Aus dem Alltag der Flüchtlingskrise: In der Kleinstadt, in der ich lebe,
geschah während eines Stadtfestes Folgendes: Gegen Abend kam eine
Gruppe Flüchtlinge mit kleinen Kindern zum Karussell. Die Betreiberin
bot an, dass alle Flüchtlingskinder kostenlos fahren könnten. Allerdings
ist es im Falle von kleinen Kindern nötig, dass ein Erwachsener auf dem
Karussell neben dem “Reittier” seines Kindes steht, um ein eventuelles
Herunterfallen verhindern zu können (diese Regel gilt selbstverständlich
allgemein und nicht nur bei Flüchtlingen).
Offenbar war es jedoch nicht möglich, dies den Flüchtlingseltern
verständlich zu machen. Die Betreiberin des Karussells versuchte es in
drei verschiedenen Sprachen und mit ausufernnder Gestik. Sie stellte
sich selbst neben eines der Karussellpferde, um dort vorzumachen, wie
man während der Fahrt ein Kind festhalten sollte. Vergeblich.
Es kam, wie es kommen musste: Ein kleines Kind fiel schließlich vom
Karussell und verletzte sich leicht. Aus verständlichen Gründen
entschied sich die Betreiberin dazu, die Sache an dieser Stelle zu
beenden. Weitere Fahrten sollten an diesem Tag nicht mehr möglich sein,
Eltern und Kinder wurden gebeten zu gehen. Da wurde sie von einem der
Flüchtlinge mit dem Wort “Nazihure” bedacht.
Die Sprachkenntnisse der Flüchtlinge hatten leider nicht ausgereicht, um
Sicherheitshinweise verstehen zu können. Die Sprachkenntnisse reichten
allerdings für “Nazihure”. Das Wesentliche lernt man vermutlich immer
gleich am Anfang. Wer hat ihnen das wohl beigebracht? Und dabei
versäumt, weitaus wichtigere Vokabeln beizubringen?
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