Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem
Als Bundeskanzler Hellmut Kohl zu seinem ersten offiziellen Besuch in Israel antrat, brachte er den Spruch "Gnade der späten Geburt" mit. Dummerweise hat am Abend vor Kohls Ankunft ein flinker Journalist in Filmarchiven eine Szene entdeckt, die Kohl der Lüge strafte: Kanzler Kohl, auf einem Schützenpanzer im Gespräch mit einem Soldaten erzählt, unter Hitler als Flakhelfer gedient zu haben.
Jetzt hat sich ein anderer deutscher "Flakhelfer" zu seiner Vergangenheit bekannt: Günther Grass. Die Reaktionen sind gespalten und reichen von Enttäuschung bis Anerkennung, im Sinne von "Lieber spät als nie".
Frank Schirrmacher von der FAZ beschrieb den freiwillig zur Waffen-SS gemeldeten 17-Jährigen: "Das ist keine Frage von Schuld und Verbrechen. Grass war ein halbes Kind." Grass, am 16. Oktober 1927 in Danzig geboren, hatte bei Kriegsende sein 18. Lebensjahr noch nicht erreicht. Er hat wohl ein halbes Jahr bei der 10. SS-Panzerdivision "Frundsberg" gedient. In den letzten Kriegsmonaten wurde sie von Holland (Arnheim) in den Osten verlegt und aufgerieben. Die Überlebenden wurden von den Amerikanern an der Elbe in Gefangenschaft genommen. Ein Panzerschütze bei blutigen Kämpfen ist im Alter von 17 kein "halbes Kind" mehr.
Zur Entlastung von Grass sagt der Historiker Dani Uziel von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vaschem in Jerusalem: "Die 10. SS-Panzerdivion kämpfte in Arnheim, wo britische Gefangene das anständige Verhalten ihrer Soldaten hervorhoben. Auch beim ihrem Einsatz im Osten wurde nichts über Kriegsverbrechen bekannt." Bis zum Nürnberger Prozeß hielt Grass den Holocaust für eine Erfindung der Alliierten. Das verlangt eine Neubewertung seines Verhältnisses zu Juden und Israel.
Grass bezeichnet sich als Freund Israels. Besucht hat er das Land nur zweimal. 1967, bei einer Lesung in Tel Aviv empört er sich, dass der "Antisemitismus der Eltern ... den Kindern zum gegenstandslosen Philosemitismus" geriet. Auschwitz relativierend, sagte der deutsche Schriftsteller: "Kaum eine europäische Nation hat es gegeben, die sich nicht zeitweilig das Verbrechen zum politischen Verbündeten gewählt hatte." 1971 kam er im Rahmen einer historisch zu früh angesetzten "Deutschen Kulturwoche" nach Jerusalem. Bei einem Vortrag wurde Grass mit Tomaten beschmissen. Der "Freund Israels" schwor, niemals mehr den Judenstaat zu besuchen. Er hielt sich daran, bis heute.
Leo Ginster veröffentlichte im Juli 2004 eine Analyse des Verhältnisses von Grass zu Auschwitz, Juden und Israel. Er beschreibt eine öffentliche Auseinandersetzung zwischen dem israelischen Schriftsteller und Friedensaktivisten Yoram Kaniuk mit Grass während des Golfkriegs von 1991. Israel war damals von irakischen Scud-Raketen bedroht, die mit Giftgas aus Deutschland gefüllt sein könnten.
Ginster schreibt: "Grass reagiert hochgereizt auf die Frage, wo er war, als jüdische Demonstranten vor den Toren deutscher Chemiekonzerne standen. Er spricht fortan an Kaniuk vorbei zum Publikum, erwähnt immer wieder die Palästinenser und stellt die Parole "Blut für Öl" in den Raum. Kaniuk erinnert sich: "...nach etwa zwanzig Minuten also kam der Junge zum Vorschein, der einst der Hitlerjugend angehört, jener junge Mann, der tieffliegende amerikanische Flugzeuge beschossen hatte; die Blechtrommel verwandelte sich in jemand anderen, in eine Stahltrommel vielleicht ... Zum Schluss fiel alles ab und wurde vom Winde verweht, wir blieben dort nackt, ich war mein Großvater, er sein Großvater, der Deutsche gegen den Juden."
"Wie antisemitisch ist Günter Grass?" fragt Ginster. 1971 schrieb Grass gemäß dem antisemitischen Prinzip, dass die Juden an ihrem Unglück selber schuld seien: "So hat Israel durch die schleichende Annexion der besetzten Gebiete den arabischen Staaten einen Vorwand für deren Angriff geliefert." Präsident Ahmadinidschad will seit vergangenem Herbst Israel von der Landkarte löschen. Der Israelfreund Günter Grass kam jedoch dem iranischen Präsidenten bei Spiegel-Online schon im Oktober 2001 zuvor: "Israel muss aber nicht nur die besetzten Gebiete räumen. Auch die Besitznahme palästinensischen Bodens und seine israelische Besiedelung ist eine kriminelle Handlung. Das muss nicht nur aufhören, sondern rückgängig gemacht werden." Im gleichen Interview schwang der kritikfreudige Grass auch eine andere Keule: "Es ist für mich auch ein Freundschaftsbeweis Israel gegenüber, dass ich es mir erlaube, das Land zu kritisieren - weil ich ihm helfen will ... Solche Kritik aber zu kritisieren - damit muss man aufhören..." Es fehlte nicht einmal das klassische antisemitische Klischee mit Hinweis auf die alttestamentarische Rachsucht der Juden: "Aber dieses Auge um Auge, Zahn um Zahn der gegenwärtigen Politik schaukelt allen Zorn nur noch weiter hoch."
Yoram Kaniuk bemerkte nur zufällig die wahre "politische Stoßrichtung" des Grass-Buches über die gesunkene Wilhlem Gustlof, jenes Buch, mit dem die Deutschen vom "Täter" zum "Opfer" gewandelt wurden. "Grass behauptet, dass ein gewisser David Frankfurter einst den Nazi Wilhelm Gustloff tötete, der dann zum Symbol und Märtyrer der Deutschen wurde und nach dem das Schiff benannt wurde." Gemäß Grass sei der Jude Frankfurter nach dem Krieg nach Israel geflüchtet und dort im Verteidigungsministerium angestellt worden. Kaniuk schreibt: "Der Plot gemäß Grass lautet also: erst einen Nazi töten, dann flüchten, dann Araber töten. Das ist Grass. Jetzt habe ich selbst noch mal nachgeforscht: Frankfurter ging nach Israel und arbeitete für die "Jewish Agency" und half jüdischen Flüchtlingen." Kaniuk bezichtigt Grass, "die Geschichte absichtsvoll umgelogen" zu haben. "Da begriff ich, was für ein mieser Lügner dieser Grass ist."
© Ulrich W. Sahm / haGalil.com
Der heimliche Orientalismus Deutschlands,durchleuchtet von Fred Alan Medforth
Monday, August 14, 2006
Sunday, August 13, 2006
Auf Klassenfahrt

"Können Sie mir den Unterschied erklären ? Ich kanns nicht!" Ich wills mal unserer kleinen Austauschschülerin von der Gesamtschule in Gelsenkirchen Ückendorf erklären: Der Herr (rechts) mit dem lustigen Bärtchen,hat das schon mal gemacht,was unsere kleine Aische gerne noch tun möchte.

Walburga,unsere engagierte Mathelehrerin von der Gesamtschule in Gelsenkirchen Ückendorf, auf Klassenfahrt in Washington,DC mit einer Gleichung .
Hakenkreuz kleiner Judenstern.Was will Sie uns damit sagen? Nazis sind weniger wert als Juden? Oder.Nazis sind in der Regel kleiner als Israelis ? Wie auch immer.Demnächst wird G.GraSS ein Referat an der Gesamtschule halten.Und der wirds wissen.Denn der hat den Nobelpreis.
(Fotos:LGF)Demo vor dem White House in Washington am 12.August
Saturday, August 12, 2006
Termin:Kritische Theorie und Zionismus

Vortrag und Diskussion mit Stephan Grigat ("Cafe Critique" - Wien)
Während die Studenten Ende der sechziger Jahre in den Nachfolgestaaten des Nationalsozialismus nach einem kurzen Erschrecken über ihre Eltern meinten, es sei eine prima Idee, dem "Volke zu dienen" und sich von den palästinensischen Fedayin ausbilden zu lassen, ahnten die Vertreter der Kritischen Theorie schon früh, wohin dieser deutsche Aufbruch führen würde und setzten dagegen die Solidarität mit den prospektiven Opfern. Diese Solidarität führte zwar nicht dazu, die Bedeutung des Zionismus in vollem Ausmaß zu erfassen (vgl. Scheit 2004: 322), aber sie implizierte ganz selbstverständlich die Solidarität mit Israel als Zufluchtstätte für alle vom Antisemitismus Bedrohten.
Der Referent ist freier Autor, Buchautor des Ca Ira Verlags, Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien, Forschungsstipendiat in Tel Aviv Veranstalter: antifa3D mit Unterstützung des Bildungswerks der Humanistischen Union Essen
Mi. 20.9.2006, 20.00 Uhr, Kulturzentrale HundertMeister Duisburg, Dellplatz 16a, Eintritt frei
Friday, August 11, 2006
Für Israel in...
18. 8. 2006
Bielefeld, 16:00
Solidarität mit Israel - Gegen Antisemitismus in der deutschen Presse
Neue Westfälische (Niedernstr. 21)
25. 8. 2006
Detmold, 17:00
Solidarität mit Israel
Marktplatz
Bielefeld, 16:00
Solidarität mit Israel - Gegen Antisemitismus in der deutschen Presse
Neue Westfälische (Niedernstr. 21)
25. 8. 2006
Detmold, 17:00
Solidarität mit Israel
Marktplatz
Allahs williger Vollstrecker GraSS:"Ich war Mitglied der Waffen-SS"
Na ,wer hätte das gedacht? Der antiserbische und antiamerikanische Hetzer,der Lübecker Kirchen in Moscheen umwandeln will, war SS-Mann.
Jedenfalls ist sich GraSS bis heute treu geblieben.Und seiner SPD.
Günter Grass macht Geständnis über seine Jugend
Frankfurt/Main - Günter Grass war im Zweiten Weltkrieg Mitglied der Waffen-SS. Das bekannte der Literaturnobelpreisträger völlig überraschend in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Bisher hatte es in den Biografien des Autors der "Blechtrommel" lediglich geheißen, er sei 1944 als Flakhelfer eingezogen worden und habe dann als Soldat gedient.Laut "FAZ" berichtet Grass in seinem im September erscheinenden Erinnerungsbuch "Beim Häuten der Zwiebel" ausführlich, er habe sich mit 15 Jahren freiwillig zur U-Boot-Truppe gemeldet, die aber niemanden mehr genommen habe. So sei er als 17-Jähriger aus dem Reichsarbeitsdienst nach Dresden zur Waffen-SS einberufen worden und habe der zehnten SS-Panzerdivision "Frundsberg" angehört. In dem Buch des Steidl-Verlags schildert der heute 78-Jährige seine Kindheit in Danzig, Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft sowie seine Anfänge als Künstler im Nachkriegsdeutschland."Das musste raus, endlich"In dem Interview sagte Grass zu seinen Erlebnissen im Krieg: "Das hat mich bedrückt. Mein Schweigen über all die Jahre zählt zu den Gründen, warum ich dieses Buch geschrieben habe. Das musste raus, endlich." Zu seiner Rekrutierung nach seiner Abweisung bei den U-Booten sagte der Schriftsteller, die Waffen-SS habe in diesen letzten Monaten 1944/45 "genommen, was sie kriegen konnte". Das habe für Rekruten, aber auch für Ältere gegolten, die von der Luftwaffe gekommen seien: "Hermann-Göring-Spende" habe man das damals genannt.Weiter sagte Grass: "Und für mich, da bin ich meiner Erinnerung sicher, war die Waffen-SS zunächst einmal nichts Abschreckendes, sondern eine Eliteeinheit, die immer dort eingesetzt wurde, wo es brenzlig war, und die, wie sich herumsprach, auch die meisten Verluste hatte." Auf die Einlassung der Zeitung, dass er über seine Zugehörigkeit zur Waffen-SS nicht hätte schreiben brauchen und ihn niemand dazu hätte zwingen können, sagte Grass: "Es war mein eigener Zwang, der mich dazu gebracht hat."Erst später kamen die SchuldgefühleDer 78-Jährige erklärte, mit 17 habe er wegen seiner Zugehörigkeit zur Waffen-SS keine Schuldgefühle gehabt. Später aber habe ihn das Schuldgefühl als Schande belastet: "Es war für mich immer mit der Frage verbunden: Hättest du zu dem Zeitpunkt erkennen können, was da mit dir vor sich geht?"Allerdings sei es nicht leicht gewesen, damals einem jungen Menschen klarzumachen, wie gefährlich die Nazis waren. "Man vergisst ja leicht, wie geschickt und modern die Hitler-Jugend und das Jungvolk als Vorstufe aufgezogen waren. Hitlers Satz 'Jugend muss von Jugend geführt werden' war ungeheuer wirkungsvoll", sagte Grass und fügte hinzu: "Mein Fähnleinführer war ein prima Kerl, und wir kamen uns viel besser vor als diese Parteiburschen. So fühlten und dachten damals viele." (go/AP)
Jedenfalls ist sich GraSS bis heute treu geblieben.Und seiner SPD.
Günter Grass macht Geständnis über seine Jugend
Frankfurt/Main - Günter Grass war im Zweiten Weltkrieg Mitglied der Waffen-SS. Das bekannte der Literaturnobelpreisträger völlig überraschend in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Bisher hatte es in den Biografien des Autors der "Blechtrommel" lediglich geheißen, er sei 1944 als Flakhelfer eingezogen worden und habe dann als Soldat gedient.Laut "FAZ" berichtet Grass in seinem im September erscheinenden Erinnerungsbuch "Beim Häuten der Zwiebel" ausführlich, er habe sich mit 15 Jahren freiwillig zur U-Boot-Truppe gemeldet, die aber niemanden mehr genommen habe. So sei er als 17-Jähriger aus dem Reichsarbeitsdienst nach Dresden zur Waffen-SS einberufen worden und habe der zehnten SS-Panzerdivision "Frundsberg" angehört. In dem Buch des Steidl-Verlags schildert der heute 78-Jährige seine Kindheit in Danzig, Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft sowie seine Anfänge als Künstler im Nachkriegsdeutschland."Das musste raus, endlich"In dem Interview sagte Grass zu seinen Erlebnissen im Krieg: "Das hat mich bedrückt. Mein Schweigen über all die Jahre zählt zu den Gründen, warum ich dieses Buch geschrieben habe. Das musste raus, endlich." Zu seiner Rekrutierung nach seiner Abweisung bei den U-Booten sagte der Schriftsteller, die Waffen-SS habe in diesen letzten Monaten 1944/45 "genommen, was sie kriegen konnte". Das habe für Rekruten, aber auch für Ältere gegolten, die von der Luftwaffe gekommen seien: "Hermann-Göring-Spende" habe man das damals genannt.Weiter sagte Grass: "Und für mich, da bin ich meiner Erinnerung sicher, war die Waffen-SS zunächst einmal nichts Abschreckendes, sondern eine Eliteeinheit, die immer dort eingesetzt wurde, wo es brenzlig war, und die, wie sich herumsprach, auch die meisten Verluste hatte." Auf die Einlassung der Zeitung, dass er über seine Zugehörigkeit zur Waffen-SS nicht hätte schreiben brauchen und ihn niemand dazu hätte zwingen können, sagte Grass: "Es war mein eigener Zwang, der mich dazu gebracht hat."Erst später kamen die SchuldgefühleDer 78-Jährige erklärte, mit 17 habe er wegen seiner Zugehörigkeit zur Waffen-SS keine Schuldgefühle gehabt. Später aber habe ihn das Schuldgefühl als Schande belastet: "Es war für mich immer mit der Frage verbunden: Hättest du zu dem Zeitpunkt erkennen können, was da mit dir vor sich geht?"Allerdings sei es nicht leicht gewesen, damals einem jungen Menschen klarzumachen, wie gefährlich die Nazis waren. "Man vergisst ja leicht, wie geschickt und modern die Hitler-Jugend und das Jungvolk als Vorstufe aufgezogen waren. Hitlers Satz 'Jugend muss von Jugend geführt werden' war ungeheuer wirkungsvoll", sagte Grass und fügte hinzu: "Mein Fähnleinführer war ein prima Kerl, und wir kamen uns viel besser vor als diese Parteiburschen. So fühlten und dachten damals viele." (go/AP)
Thursday, August 10, 2006
Für Israel in...
12. 8. 2006
Linz, 17:30 Hizbullah und der Iran - Islamisten rüsten zum Krieg gegen die Juden.Referat und Diskussion von Friends of Israel - Linz
Alte Welt - Keller
Hauptplatz 4
Kontakt: friendsofisrael@gmx.at
12. 8. 2006
Marburg, 15:00 Solidarität mit Israel - Gegen den antisemitischen Terror!Kundgebung für die Zerschlagung der Hisbollah
Augustinertreppe
[aae] marburg
12. 8. 2006
Bielefeld, 11:00 Solidarität mit IsraelDemonstration am Jahnplatz
Linz, 17:30 Hizbullah und der Iran - Islamisten rüsten zum Krieg gegen die Juden.Referat und Diskussion von Friends of Israel - Linz
Alte Welt - Keller
Hauptplatz 4
Kontakt: friendsofisrael@gmx.at
12. 8. 2006
Marburg, 15:00 Solidarität mit Israel - Gegen den antisemitischen Terror!Kundgebung für die Zerschlagung der Hisbollah
Augustinertreppe
[aae] marburg
12. 8. 2006
Bielefeld, 11:00 Solidarität mit IsraelDemonstration am Jahnplatz
Flugblatt gegen Antizionismus und Mitmachertum
Solidarität mit Israel –Gegen antizionistische Referate und begriffsloses Mitmachen!
“Die Juden sind heute die Gruppe, die praktisch wie theoretisch den Vernichtungswillen auf sich zieht, den die falsche gesellschaftliche Ordnung aus sich heraus produziert. Sie werden vom absolut Bösen als das absolut Böse gebrandmarkt.“
1Das Frankfurter Bündnis gegen den Krieg lädt für den 4. August `06 zu einer Diskussion mit Felicia Langer ein, deren Titel bereits – anstatt neutral ein Thema anzukündigen oder eine Frage aufzuwerfen – reißerisch fordert: „Schluss mit dem Krieg im Nahen Osten! Für eine atomwaffenfreie Zone in der gesamten Region unter Einschluss Israels!“ Was ist nun von einer solchen Veranstaltung mit der als israelische Rechtsanwältin und Bürgerrechtlerin vorgestellten Referentin zu erwarten?Zäher Kampf gegen die „mächtige jüdisch-zionistische Lobby“Felicia Langer vertritt die komplette Palette der in friedensbewegten Kreisen üblichen Positionen – von der angeblichen Kompromissbereitschaft der de facto vernichtungswütigen Hamas über die Rationalisierung des suicide bombings zum „Hilfeschrei“
2 in verzweifelter Lage und dem Ruf nach dem völkischen „Selbstbestimmungsrecht“ der Palästinenser_innen bis zur Delegation der alleinigen Schuld an die Adresse Israels. Sie unterscheidet sich in ihrem moralistischen Furor, der statt auf Analyse auf die seit Jahrzehnten immer wieder ventilierten Bilder und Schlagwörter setzt, in Nichts vom antizionistischen Mainstream – so gesehen, hätte das Bündnis gegen den Krieg auch Jamal Karsli, Norbert Blüm oder Hans-Christian Ströbele als Referenten bestellen können. Offenbar ging es dem Bündnis gegen den Krieg weniger um die inhaltliche Qualifikation der Rednerin, sondern mehr um das Attribut ‚israelisch’, dass es erlaubt, sich einerseits auf eine ‚gute Jüdin’ zu beziehen und andererseits endlich einmal das verkünden zu lassen, was man sich sonst aufgrund der „Antisemitismuskeule“ (Langer) nur hinter vorgehaltener Hand zu sagen traut. Nicht die Erfahrung Langers als Jüdin in einer Welt voll von mörderischem Antisemitismus tangiert die deutschen Pazifist_innen, nein, lediglich die Anklage gegen ihre ‚eigene’ Gemeinschaft ist das Objekt ihres libidinösen Interesses. Und so wird Langer ihnen den Gefallen tun, die Forderung nach Erhöhung des „internationalen Drucks“ auf Israel zu kombinieren mit der blanken Lüge, Israel werde nicht ausreichend von der internationalen Staatengemeinschaft kritisiert. Dabei liegt der Israel-Palästina-Konflikt unter den 50 blutigsten Konflikten weltweit auf Rang 46 – weit hinter den Millionen Toten im Sudan, Äthiopien oder Nigeria – in der Berichterstattung aber auf Rang 1. Dem gemäß verhält sich auch die Menschenrechtskommission der UN, die zwar seit ihrer Gründung kein Wort über die Menschenrechtslage im Iran oder China verlor, jedoch ein Viertel all ihrer Resolutionen gegen Israel richtete. Solche Fakten bringen aber Langers einfaches Weltbild nicht ins Wanken. Stattdessen wird sie wieder die „jüdisch-zionistische Lobby“ als Schuldige für die angeblichen Sprechverbote ausfindig machen, jene „Lobby“, die mit „Hetzkampagnen“ für den Tod Möllemanns gesorgt habe – eine Verschwörungstheorie, wie sie auch von der NPD goutiert wird.Langers intellektueller Amoklauf gipfelt in dem Ruf nach der deutschen Ordnungsmacht, die gegen die halluzinierte moralische „Erpressung“ durch die Jüd_innen durchgreifen solle: „In der Tat sind die Deutschen, gerade wegen ihrer Vergangenheit, dazu verpflichtet, sich überall einzumischen, wo Menschenrechte verletzt werden. Sie haben schon einmal geschwiegen [...] Wir, die Israelis, die Juden, können keinerlei Recht beanspruchen, als Opfer von gestern Täter von heute zu sein. [...] Wir haben auch kein Recht, die Schuldgefühle der Deutschen zu funktionalisieren, so wie Israel das tut“. Langer serviert den Friedensbewegten somit ein Gebräu aus staatsoffiziellem Antifaschismus im Stil der Berliner Republik – die geläuterten Deutschen als Weltmeister der humanitären Intervention – und Stammtischparolen von unheimlich mächtigen und anmaßenden Jüd_innen, die das schlechte Gewissen der Deutschen schamlos für ihre Verbrechen ausnutzten. Die Deutschen rücken also in der Propaganda Langers an den archimedischen Punkt des gegenwärtigen Konfliktes: Einerseits sind sie dank aufgearbeiteter Vergangenheit prädestiniert für einen Menschenrechtsimperialismus, andererseits müssen sie sich gegen die angebliche zionistische Keule wehren, um so die Palästinenser_innen als die ‚Opfer der Opfer’ zu befreien. Die anti-israelische Aktion wird solchermaßen zum bundesdeutschen Staatsauftrag – eine Mission, der sich das Bündnis gegen den Krieg unbemerkt der, oder gerade wegen der nationalistischen wie antisemitischen Implikationen begeistert widmet, wie im Folgenden zu zeigen sein wird.Das Frankfurter Bündnis gegen den Krieg: Friedlich deutsch ...Ähnlich wie Langer bedient sich das Bündnis gegen den Krieg in seiner Veranstaltungsankündigung einer begriffslosen Simplifizierung, die Widersprüche verschweigt oder ideell plättet, um ein möglichst klares Feindbild präsentieren zu können. Mit einem Wort: Das Bündnis betreibt Propaganda. Schon rein formal bedient man sich dabei solcher Topoi wie dem ‚Lösen der XY-Frage’
3, die jede historisch geschulte Leser_in aufhorchen lassen. Doch Lösen geht vor Fragen, die Propaganda drängt zur Tat und darum bleibt keine Zeit zum Zweifeln, Widersprechen, Nachdenken mehr. Die konkreten Bilder des Krieges schieben sich, besser: werden geschoben, geschoben vor die Abstraktion der Reflektion einer hochkomplexen Auseinandersetzung. In diesem bipolaren Denken erscheint allein Israel als Aggressor, der in die friedliebende, über Jahrhunderte gleichsam organisch gewachsene arabische Welt eingedrungen ist und dort nun als Fremdkörper immer neuen Unfrieden produziert. Die Zurichtung der Jüd_innen als der einstigen Opfer der Deutschen zu DEN Täter_innen von heute schlechthin ermöglicht den Friedensbewegten die Entlastung vom moralischen Stigma der Täternation, als linke Variante nationaler Normalisierung ist sie somit unausweichlich an den sekundären Antisemitismus gekoppelt.Zugleich ist die wahnhafte Fixierung auf die vermeintliche und exklusive Täterschaft Israel, dessen Staatsgebiet ungefähr der Größe Hessens entspricht, schon von der Struktur mit der alten deutschen Weisheit ‚Der Jud ist schuld’ identisch und darum auch immer durchsetzt von primär antisemitischen Stereotypen. So wünscht man sich in der Veranstaltungsankündigung einen israelischen Staat, „der sich nicht ständig das Recht herausnimmt, sich über fast schon beliebige internationale Resolutionen, Beschlüsse, Regeln, Gesetze hinwegzusetzen“ – der ‚freche Jude’ bzw. die ‚Arroganz’ des ‚auserwählten Volkes’, das sich an keine Konventionen gebunden fühlt und stets das Besondere für sich reklamiert
4, lässt grüßen. Zugleich wird hier erneut deutlich, wie wenig dem Bündnis an einer wirklichen, mit bestimmten Kategorien arbeitenden Kritik gelegen ist. Anstatt entweder UN-Resolutionen als unhinterfragbare humanitäre Kategorie per se zu installieren – dann müsste eben auch im Falle des Libanon auf dessen von der UN angemahnte Verpflichtung zur Entwaffnung der Hisbollah gedrungen werden – oder zu fragen, warum Staaten generell UN-Resolutionen missachten – weil sie nun mal keine Sachwalter des Guten und Schönen sind – wird dieses Verhalten nur Israel angekreidet, dem jüdischen Staat als durchgehendes Attribut und moralischer Makel angehaftet. Damit verstellt der Verweis auf Israel die Sicht auf den Charakter von Staatlichkeit schlechthin, die im Kapitalismus eben nicht der Verbesserung der humanitären Situation dienlich, sondern allein dem Zweck unterworfen ist, die geeigneten Rahmenbedingungen für die optimale Akkumulation des jeweils nationalen Kapitals zu setzen. In ähnlicher Manier wird Israel ein „schmutziger Krieg“ angelastet – implizit also das Phantasma eines sauberen, gerechten Krieges begründet – oder das „Selbstbestimmungsrecht“ der Palästinenser_innen angemahnt, ohne zu sehen, dass genau dieser völkische Nationalismus, der „Selbstbestimmung“ nur im Zwang des Kollektivs zu erkennen vermag, immer und immer wieder von sich aus zum Krieg treibt. Der Antizionismus zieht somit das gesamte Aggressionspotential der falschen Gesellschaft auf einen Punkt zusammen – die Israelis bzw. Jüd_innen als Alleinschuldige, als Stören(de des)friede(ns) - und verunmöglicht zugleich die Einsicht in diesen destruktiven Zug, indem er sich als moralisch den ‚verbrecherischen Israelis’ überlegen und als von dunklen Lobby-Kräften unschuldig verfolgt wähnt.... und auf dem linken Auge blindWie wenig das Bündnis gegen den Krieg an einer tatsächlichen Beendigung des Kriegszustandes im Libanon und den palästinensischen Gebieten interessiert ist, zeigt im Weiteren seine Bemerkung, zur „Existenz von Hisbollah und Hamas“ könne man „sicherlich sehr geteilter Meinung sein“. Kritik, deren Maßstab die Emanzipation von Herrschaft ist, die sich also nicht im Meinen, Palavern oder Strategisieren erschöpft, kann die Existenz rechtsradikaler Vereinigungen – seien es Nazi-Parteien oder islamistische Rackets – nicht zur Geschmackssache reduzieren. Mit dieser Position fällt das Bündnis nicht nur den Israelis, die angesichts des antisemitischen, vor allem die Zivilbevölkerung treffenden Raketen- und suicide-Terrors um ihr Leben fürchten (und kämpfen), in den Rücken. Nein, auch die Interessen der Millionen von Menschen im Gaza-Streifen oder dem Südlibanon, die unter der Herrschaft der islamistischen Banden leiden müssen und denen Disco-Besuche, (sexuelle) Selbstbestimmung und Möglichkeiten der Organisation gegen die Zumutungen des Kapitals wie etwa das Streikrecht
5 bei Strafe des Knüppels oder gar des Lebens genommen werden zugunsten eines autokratisch regierten Gottes(un)staates, werden somit verraten.Antizionismus als höchste Form des Einverstandenseins„Mitmachen wollte ich nie.“
6Israel, das sich durch seinen Doppelcharakter als gewöhnlicher, herrschaftsförmig organisierter Staat wie als Ort der politischen Emanzipation der Jüd_innen und Instrument ihrer bewaffneten Selbstverteidigung zugleich auszeichnet, wird hierzulande leider nicht allein von dem doch recht marginalen Bündnis gegen den Krieg angegriffen. Während sich derzeit auf der Straße eine unheimliche Koalition aus Islamist_innen, Linken sowie Rechtsradikalen formiert und 75% der Deutschen – sicher keine Pazifist_innen! – laut einer Umfrage das israelische Vorgehen für „überzogen“ halten, werden von den Polit-Eliten geostrategische Bündnisse auf Kosten Israels geschlossen. Während die Einen wie Wolfgang Gehrcke und Norman Paech von der Linkspartei bereits mit Abgesandten der Hisbollah kunkeln bzw. eine Konferenz mit Vertreter_innen der Hamas annoncieren7, die Anderen wie der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Israel aus der Ferne die Aushandlung eines „tragfähigen Friedens“ mit „den Konfliktpartnern, also Hamas und Hizbollah“ zu diktieren suchen, reden Dritte wie Außenminister Steinmeier und Verteidigungsminister Jung eifrig eine internationale Einsatztruppe im libanesischen Süden herbei, was den Medien Anlass genug bietet, fröhlich-gruselnd über den Zeitraum, bis Deutsche endlich wieder guten Gewissens Jüd_innen morden können, zu spekulieren.Der Antizionismus stellt durch sein Abspaltungstheorem – der böse jüdische Staat vs. die gute restliche Völkergemeinschaft – also nicht nur wie oben beschrieben eine sich rebellisch wähnende Versöhnung mit den Formen von Staat und Kapital bereit, darüber hinaus ermöglicht er der friedensbewegten Linken ganz konkret, sich wie die Fische im Wasser zu tummeln, im Strom des virulenten Ressentiments mitzuschwimmen. Auch wenn nur wenige außerhalb der ‚Szene’ eigens auf die Straße gehen: die Hetze gegen Israel versteht doch (fast) jede Deutsche. Der Antizionismus wird somit zum kulturellen Code und zur Bedingung der Möglichkeit des Dabeiseins. Mit gutem Gewissen kann so „die Linke“ eine Bewegung, welche die bürgerliche Mitte ebenso wie den rechten Rand einschließt, mit dem humanitär korrekten Vokabular versorgen. Anstatt solch eifrigen Mitmachens wäre Reflektion einzufordern auf die jeweiligen Besonderheiten der Kämpfe (und Kriege), eine Reflektion, die in Verbindung treten müsste mit einer Kritik der Allgemeinheit in Form von Staat, Volk und Kapital. Nur eine Bewegung, welche im Zeichen der Emanzipation des Besonderen wie des Allgemeinen eingedenk ist, könnte einst das derzeit so fern scheinende Ende jeglicher Kriege und jeder Gewalt herbeiführen.
Bündnis gegen Antisemitismus Rhein/Main[gegenantisemitismus@gmx.net]sinistra! radikale linke[sinistra@gmx.li // www.sinistra.tk]
1 Adorno/Horkheimer, Elemente des Antisemitismus, in: dieselben: Dialektik der Aufklärung.2 Alle Zitate im folgenden Abschnitt aus: Felicia Langer, Brandherd Nahost, Göttingen 2004.3 „Die Wurzel des Problems ist, dass die Schlüsselfrage des Nahostproblems nicht gelöst ist: Gerechtigkeit, Sicherheit, Frieden und Selbstbestimmung für Palästina.“4 Wie es auch immer wieder Michel Friedman vorgeworfen wird, der etwa von Möllemann „überheblicher, elitärer Arroganz" geziehen wurde.5 Vgl. Hatoum, Raida: Wider eine Politik der Verzweiflung. Polemik einer Linken aus dem Libanon, adressiert an die Linken des Westens, Fantomas Nr. 7/2005: „Seit Mitte der 1980er Jahre führt die Hisbollah den Kampf gegen die israelische Besatzung, doch artikuliert ihr Widerstand – dem des Irak nicht unähnlich - den „Antiimperialismus“ eines religiös aufgeladenen Nationalismus, nicht den der ArbeiterInnenklasse. Zwar erzwang sie 2000 den Rückzug der Israelis, doch haben Gewalt und Ausbeutung im „befreiten“ Südlibanon seither sogar zugenommen. Als es am 27.Mai des vergangenen Jahres endlich zu einem Generalstreik kam, in dem eine Erhöhung der Löhne, ein Stopp der Privatisierungen und der Einschnitte in die sozialen Dienste gefordert wurden, erschoss die reguläre Armee fünf Demonstranten, verurteilten Militärgerichte 150 AktivistInnen. Die Hisbollah mischte auf eigene Rechnung mit, machte Jagd auf streikende Arbeiter und lieferte ihre Opfer der Armee aus.“6 Leo Löwenthal, Mitmachen wollte ich nie. Ein autobiografisches Gespräch mit Helmut Dubiel.7 Vgl.
http://www.inforadio.de/static/dyn2sta_a...8_article.shtml und http://www.jungewelt.de/2006/07-18/043.php
“Die Juden sind heute die Gruppe, die praktisch wie theoretisch den Vernichtungswillen auf sich zieht, den die falsche gesellschaftliche Ordnung aus sich heraus produziert. Sie werden vom absolut Bösen als das absolut Böse gebrandmarkt.“
1Das Frankfurter Bündnis gegen den Krieg lädt für den 4. August `06 zu einer Diskussion mit Felicia Langer ein, deren Titel bereits – anstatt neutral ein Thema anzukündigen oder eine Frage aufzuwerfen – reißerisch fordert: „Schluss mit dem Krieg im Nahen Osten! Für eine atomwaffenfreie Zone in der gesamten Region unter Einschluss Israels!“ Was ist nun von einer solchen Veranstaltung mit der als israelische Rechtsanwältin und Bürgerrechtlerin vorgestellten Referentin zu erwarten?Zäher Kampf gegen die „mächtige jüdisch-zionistische Lobby“Felicia Langer vertritt die komplette Palette der in friedensbewegten Kreisen üblichen Positionen – von der angeblichen Kompromissbereitschaft der de facto vernichtungswütigen Hamas über die Rationalisierung des suicide bombings zum „Hilfeschrei“
2 in verzweifelter Lage und dem Ruf nach dem völkischen „Selbstbestimmungsrecht“ der Palästinenser_innen bis zur Delegation der alleinigen Schuld an die Adresse Israels. Sie unterscheidet sich in ihrem moralistischen Furor, der statt auf Analyse auf die seit Jahrzehnten immer wieder ventilierten Bilder und Schlagwörter setzt, in Nichts vom antizionistischen Mainstream – so gesehen, hätte das Bündnis gegen den Krieg auch Jamal Karsli, Norbert Blüm oder Hans-Christian Ströbele als Referenten bestellen können. Offenbar ging es dem Bündnis gegen den Krieg weniger um die inhaltliche Qualifikation der Rednerin, sondern mehr um das Attribut ‚israelisch’, dass es erlaubt, sich einerseits auf eine ‚gute Jüdin’ zu beziehen und andererseits endlich einmal das verkünden zu lassen, was man sich sonst aufgrund der „Antisemitismuskeule“ (Langer) nur hinter vorgehaltener Hand zu sagen traut. Nicht die Erfahrung Langers als Jüdin in einer Welt voll von mörderischem Antisemitismus tangiert die deutschen Pazifist_innen, nein, lediglich die Anklage gegen ihre ‚eigene’ Gemeinschaft ist das Objekt ihres libidinösen Interesses. Und so wird Langer ihnen den Gefallen tun, die Forderung nach Erhöhung des „internationalen Drucks“ auf Israel zu kombinieren mit der blanken Lüge, Israel werde nicht ausreichend von der internationalen Staatengemeinschaft kritisiert. Dabei liegt der Israel-Palästina-Konflikt unter den 50 blutigsten Konflikten weltweit auf Rang 46 – weit hinter den Millionen Toten im Sudan, Äthiopien oder Nigeria – in der Berichterstattung aber auf Rang 1. Dem gemäß verhält sich auch die Menschenrechtskommission der UN, die zwar seit ihrer Gründung kein Wort über die Menschenrechtslage im Iran oder China verlor, jedoch ein Viertel all ihrer Resolutionen gegen Israel richtete. Solche Fakten bringen aber Langers einfaches Weltbild nicht ins Wanken. Stattdessen wird sie wieder die „jüdisch-zionistische Lobby“ als Schuldige für die angeblichen Sprechverbote ausfindig machen, jene „Lobby“, die mit „Hetzkampagnen“ für den Tod Möllemanns gesorgt habe – eine Verschwörungstheorie, wie sie auch von der NPD goutiert wird.Langers intellektueller Amoklauf gipfelt in dem Ruf nach der deutschen Ordnungsmacht, die gegen die halluzinierte moralische „Erpressung“ durch die Jüd_innen durchgreifen solle: „In der Tat sind die Deutschen, gerade wegen ihrer Vergangenheit, dazu verpflichtet, sich überall einzumischen, wo Menschenrechte verletzt werden. Sie haben schon einmal geschwiegen [...] Wir, die Israelis, die Juden, können keinerlei Recht beanspruchen, als Opfer von gestern Täter von heute zu sein. [...] Wir haben auch kein Recht, die Schuldgefühle der Deutschen zu funktionalisieren, so wie Israel das tut“. Langer serviert den Friedensbewegten somit ein Gebräu aus staatsoffiziellem Antifaschismus im Stil der Berliner Republik – die geläuterten Deutschen als Weltmeister der humanitären Intervention – und Stammtischparolen von unheimlich mächtigen und anmaßenden Jüd_innen, die das schlechte Gewissen der Deutschen schamlos für ihre Verbrechen ausnutzten. Die Deutschen rücken also in der Propaganda Langers an den archimedischen Punkt des gegenwärtigen Konfliktes: Einerseits sind sie dank aufgearbeiteter Vergangenheit prädestiniert für einen Menschenrechtsimperialismus, andererseits müssen sie sich gegen die angebliche zionistische Keule wehren, um so die Palästinenser_innen als die ‚Opfer der Opfer’ zu befreien. Die anti-israelische Aktion wird solchermaßen zum bundesdeutschen Staatsauftrag – eine Mission, der sich das Bündnis gegen den Krieg unbemerkt der, oder gerade wegen der nationalistischen wie antisemitischen Implikationen begeistert widmet, wie im Folgenden zu zeigen sein wird.Das Frankfurter Bündnis gegen den Krieg: Friedlich deutsch ...Ähnlich wie Langer bedient sich das Bündnis gegen den Krieg in seiner Veranstaltungsankündigung einer begriffslosen Simplifizierung, die Widersprüche verschweigt oder ideell plättet, um ein möglichst klares Feindbild präsentieren zu können. Mit einem Wort: Das Bündnis betreibt Propaganda. Schon rein formal bedient man sich dabei solcher Topoi wie dem ‚Lösen der XY-Frage’
3, die jede historisch geschulte Leser_in aufhorchen lassen. Doch Lösen geht vor Fragen, die Propaganda drängt zur Tat und darum bleibt keine Zeit zum Zweifeln, Widersprechen, Nachdenken mehr. Die konkreten Bilder des Krieges schieben sich, besser: werden geschoben, geschoben vor die Abstraktion der Reflektion einer hochkomplexen Auseinandersetzung. In diesem bipolaren Denken erscheint allein Israel als Aggressor, der in die friedliebende, über Jahrhunderte gleichsam organisch gewachsene arabische Welt eingedrungen ist und dort nun als Fremdkörper immer neuen Unfrieden produziert. Die Zurichtung der Jüd_innen als der einstigen Opfer der Deutschen zu DEN Täter_innen von heute schlechthin ermöglicht den Friedensbewegten die Entlastung vom moralischen Stigma der Täternation, als linke Variante nationaler Normalisierung ist sie somit unausweichlich an den sekundären Antisemitismus gekoppelt.Zugleich ist die wahnhafte Fixierung auf die vermeintliche und exklusive Täterschaft Israel, dessen Staatsgebiet ungefähr der Größe Hessens entspricht, schon von der Struktur mit der alten deutschen Weisheit ‚Der Jud ist schuld’ identisch und darum auch immer durchsetzt von primär antisemitischen Stereotypen. So wünscht man sich in der Veranstaltungsankündigung einen israelischen Staat, „der sich nicht ständig das Recht herausnimmt, sich über fast schon beliebige internationale Resolutionen, Beschlüsse, Regeln, Gesetze hinwegzusetzen“ – der ‚freche Jude’ bzw. die ‚Arroganz’ des ‚auserwählten Volkes’, das sich an keine Konventionen gebunden fühlt und stets das Besondere für sich reklamiert
4, lässt grüßen. Zugleich wird hier erneut deutlich, wie wenig dem Bündnis an einer wirklichen, mit bestimmten Kategorien arbeitenden Kritik gelegen ist. Anstatt entweder UN-Resolutionen als unhinterfragbare humanitäre Kategorie per se zu installieren – dann müsste eben auch im Falle des Libanon auf dessen von der UN angemahnte Verpflichtung zur Entwaffnung der Hisbollah gedrungen werden – oder zu fragen, warum Staaten generell UN-Resolutionen missachten – weil sie nun mal keine Sachwalter des Guten und Schönen sind – wird dieses Verhalten nur Israel angekreidet, dem jüdischen Staat als durchgehendes Attribut und moralischer Makel angehaftet. Damit verstellt der Verweis auf Israel die Sicht auf den Charakter von Staatlichkeit schlechthin, die im Kapitalismus eben nicht der Verbesserung der humanitären Situation dienlich, sondern allein dem Zweck unterworfen ist, die geeigneten Rahmenbedingungen für die optimale Akkumulation des jeweils nationalen Kapitals zu setzen. In ähnlicher Manier wird Israel ein „schmutziger Krieg“ angelastet – implizit also das Phantasma eines sauberen, gerechten Krieges begründet – oder das „Selbstbestimmungsrecht“ der Palästinenser_innen angemahnt, ohne zu sehen, dass genau dieser völkische Nationalismus, der „Selbstbestimmung“ nur im Zwang des Kollektivs zu erkennen vermag, immer und immer wieder von sich aus zum Krieg treibt. Der Antizionismus zieht somit das gesamte Aggressionspotential der falschen Gesellschaft auf einen Punkt zusammen – die Israelis bzw. Jüd_innen als Alleinschuldige, als Stören(de des)friede(ns) - und verunmöglicht zugleich die Einsicht in diesen destruktiven Zug, indem er sich als moralisch den ‚verbrecherischen Israelis’ überlegen und als von dunklen Lobby-Kräften unschuldig verfolgt wähnt.... und auf dem linken Auge blindWie wenig das Bündnis gegen den Krieg an einer tatsächlichen Beendigung des Kriegszustandes im Libanon und den palästinensischen Gebieten interessiert ist, zeigt im Weiteren seine Bemerkung, zur „Existenz von Hisbollah und Hamas“ könne man „sicherlich sehr geteilter Meinung sein“. Kritik, deren Maßstab die Emanzipation von Herrschaft ist, die sich also nicht im Meinen, Palavern oder Strategisieren erschöpft, kann die Existenz rechtsradikaler Vereinigungen – seien es Nazi-Parteien oder islamistische Rackets – nicht zur Geschmackssache reduzieren. Mit dieser Position fällt das Bündnis nicht nur den Israelis, die angesichts des antisemitischen, vor allem die Zivilbevölkerung treffenden Raketen- und suicide-Terrors um ihr Leben fürchten (und kämpfen), in den Rücken. Nein, auch die Interessen der Millionen von Menschen im Gaza-Streifen oder dem Südlibanon, die unter der Herrschaft der islamistischen Banden leiden müssen und denen Disco-Besuche, (sexuelle) Selbstbestimmung und Möglichkeiten der Organisation gegen die Zumutungen des Kapitals wie etwa das Streikrecht
5 bei Strafe des Knüppels oder gar des Lebens genommen werden zugunsten eines autokratisch regierten Gottes(un)staates, werden somit verraten.Antizionismus als höchste Form des Einverstandenseins„Mitmachen wollte ich nie.“
6Israel, das sich durch seinen Doppelcharakter als gewöhnlicher, herrschaftsförmig organisierter Staat wie als Ort der politischen Emanzipation der Jüd_innen und Instrument ihrer bewaffneten Selbstverteidigung zugleich auszeichnet, wird hierzulande leider nicht allein von dem doch recht marginalen Bündnis gegen den Krieg angegriffen. Während sich derzeit auf der Straße eine unheimliche Koalition aus Islamist_innen, Linken sowie Rechtsradikalen formiert und 75% der Deutschen – sicher keine Pazifist_innen! – laut einer Umfrage das israelische Vorgehen für „überzogen“ halten, werden von den Polit-Eliten geostrategische Bündnisse auf Kosten Israels geschlossen. Während die Einen wie Wolfgang Gehrcke und Norman Paech von der Linkspartei bereits mit Abgesandten der Hisbollah kunkeln bzw. eine Konferenz mit Vertreter_innen der Hamas annoncieren7, die Anderen wie der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Israel aus der Ferne die Aushandlung eines „tragfähigen Friedens“ mit „den Konfliktpartnern, also Hamas und Hizbollah“ zu diktieren suchen, reden Dritte wie Außenminister Steinmeier und Verteidigungsminister Jung eifrig eine internationale Einsatztruppe im libanesischen Süden herbei, was den Medien Anlass genug bietet, fröhlich-gruselnd über den Zeitraum, bis Deutsche endlich wieder guten Gewissens Jüd_innen morden können, zu spekulieren.Der Antizionismus stellt durch sein Abspaltungstheorem – der böse jüdische Staat vs. die gute restliche Völkergemeinschaft – also nicht nur wie oben beschrieben eine sich rebellisch wähnende Versöhnung mit den Formen von Staat und Kapital bereit, darüber hinaus ermöglicht er der friedensbewegten Linken ganz konkret, sich wie die Fische im Wasser zu tummeln, im Strom des virulenten Ressentiments mitzuschwimmen. Auch wenn nur wenige außerhalb der ‚Szene’ eigens auf die Straße gehen: die Hetze gegen Israel versteht doch (fast) jede Deutsche. Der Antizionismus wird somit zum kulturellen Code und zur Bedingung der Möglichkeit des Dabeiseins. Mit gutem Gewissen kann so „die Linke“ eine Bewegung, welche die bürgerliche Mitte ebenso wie den rechten Rand einschließt, mit dem humanitär korrekten Vokabular versorgen. Anstatt solch eifrigen Mitmachens wäre Reflektion einzufordern auf die jeweiligen Besonderheiten der Kämpfe (und Kriege), eine Reflektion, die in Verbindung treten müsste mit einer Kritik der Allgemeinheit in Form von Staat, Volk und Kapital. Nur eine Bewegung, welche im Zeichen der Emanzipation des Besonderen wie des Allgemeinen eingedenk ist, könnte einst das derzeit so fern scheinende Ende jeglicher Kriege und jeder Gewalt herbeiführen.
Bündnis gegen Antisemitismus Rhein/Main[gegenantisemitismus@gmx.net]sinistra! radikale linke[sinistra@gmx.li // www.sinistra.tk]
1 Adorno/Horkheimer, Elemente des Antisemitismus, in: dieselben: Dialektik der Aufklärung.2 Alle Zitate im folgenden Abschnitt aus: Felicia Langer, Brandherd Nahost, Göttingen 2004.3 „Die Wurzel des Problems ist, dass die Schlüsselfrage des Nahostproblems nicht gelöst ist: Gerechtigkeit, Sicherheit, Frieden und Selbstbestimmung für Palästina.“4 Wie es auch immer wieder Michel Friedman vorgeworfen wird, der etwa von Möllemann „überheblicher, elitärer Arroganz" geziehen wurde.5 Vgl. Hatoum, Raida: Wider eine Politik der Verzweiflung. Polemik einer Linken aus dem Libanon, adressiert an die Linken des Westens, Fantomas Nr. 7/2005: „Seit Mitte der 1980er Jahre führt die Hisbollah den Kampf gegen die israelische Besatzung, doch artikuliert ihr Widerstand – dem des Irak nicht unähnlich - den „Antiimperialismus“ eines religiös aufgeladenen Nationalismus, nicht den der ArbeiterInnenklasse. Zwar erzwang sie 2000 den Rückzug der Israelis, doch haben Gewalt und Ausbeutung im „befreiten“ Südlibanon seither sogar zugenommen. Als es am 27.Mai des vergangenen Jahres endlich zu einem Generalstreik kam, in dem eine Erhöhung der Löhne, ein Stopp der Privatisierungen und der Einschnitte in die sozialen Dienste gefordert wurden, erschoss die reguläre Armee fünf Demonstranten, verurteilten Militärgerichte 150 AktivistInnen. Die Hisbollah mischte auf eigene Rechnung mit, machte Jagd auf streikende Arbeiter und lieferte ihre Opfer der Armee aus.“6 Leo Löwenthal, Mitmachen wollte ich nie. Ein autobiografisches Gespräch mit Helmut Dubiel.7 Vgl.
http://www.inforadio.de/static/dyn2sta_a...8_article.shtml und http://www.jungewelt.de/2006/07-18/043.php
Wednesday, August 09, 2006
What shall we do with a drunken...
"If a drunken Mel Gibson did indeed call out, 'Jews are responsible for all the wars in the world,' then there can be only one possible place for a man who believes such things: as the next Secretary General of the United Nations." —David Frum
Tuesday, August 08, 2006
Studie: ARD und ZDF berichten "überwiegend negativ" über Israel
BONN (inn) - Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ARD und ZDF berichten in ihren Hauptnachrichtensendungen unparteiisch gegen Israel. Dies geht aus einer Studie des Medienforschungszentrums "Media-Tenor" hervor.Das Bonner Forschungszentrum analysierte im Auftrag der "Bild am Sonntag" in der Zeit vom 21. Juli bis 3. August 334 Beiträge von "Tagesschau"," Tagesthemen", "Heute" und "Heute-Journal". "In ihren Hauptnachrichtensendungen werden ARD sowie ZDF ihrem Auftrag der unparteilichen und unabhängigen Berichterstattung über die Vorgänge im Nahen Osten in unterschiedlicher Weise nicht gerecht", lautet das Ergebnis der Experten. "Täter ist in erster Linie Israel, Opfer in erster Linie die Zivilbevölkerung im Libanon."Die Täter der Hisbollah tauchen demnach in den Berichten ähnlich selten auf wie die israelischen Opfer der Hisbollah-Raketen. "Erklärungen, dass die Hisbollah ihre Waffen und Führer bevorzugt in Kindergärten, Krankenhäusern und anderen zivilen Einrichtungen tarnt, werden ausgesprochen selten dem deutschen TV-Publikum gegeben." Dadurch müsse der Eindruck entstehen, dass die israelische Regierung bevorzugt und ohne Rücksichtnahme solche Einrichtungen bombardierte, kritisierten die Forscher. "Hinweise auf die Warnungen Israels an die Zivilbevölkerung im Libanon werden zwar gebracht, aber ohne echte Schilderung der Dilemma-Situation, in der sich die Armee Israels befindet."Hisbollah-Kämpfer würden in den Fernsehbeiträgen kaum gezeigt. Stattdessen seien israelische Soldaten, Panzer und Flugzeuge "beständig zu sehen – vom ersten Moment der Beiträge bis zum Ende der Beiträge".Auch die UN-Resolution 1559, welche die Entwaffnung aller Milizen im Libanon fordert, werde in den wenigsten Beiträgen angesprochen. "Das Versagen der UN-Truppen im Libanon taucht kaum auf, und damit fehlt die Grundlage für das Verständnis für das Agieren der israelischen Regierung."Die Experten sprechen zudem von einem "Ungleichgewicht" bei der Art, wie "seit Jahren" in ARD und ZDF über die israelische Armee berichtet werde: "überwiegend negativ". Für den Zuschauer erscheine es so, als folge die Armee letztlich dem Prinzip "Auge um Auge" und agiere nicht aus einer Verteidigungsposition heraus.Roland Schatz, Chef von "Media-Tenor", sagte gegenüber der "Bild am Sonntag": "Das 'heute-journal' bemüht sich um Ausgewogenheit. Doch unterm Strich gilt: Allen untersuchten Sendungen fehlt die Perspektive aus der Sicht der israelischen Opfer."Die Studie kann online als pdf-Dokument von "Media-Tenor" heruntergeladen werden.Die ARD wies die Vorwürfe zurück und kritisierte die Methoden von "Media-Tenor". Die Schlüsse, die das Institut ziehe, entbehrten "jeder seriösen Grundlage", sagte ARD-Sprecher Rudi Küffner am Montag. Die Methodik sei nicht transparent. Offenbar würden die Daten "willkürlich und interessengeleitet interpretiert".Der stellvertretende ZDF-Chefredakteur Klaus-Peter Siegloch sagte gegenüber der "Bild am Sonntag", zu Untersuchungen von "Media-Tenor" nehme das ZDF grundsätzlich nicht Stellung. (js)
Quelle:
Israelnetz
Die Studie als PDF
__________________step.fwd blog
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Israelnetz
Die Studie als PDF
__________________step.fwd blog
Solidarität mit dem Libanon und Heidemarie Wieczorek-Zeul!
Die PDS weist die vom "Zentralrat der Juden" erhobene Forderung nach einem Rücktritt der Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) zurück. Wieczorek-Zeul hatte das Vorgehen Israels im Libanon als „völkerrechtlich völlig inakzeptabel“ bezeichnet und dies mit dem Bombardement von „zivilen Einrichtungen und Zivilisten“ begründet. Daraufhin forderte der stellvertretende Zentralratsvorsitzende Dieter Graumann den SPD-Vorsitzenden Kurt Beck auf, "angesichts der erfreulichen Solidarität in der Bundesregierung für die Verteidigungshaltung der israelischen Regierung", zu "überlegen, ob eine solche Entwicklungshilfeministerin im Namen der Sozialdemokratie noch tragbar ist."Dazu erklärte der PDS-Vorsitzende Udo Voigt:
"Nach dem heutigen Bombardement der Innenstadt von Beirut durch die israelische Luftwaffe sowie dem Einmarsch erster israelischer Bodentruppen in den Südlibanon hat sich nochmals die Wahrscheinlichkeit erhöht, daß der Libanon zurück in den Bürgerkrieg gebombt und die ganze Region durch einen großen Krieg in eine Katastrophe gestürzt wird. Deshalb ist es die Pflicht aller verantwortungsbewußten Deutschen, nun nicht der Kriegspropaganda auf den Leim zu gehen, die von interessierten Kreisen geschürt wird.Der erste Schritt zum Frieden ist die Wahrheit und die Wahrheit ist: Es ist die Politik der israelischen Regierung, die dafür verantwortlich ist, daß der Konflikt nicht entschärft, sondern weiter verschärft wird. Der erste Grundfehler der israelischen Politik liegt darin, mit dem Gegner nicht zu sprechen, sondern ihm die eigenen Bedingungen aufzwingen zu wollen. Das Westjordanland wurde durch den Bau einer Mauer verkleinert, zerstückelt und unbewohnbar gemacht. Als die dadurch verständlicherweise weiter radikalisierten Palästinenser die "Hamas" in demokratischen Wahlen zu ihrer Vertretung machten, lehnte die israelische Regierung jedes Gespräch mit dieser neuen, demokratisch legitimierten Regierung ab und veranlaßte die westlichen Staaten, der legitimen Regierung in Palästina den Geldhahn zuzudrehen.Der zweite Grundfehler der derzeitigen israelischen Politik ist der der permanenten militärischen Aggression. Auf die Entführung eines israelischen Soldaten reagierte die israelische Armee mit dem Wiedereinmarsch in den gerade geräumten Gaza-Streifen, der systematischen Zerstörung der Infrastruktur und der Tötung von Zivilisten. Ähnlich unangemessen fiel wenig später die Reaktion auf eine Attacke der libanesischen „Hisbollah“ aus. Nun wird ein ganzes Land, der Libanon, als Geisel genommen, ein sechzehnjähriger Friedensprozeß mit Gewalt beendet, Hunderte von Zivilisten werden getötet und die erst kürzlich wiederhergestellte Infrastruktur des Libanon erneut zerstört.Wenn Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul diesen Vorgang als "völkerrechtlich völlig inakzeptabel" bezeichnet, dann hat sie alle Argumente auf ihrer Seite (hoffentlich denkt sie demnächst auch über die völkerrechtlich abgetrennten Vertreibungsgebiete Deutschlands nach). Die Situation ist seit Jahrzehnten völkerrechtlich völlig inakzeptabel, da Israel seit beinahe vier Jahrzehnten die Einhaltung geltender UNO-Resolutionen verweigert und ihm als einzigem Staat in dieser Region der Besitz von Nuklearwaffen gestattet wird, was eine schwere Verletzung des Atomwaffensperrvertrages darstellt.Wenn Frau Wieczorek-Zeul wegen ihrer Äußerungen entlassen würde, dann würde dies nicht nur den Frieden in Nahost, sondern auch den inneren Frieden in Deutschland gefährden, da von Deutschland nicht erwartet werden kann, immer wieder gebetsmühlenartig "Verständnis" für die offen völkerrechtswidrige Politik Israels zu äußern. Denn diese offen völkerrechtswidrige Politik kann nicht nur zu einer Weltwirtschaftskrise führen, sondern birgt noch weitere Eskalationspotentiale. Ein großer Nahost-Krieg unter Beteiligung von Syrien und dem Iran wäre auch für Deutschland und Europa eine große Gefahr mit unabsehbaren Konsequenzen.Frau Merkel und Herr Steinmeier, verstecken Sie sich nicht mehr länger hinter George W. Bush! Treten Sie endlich für das Völkerrecht ein, das auch gegenüber uns Deutschen in der Vergangenheit mit Füßen getreten wurde, stellen Sie sich hinter Frau Wieczorek-Zeul, stellen Sie die Freiheit der Rede wieder her und machen Sie deutlich, daß Deutschland die israelische Politik der Aggression nicht duldet!
Klaus Beier
Pressesprecher der PDS
"Nach dem heutigen Bombardement der Innenstadt von Beirut durch die israelische Luftwaffe sowie dem Einmarsch erster israelischer Bodentruppen in den Südlibanon hat sich nochmals die Wahrscheinlichkeit erhöht, daß der Libanon zurück in den Bürgerkrieg gebombt und die ganze Region durch einen großen Krieg in eine Katastrophe gestürzt wird. Deshalb ist es die Pflicht aller verantwortungsbewußten Deutschen, nun nicht der Kriegspropaganda auf den Leim zu gehen, die von interessierten Kreisen geschürt wird.Der erste Schritt zum Frieden ist die Wahrheit und die Wahrheit ist: Es ist die Politik der israelischen Regierung, die dafür verantwortlich ist, daß der Konflikt nicht entschärft, sondern weiter verschärft wird. Der erste Grundfehler der israelischen Politik liegt darin, mit dem Gegner nicht zu sprechen, sondern ihm die eigenen Bedingungen aufzwingen zu wollen. Das Westjordanland wurde durch den Bau einer Mauer verkleinert, zerstückelt und unbewohnbar gemacht. Als die dadurch verständlicherweise weiter radikalisierten Palästinenser die "Hamas" in demokratischen Wahlen zu ihrer Vertretung machten, lehnte die israelische Regierung jedes Gespräch mit dieser neuen, demokratisch legitimierten Regierung ab und veranlaßte die westlichen Staaten, der legitimen Regierung in Palästina den Geldhahn zuzudrehen.Der zweite Grundfehler der derzeitigen israelischen Politik ist der der permanenten militärischen Aggression. Auf die Entführung eines israelischen Soldaten reagierte die israelische Armee mit dem Wiedereinmarsch in den gerade geräumten Gaza-Streifen, der systematischen Zerstörung der Infrastruktur und der Tötung von Zivilisten. Ähnlich unangemessen fiel wenig später die Reaktion auf eine Attacke der libanesischen „Hisbollah“ aus. Nun wird ein ganzes Land, der Libanon, als Geisel genommen, ein sechzehnjähriger Friedensprozeß mit Gewalt beendet, Hunderte von Zivilisten werden getötet und die erst kürzlich wiederhergestellte Infrastruktur des Libanon erneut zerstört.Wenn Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul diesen Vorgang als "völkerrechtlich völlig inakzeptabel" bezeichnet, dann hat sie alle Argumente auf ihrer Seite (hoffentlich denkt sie demnächst auch über die völkerrechtlich abgetrennten Vertreibungsgebiete Deutschlands nach). Die Situation ist seit Jahrzehnten völkerrechtlich völlig inakzeptabel, da Israel seit beinahe vier Jahrzehnten die Einhaltung geltender UNO-Resolutionen verweigert und ihm als einzigem Staat in dieser Region der Besitz von Nuklearwaffen gestattet wird, was eine schwere Verletzung des Atomwaffensperrvertrages darstellt.Wenn Frau Wieczorek-Zeul wegen ihrer Äußerungen entlassen würde, dann würde dies nicht nur den Frieden in Nahost, sondern auch den inneren Frieden in Deutschland gefährden, da von Deutschland nicht erwartet werden kann, immer wieder gebetsmühlenartig "Verständnis" für die offen völkerrechtswidrige Politik Israels zu äußern. Denn diese offen völkerrechtswidrige Politik kann nicht nur zu einer Weltwirtschaftskrise führen, sondern birgt noch weitere Eskalationspotentiale. Ein großer Nahost-Krieg unter Beteiligung von Syrien und dem Iran wäre auch für Deutschland und Europa eine große Gefahr mit unabsehbaren Konsequenzen.Frau Merkel und Herr Steinmeier, verstecken Sie sich nicht mehr länger hinter George W. Bush! Treten Sie endlich für das Völkerrecht ein, das auch gegenüber uns Deutschen in der Vergangenheit mit Füßen getreten wurde, stellen Sie sich hinter Frau Wieczorek-Zeul, stellen Sie die Freiheit der Rede wieder her und machen Sie deutlich, daß Deutschland die israelische Politik der Aggression nicht duldet!
Klaus Beier
Pressesprecher der PDS
Monday, August 07, 2006
Der Führer heult vor Rührung:Islamnazis und Friedenstäubchen gemeinsam in Berlin
...
diesmal ganz ohne Hizbollah-Führer-Fotos...

Arabische Verbände und deutsche Friedensorganisationen planen für Samstag eine gemeinsame Demonstration in Berlin gegen das israelische Vorgehen im Nahostkonflikt.
Die Demonstration soll nach den Worten Rachids, der auch Direktkandidat für die Linkspartei.PDS bei der Abgeordnetenhauswahl in Neukölln ist, um 15.00 Uhr am Roten Rathaus beginnen. Die genaue Route sollte am Montagabend nach einem Gespräch mit der Polizei festgelegt werden. Erwartet würden mehrere tausend Teilnehmer.
Rachid zufolge werden wie bei der ebenfalls von ihm angemeldeten Kundgebung mit 3500 Teilnehmern Ende Juli zahlreiche Ordner im Einsatz sein. Er hob hervor, dass sich die Veranstalter in jedem Fall an das Gesetz halten wollen. Auch die Auflage von Innensenator Ehrhart Körting (SPD) werde befolgt, dass keine Porträts des Hisbollah-Chefs Hassan Nasrallah gezeigt werden dürfen. Nach Angaben des Linkspartei-Politikers werden derzeit aber noch rechtliche Schritte gegen diese Auflage geprüft.
(und wer sich jetzt noch nicht über den Charakter der Linkspartei im Klaren ist... )
Nach der Demonstration gegen das israelische Vorgehen im Nahen Osten Ende Juli hatte Körting jedes öffentliche Bekenntnis und jede Werbung für die Hisbollah untersagt. Er begründete die Entscheidung damit, dass das Werben für die radikal-islamische Schiiten-Partei gegen die öffentliche Ordnung verstoße.
(ddp)
diesmal ganz ohne Hizbollah-Führer-Fotos...
Arabische Verbände und deutsche Friedensorganisationen planen für Samstag eine gemeinsame Demonstration in Berlin gegen das israelische Vorgehen im Nahostkonflikt.
Die Demonstration soll nach den Worten Rachids, der auch Direktkandidat für die Linkspartei.PDS bei der Abgeordnetenhauswahl in Neukölln ist, um 15.00 Uhr am Roten Rathaus beginnen. Die genaue Route sollte am Montagabend nach einem Gespräch mit der Polizei festgelegt werden. Erwartet würden mehrere tausend Teilnehmer.
Rachid zufolge werden wie bei der ebenfalls von ihm angemeldeten Kundgebung mit 3500 Teilnehmern Ende Juli zahlreiche Ordner im Einsatz sein. Er hob hervor, dass sich die Veranstalter in jedem Fall an das Gesetz halten wollen. Auch die Auflage von Innensenator Ehrhart Körting (SPD) werde befolgt, dass keine Porträts des Hisbollah-Chefs Hassan Nasrallah gezeigt werden dürfen. Nach Angaben des Linkspartei-Politikers werden derzeit aber noch rechtliche Schritte gegen diese Auflage geprüft.
(und wer sich jetzt noch nicht über den Charakter der Linkspartei im Klaren ist... )
Nach der Demonstration gegen das israelische Vorgehen im Nahen Osten Ende Juli hatte Körting jedes öffentliche Bekenntnis und jede Werbung für die Hisbollah untersagt. Er begründete die Entscheidung damit, dass das Werben für die radikal-islamische Schiiten-Partei gegen die öffentliche Ordnung verstoße.
(ddp)
Antisemitische Amnesie
Sunday, August 06, 2006
Tuchfabrik Trier E.V. nach eigenem Bekunden nicht antisemitisch

Stellungnahme des Vorstands der Tuchfabrik eV, Trier
zu den seitens der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Trier in deren Pressemitteilung vom 4.8.06 unter dem Titel "Antisemitismus in der TUFA" erhobenen Vorwürfe gegenüber dem Tuchfabrik Trier eV *
Zu der Auseinandersetzung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Trier mit der Geschäftsführerin des Tuchfabrik eV Frau Gisela Sauer und dem erhobenen Vorwurf des Antisemitismus ...nimmt *der Vorstand des Tuchfabrik eV* wie folgt Stellung :
1. Das Vorgehen sowie die Entscheidungen von Frau Sauer in dieser Sache waren nicht mit dem Vorstand abgestimmt
Der Vorstand war zu keinem Zeitpunkt in diese Vorgänge involviert bzw. darüber informiert.
2. Der Vorstand des Tuchfabrik eV distanziert sich von dem Verhalten und der Argumentation von Frau Sauer und bedauert die entstandenen Misstimmungen.
3. Die Satzung des Tuchfabrik eV untersagt Veranstaltungen von - oder Kooperationen mit - politischen oder religiösen Vereinigungen vor dem Hintergrund eines zur Neutralität verpflichteten Programms, welches Veranstaltungen entsprechender Interessengruppen nicht vorsieht.
4. Der Vorstand des Tuchfabrik eV hält jede Kooperation mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft auf dem Gebiet der Kultur für begrüssenswert und wird alles dafür tun,dass die in Frage kommenden Konzerte in der Tuchfabrik stattfinden können.
5. Der Vorstand des Tuchfabrik eV erwartet auch in dieser Hinsicht die satzungsgemäß vorgeschriebene vollständige Information durch und Kooperation mit der Geschäftsführung.
6. Die Tuchfabrik Trier (TUFA) ist eines der wichtigsten, grössten und traditionsreichsten soziokulturellen Zentren in Rheinland-Pfalz. Der Vorstand des Dachverbandes Tuchfabrik eV weist als Vertreter aller 25 Mitgliedsvereine den durch die Vertreter der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Trier gegenüber der TUFA erhobenen Vorwurf des Antisemitismus entschieden zurück.*
Trier, den 4.8.2006**
**Ralf Kotschka (Vorstandsvorsitzender des Tuchfabrik eV)
**Karl-Heinz Breidt (Vorstandsmitglied des Tuchfabrik eV)
**Hendrik Wisbar (Vorstandsmitglied des Tuchfabrik eV)
die juedische
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