Monday, September 25, 2006

Oper aus Angst vor Anschlägen abgesetzt

Die Deutsche Oper in Berlin hat die Mozart-Oper «Idomeneo» von ihrem Spielplan genommen. Grund dafür ist eine Warnung des Landeskriminalamtes.Die Deutsche Oper in Berlin hat «Idomeneo» abgesetzt. Sie befürchtet wegen des Inhalts der Mozart-Oper Anschläge von radikalen Islamisten. Es gebe eine Gefährdungsanalyse des Landeskriminalamts, sagte Opernsprecher Alexander Busche am Montag. Nach Angaben des LKAs sind demnach «Störungen der Aufführungen nicht ausgeschlossen».
Musikwelt feiert Mozarts Geburtstag
«Idomeneo» gilt als «Sturm-und-Drang-Oper» Mozarts und handelt vom Aufstand des Menschen gegen die Götter. Im Epilog der Inszenierung von Hans Neuenfels tritt Idomeneo, der König von Kreta, mit einem blutigen Sack auf die Bühne. Daraus zieht er die Köpfe von Poseidon, Jesus, Buddha und Mohammed und zeigt sie triumphierend in die Höhe.
Die Beamten vermuten, dass das die religiösen Gefühle von Moslems verletzen könnte. Laut LKA gab es bisher aber weder eine konkrete Terrordrohung noch eine Beschwerde einer islamischen Organisation. Das LKA verlangte daher nach eigenen Angaben auch nicht, dass das Stück aus dem Programm genommen wird. Das sei allein Entscheidung der Leitung der Deutschen Oper um Intendantin Kirsten Harms gewesen, heißt es.
Neuenfels bezeichnete die Entscheidung der Intendantin im Radiosender NDR Kultur als «vorausgeeilten Gehorsam und Hysterie». Die Freiheit der Kunst sehe er durch diese Entscheidung allerdings nicht gefährdet, sagte er.
Die Neuenfels-Inszenierung hatte bereits 2003 Premiere an der Deutschen Oper. Die Vorstellungen sollten am 5. November beginnen. (nz)
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