Monday, September 18, 2006

Papst mit „internationalen Zionismus verbündet“?

(...daß ich das noch erleben darf...)
Von Karl Pfeifer
Im Nachhinein ärgert es mich, dass ich mich nicht gleich hingesetzt und geschrieben habe, was ich meiner Ehefrau sagte, als ich hörte, dass Muslime sich über eine Rede des Papstes aufregen. Spontan bemerkte ich, dass einige Muslime den Papst beschuldigen werden ein verkappter Zionist zu sein und dass der Mob deswegen Kirchen und Klöster angreifen würde.Und so kam es auch. Michael Hanfeld berichtet in der FAZ vom 16.9.06 über die „islamischen Reaktionen auf den Papst“: „Al Dschazira heizte die Stimmung an mit zitierten Reaktionen wie dieser“: „... Man wusste ja, dass sich dieser Papst mit dem internationalen Zionismus verbündet hat.“Einige bekannte Katholiken, wie der ehemalige Minister Norbert Blüm (CDU) versäumen keine Gelegenheit, um ins antisemitische Fettnäpfchen zu treten. Laut Blüm wird der Antisemitismus-Vorwurf „als Knüppel benutzt [...], um jeden Hinweis auf die Missachtung der Menschenrechte totzumachen“. Wir können jetzt gespannt sein, ob wir nun auch den Vorwurf hören werden, es werde der Antiislamismus-Vorwurf „als Knüppel benutzt“? Wenn christliche Kirchen angegriffen werden, wenn Christen im Gebiet der Palästinensischen Autonomiebehörde schikaniert werden, dann schweigen die meisten christlichen Kirchen mit dem falschen und oft widerlegten Argument, dass Proteste die Lage der Christen in muslimischen Ländern noch verschlechtern würden. Das Schicksal der in Ägypten diskriminierten Kopten interessiert auch nicht allzu viele.Der Papst – mit dem man nicht in allen Fragen einverstanden sein muss – hat betont, dass Religion nicht die Rechtfertigung für Gewalt und Terror sein darf. In der gleichen Ausgabe der FAZ hat Egon Flaig, einen detaillierten Artikel über Gewalt und Islam publiziert und u.a. die Begriffe „Haus des Islam“ und „Haus des Krieges“ erläutert. In diesem Artikel räumt er auch mit dem Vorurteil auf, der Islam wäre immer und überall tolerant gewesen. Ein Blick in die Fernsehnachrichten zeigt uns wie recht dieser Professor an der Greifswalder Universität hat. Hatten sich noch viele wohlmeinende, liberale und dialogbefürwortende Menschen gegen die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen gewandt, so scheint sich die Stimmung in Westeuropa geändert zu haben. Einen Dialog kann man nur dann führen, wenn der Partner auch bereit ist, seine eigenen Fehler wahrzunehmen und sich mit kritischen Äußerungen auseinander zu setzen.

2 comments:

Ollie1982 said...

Was mir in diesem Zusammenhang immer wieder auffällt, ist die Systematik, mit der hier vorgegangen wird, und wie diese auf mich wirkt. Ich will das mal kurz schildern.

Nach der Rede des Papstes, über die man sicherlich geteilter Meinung sein kann und die, das ist sicherlich der Sinn eines wissenschaftlichen Diskurses, gewollt provokant auf Zusammenhänge zwischen Glauben und "Ratio" einging, sah sich das Oberhaupt der katholischen Kirche veranlasst einige klärende Worte an die Gemeinschaft der Moslems zu richten.

Das ist sicherlich sein gutes Recht, Missverständnisse sollten, soweit das möglich ist, aus der Welt geschafft werden. Das ist es ja gerade, was einen Dialog, der ja auch vom Papst eingefordert wurde, ausmacht.

Allerdings scheint hier die gleiche Mechanik wie derzeit bei dem uns bekannten "Karikaturenstreit" zu wirken: Die Rede des Papstes wurde in der islamischen Welt nicht in ihrer Gänze, sondern aus dem Zusammenhang gerissen zitiert: Man hat sie auf das Zitat reduziert, über welches sich heute Moslems in aller Welt aufregen.

Nun sollte man meinen, dass nach dem Klärungsversuch seitens der katholischen Kirche die Sache ausgestanden sei. Allerdings scheint gerade das Gegenteil der Fall zu sein. Hier stellt sich dem Beobachter die Frage, ob von moslemischer Seite überhaupt eine Entschärfung gewünscht ist? Wenn alle Versuche, einen Dialog aufzubauen, ausgeschlagen werden, ist es dann Makulatur den Dialog einzufordern? Wenn geforderte Entschuldigungen dazu genutzt werden, den sich entschuldigenden als "Boten des Teufels" darzustellen, wozu fordert man sie dann ein?

Und hier kommt der Knackpunkt, eine Frage die sich mir bei der ganzen Problematik häufiger stellt:

Macht sich die islamische Welt nicht selber zu dem, was sie selber verurteilen? Wenn Leute wegen Karikaturen auf die Strasse gehen und fordern, den Verantwortlichen die Köpfe abzuschlagen, machen sie sich dann nicht selber zu der Karikatur, die ihren Unmut erregt? Wenn die Antwort auf unbequeme Meinungen eine Bombe ist, ist die dargestellte Bombe im Turban dann nicht eine gerechtfertigte Darstellung?

Oder: Wenn trotz Entschuldigungen und Deeskalationsversuchen Kirchen die Ziele von Anschlägen werden, und staatliche Institutionen, wie hier in der News in GB, dazu genutzt werden müssen, Kirchen zu schützen... Enthält es dann nicht auch mehr als einen Funken Wahrheit? Nur Schlechtes und Inhumanes?

Vielleicht stimmt es am Ende doch. Nur getroffene Hunde bellen laut.

Meine 2 Cents.

Anonymous said...

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