Sunday, April 10, 2016

Idomeni: Neues Flugblatt ruft zu Grenzsturm auf

Idomeni: Neues Flugblatt ruft zu Grenzsturm auf (Bild: APA/AFP/SAKIS MITROLIDIS)
Ein neues Flugblatt hat die Sicherheitskräfte in der nordgriechischen Grenzstadt Idomeni wieder in Alarmbereitschaft versetzt. Die mehr als 11.000 im dortigen improvisierten Flüchtlingslager werden darauf in arabischer Sprache aufgefordert, sich Sonntag zu versammeln, um über die Grenze nach Mazedonien zu marschieren. Tatsächlich sammeln sich seit Stunden Hunderte Flüchtlinge an der griechisch- mazedonischen Grenze. Die Stimmung ist aufgeheizt, mazedonische Soldaten haben bereits Tränengasgranaten abgefeuert.Laut Informationen von Journalisten vor Ort, die auf Twitter über die Entwicklungen berichten, verhandeln derzeit einige Vertreter der Flüchtlinge mit den mazedonischen Behörden über eine Grenzöffnung.Wer die neuen Flugblätter verteilt und an Strommasten aufgehängt habe, ist bisher nicht bekannt. Bereits Mitte März hatte ein ähnliches Flugblatt für einen Sturm auf den Grenzzaun gesorgt. Rund 2000 Flüchtlinge waren damals der Aufforderung gefolgt, einen reißenden Fluss zu überqueren. Drei Menschen waren dabei ertrunken. Wer es nach Mazedonien schaffte, wurde von den dortigen Sicherheitskräften umgehend zurückgeschickt.Griechische Medien vermuten, dass erneut politische Aktivisten hinter der Aktionen stecken. Das Verhalten mancher freiwilliger Helfer wurde zuletzt von mehreren Politikern heftig kritisiert, sie würden die Menschen unnötig in Gefahr bringen. Laut aktuellen Zahlen der EU- Grenzschutzagentur Frontex sind seit dem Inkrafttreten des EU- Türkei- Abkommens vor drei Wochen deutlich weniger Flüchtlinge aus der Türkei nach Griechenland gelangt. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet, seien es 80 Prozent weniger Neuankömmlinge. Von Anfang des Jahres bis zum EU- Gipfel am 18. März, bei dem der Pakt zur Rücknahme und Umsiedlung von Flüchtlingen aus der Türkei vereinbart wurde, kamen im Durchschnitt täglich 1676 Flüchtlinge nach Griechenland. Seitdem das Abkommen gilt, also seit dem 20. März, seien es dann nur noch 337 Menschen am Tag gewesen. Griechenland hatte im Rahmen des Flüchtlingspaktes mit Ankara am vergangenen Montag die ersten Flüchtlinge in die Türkei abgeschoben . Am selben Tag waren die ersten Syrer aus türkischen Flüchtlingslagern in Deutschland und einigen an deren EU- Ländern aufgenommen worden, wie es der Pakt vorsieht.
 krone.at

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