Wednesday, April 13, 2016

Friedenstauben

Die Fatah bereitet sich und ihre Anhängerschaft darauf vor, daß sich bald jener Tag jährt, an dem sie vor 28 Jahren mit Abu Jihad einen ihrer Mitgründer verlor: Am 16. April 1988 gelang es einem israelischen Kommando, den in Tunis aufgespürten »palästinensischen« Terroristen auszuschalten. Mit dem Tod des Vertrauten Yassir Arafats endete ein Leben, das für viel Leid verantwortlich war.
Abu Jihad wurde 1935 als Khalil Ibrahim al-Wazir in Ramla im britischen Mandatsgebiet Palästina geboren. Als Folge des Überfalls arabischer Staaten auf das eben mit dem Segen der Vereinten Nationen gegründete Israel wurde er zum »Flüchtling«, als seine Familie 1948 nach Gaza zog. Oberschüler einer UNRWA-Schule, begann er in den frühen 1950ern seine terroristische Karriere.
1954 wurde Abu Jihad Mitglied der Ikhwan, lernte Yassir Arafat kennen und geriet für Organisation und Durchführung von Angriffen auf jüdische Ziele ins Visier der ägyptischen Behörden in Gaza. Nachdem er eine Haftstrafe wegen seiner Mitgliedschaft in der Muslimbruderschaft verbüßt hatte, ließ er sich 1956 in Kairo militärisch ausbilden. Ein gleichzeitiges Studium sollte er nie beenden.
Bereits 1957 wurde Abu Jihad erneut wegen seiner gegen Israel gerichteten Aktivitäten von den ägyptischen Behörden verhaftet und nach Saudi-Barbarien ausgewiesen, wo er als Lehrer arbeitete. Von dort ging er zwei Jahre später nach Kuwait. Seine Zeit hier nutzte Abu Jihad, die Freundschaft mit Yassir Arafat und anderen »Palästinensern« zu vertiefen, mit denen er die Fatah ins Leben rief.
Den Auf- und Ausbau der Organisation begleitete und führte der »Palästinenser« in den folgenden Jahren von verschiedenen Ländern, darunter Syrien und Algerien, und in unterschiedlichen Posten. Vor allem galt sein Engagement al-Asifa, dem »militärischen Arm« der Fatah. Darüber hinaus organisierte und hielt er Kontakte zu »palästinensischen« Terroristen im israelischen Untergrund.
Auch während des Schwarzen September (1970/71), dem Jordanischen Bürgerkrieg, spielte Abu Jihad eine wichtige Rolle als Organisator von Waffen für die schließlich gleichwohl unterlegenen »Palästinenser«, die mit syrischer Hilfe versucht hatten, sich an die Macht zu putschen. Vom Libanon aus, wohin sich die PLO zurückzog, setzte Abu Jihad den Kampf gegen Israel fort.
So organisierte er 1975 die »Savoy-Operation« in Tel Aviv und den im März 1978 von Dalal Mughrabi aus- und angeführten Überfall in Israel, der in das »Küstenstraßen-Massaker« mündete, bei dem die »palästinensischen« Attentäter 36 Menschen ermordeten, unter ihnen 10 Kinder, und über siebzig weitere Menschen verletzt wurden. Die PLO feierte Abu Jihads »strategisches Talent«.
1982 mußten die PLO und ihre stärkste »Fraktion«, die Fatah, Beirut aufgeben und zogen nach Tunis weiter. Und auch das tunesische Exil nutzte Abu Jihad, den Kampf gegen Israel fortzusetzen. Er umwarb Jugendliche in den umstrittenen Gebieten, sich der Fatah anzuschließen, und schuf so eine breite Fatah-Basis. 1987 schließlich trat Abu Jihad mit ihr die Erste Intifada los.
Während die »Palästinenserführung«, die von der Fatah dominiert wird, in diesen Tagen am Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York um Unterstützung für eine gegen Israel gerichtete Resolution wirbt, in der es heißt, man verurteile »jede Art« von Terrorismus, ehrt sie daheim Abu Jihad. Man darf gespannt sein auf das Abstimmungsverhalten der »Weltgemeinschaft«.
 tw24

No comments: