von Gerrit Liskow
Zu den Highlights der an Albernheiten keineswegs armen Polit-Posse
namens EU gehört es, wenn das selbsternannte Parlament dieser nur
notdürftig und fadenscheinig legitimierten Non-Government-Organisation
die alljährlichen Jubelparolen aus dem Munde Jean-Claude „für mich einen Doppelten“
Junckers vernimmt; es heißt in Gerüchten, dass der Mössjöh aus
Luxembourg sogar annähernd nüchtern ist, wenn er einmal im Jahr für
einen halben Tag für „seine“ EU hart arbeiten geht.
Nun ist es so, dass die peinlicherweise analog zum US-amerikanischen Original als „State of the Union“-Ansprache bezeichnete Juncker-Farce das hohle Pathos altbackener euro-kommunistischer Jubelmeldungen aus dem ZK der SED - „Traktorenproduktion über Plan!“ – mit dem Akklamationscharakter einer Großen Prunksitzung irgendeines linksrheinischen Karnevalsclubs – „Tätäää, tatäää, tätääääää" – gewöhnlich sehr erfolgreich zur Deckung zu bringen versteht.
So auch in diesem Jahr. All das wäre nicht weiter der Rede wert, wenn
die Selbstblamage bei gleichzeitiger Selbstgratulation nicht komplett
unter dem Radar einer Öffentlichkeit stattfände, die wahr und wahrhaftig
das Kotzen bekäme, wenn sie wüsste, dass der ganze Schmonzes von ihrem
Hart-und-Sauerverdienten bezahlt wird.
Mössjöh Junckers Rhetorik, und vermutlich auch er selbst, basiert
übrigens auf nichts anderem als der seinen Zwecken dienlichen
strategischen Verwechselung der Welt, wie sie ist, mit einer Welt, sie
sie seiner privaten Meinung nach sein sollte. Es ist von daher völlig
unvermeidlich, dass man den Eindruck gewinnt, man hätte es mit einem
klinisch Verrückten zu tun, wenn man ihm lange genug zuhört.
Dieser Wahnsinn hat selbstverständlich Methode, denn er ist genau
das, was ein „Europa“ braucht, dessen Probleme sich nur durch
„Mehreuropa“ lösen lassen. Und so schrie "Jean-Claude" denn
auch heute so laut nach „Mehreuropa“, als hätte Umberto Eco nie eine
„Anleitung zum Unglücklichsein“ verfasst. Arsch auf Eimer nennt man das.
Das Bild des Tages ist sicherlich dieses:
Der EU-Präsident presst Martin „Schickelschulz“ Schulz (SPD) seine
faltigen spitzen Lippen auf die Stirn und macht dabei ein Gesicht, als
würde er gerade ein Ei ausblasen. Oder versucht Juncker, einen Hohlraum
mit „geistigen“ Atem zu füllen? Hicks!
Dem deutschen Sozialdemokraten geht sicherlich etliches im Kopf
herum, während er vom Ancien Regime mental belüftet wird: Dass man die
Bourgeoisie in Anlehnung an ein Wort Lenins (diesem anderen
Exportschlager des Exportweltmeisters) zwischen den Mühlsteinen von
Inflation und Steuer zerreiben muss; oder waren es nicht viel eher die
Mühlsteine von nationalem und internationalem Sozialismus, die diesen
Job übernehmen?
Ich muss das bei Gelegenheit mal Frau Nahles fragen. Die macht
bestimmt nicht umsonst immer ein Gesicht, als hätte sie ein natürliches
Anrecht auf das Geld anderer Leute.
Anderen Orts wurde HM The Queen heute zum am längsten
funktionierenden Staatsoberhaupt der britischen Geschichte, in Las Vegas
evakuierte British Airways eine auf der Rollbahn in Flammen
aufgegangene Boeing 777 so perfekt, dass sich nicht mal jemand einen
Fingernagel abbrach (ich wüsste ein paar Billigflieger, mit denen ich
das nicht ausprobieren möchte).
Und der Premierminister Benjamin Netanyahu traf zu Gesprächen mit HM Government in London ein, die vom üblichen linken Rent-a-Mob zum Anlass einer Kundgebung für den internationalen Terrorismus vor dem Amtssitz Mr Camerons gemacht wurden.
Neu und bemerkenswert an der Rot-Grünen-Koalition aus Socialist
Wankers, sorry: Socialist Workers Party, Gewerkschaften, Stop the War
Coalition, Labour MPs sowie Hamas und Hisbollah ist nicht etwa, dass sie
den Abendnachrichten der BBC oder der Printausgabe des Guardian keine
Rede wert war.
Sondern redselig ist allein das Faktum, dass Jeremy Corbyn, diese
Kreuzung aus einem Betriebsrat und einem IKEA-Regal und von daher der
naheliegende Favorit für den Vorsitz der britischen Sozialdemokratie, Ehrenvorsitzender eben jener Palestine Solidarity Campaign ist, die zum heutigen großen „Kill all ZIONIST Jews“-Spektakel vor Number 10 Downing Street aufgerufen hat.
Selbstverständlich hat Mr Corbyn sich seinen anti-antisemitischen
Persil-Schein bereits mehrfach selbst ausgestellt: nicht nur sauber,
sondern rein... (Oder war das der Werbespruch von Ariel?)
Und ebenso selbstverständlich ist, dass der unaufhaltsame Aufstieg
des Jeremy C durchaus damit enden könnte, dass „Jez“ der nächste
Premierminister des Vereinigten Königreiches wird. Immerhin
repräsentiert er nicht nur in puncto „Israel-Kritik“ den Prototypen
jener internationalen Sozialdemokratie, die bei Hamas und Hizbollah
ebenso wohl gelitten ist, wie bei Gerry Adams IRA.
Aus Raqqah erreichte uns trotz mehrfacher Anfragen in der Sache
Corbyn keine Stellungnahme vom Islamischen Staat. Und das, wo doch „Jez“
bereits gestern klar gestellt hat, dass er es für einen tragischen
Irrtum hält, Terroristen zu neutralisieren. Honi soit qui mal y pense!
haolam.de
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