Emine Polat und der Katholikin Linda Kreuzer.Wie üblich bei solchen Gesprächenheutzutage, kam nur von der christlichen Seite Selbstkritik. Es geht um ein paar Sätze aus der Rede des Papstes in Regensburg. Emine Polat ist empört und greift den Papst frontal an „Der Papst hat einen Fehler gemacht. Eine offizielle Entschuldigung ist daher dringend notwendig.“Die Katholikin war „ziemlich schockiert“ von der Rede des Papstes und wies auf das Bedauern des Papstes hin. Was Frau Kreuzer nicht gesagt hat, der Papst hat nicht seine eigene Rede sondern „die Reaktionen in der islamischenWelt“ bedauert. Das hätte man aber – schon um der Wahrheit Ehre zu erweisen – erwidern müssen.Polat meint: „In unserem Glauben wird der Prophet nicht kritisiert. Weder von uns noch von anderen Religionen. Daher fühlen wir uns angegriffen, verletzt und setzen uns zu Wehr.“Niederauer fehlt der Mut oder die Fähigkeit Frau Polat auf die Tatsache hinzuweisen dass in Österreich eine solche Kritik nicht unter Strafe gestellt und daher gestattet ist. In einer Demokratie gelten die Regeln einer Religionsgemeinschaft nur für deren Mitglieder, alles andere wäre Meinungsdiktatur. Es ist in der Demokratie üblich, dass man sich mit einer sachlichen Kritik auseinandersetzt und diese nicht beleidigt pauschalabweist. Mit solcher Haltung kann kein für beide Seiten gewinnbringender Dialog geführt werden.Frau Polat konnte weiter unwidersprochen behaupten: „Die islamische Seite ist immer das Opfer gewesen. Bis heute. Und es gibt religiöse Führer, die das zu nutzen wissen.“Hier hätte man die aus der Türkei stammende Emine Polat darauf hinweisen müssen, dass die Massaker (einige meinen sogar Völkermord) an den christlichen Armeniern während des Ersten Weltkrieges von Muslimen begangen wurden. Außerdem waren die meisten Araber bis zum Ende des Ersten Weltkriegs unter türkischer Herrschaft und da wurden viele Araber wegen ihres Nationalismus gehängt. Als die Araber unter türkischer – also islamischer – Herrschaft lebten, ging es ihnen auch wirtschaftlich nicht besser. Geradedie von arabischen Intellektuellen für die UNO gefertigten Berichte über die Lage der arabischen Welt „Arab Human Development Report“ zeigen, dass die meisten Probleme der arabischen Länder selbstgemacht sind.In der gleichen Ausgabe des Kurier finden sich auch Ratschläge von Gemeinderat Omar Al-Rawi(SPÖ) für Reisende in islamische Länder, der u.a. meint: „Sollte man mit Kritik konfrontiert werden, kann es nützlich sein,auf die Neutralität Österreichs oder dessen guten Ruf in der islamischen Welt hinzuweisen.“ Kein Kommentar dazu...
"die jüdische"