Monday, April 11, 2016

Bruckneudorf: Syrer aus Schloss verwiesen

Vor vier Monaten wurde Sabine Schöller-Lamberty als die "Retterin" von Bruckneudorf gefeiert, damals hatte sie die Gemeinde vor der Errichtung eines Massenlagers für bis zu 350 Asylwerber bewahrt. Kurzerhand hatte sie ihr Schloss zur Verfügung gestellt, ein Haus angemietet und somit eine vorübergehende Bleibe für 50 Schutzsuchende geschaffen. Heute ist die Schlossherrin für viele Bruckneudorfer der Buhmann. Einige private Spender fordern sogar ihre Sachspenden zurück. Donnerstagabend ist die Lage im Flüchtlingsquartier eskaliert. "Ich habe einen Bewohner gebeten zu gehen", erzählt Schöller-Lamberty. Daraufhin haben neun syrische Asylwerber ihre Sachen gepackt, Bürgermeister Gerhard Dreiszker informiert und wurden daraufhin in ein Übergangsquartier umgesiedelt. "Wir wissen nicht, warum sie uns rausgeschmissen hat, sie war wütend und ist sogar handgreiflich geworden", erzählt Adnan im Namen der Gruppe. Die syrischen Männer werfen der Frau vor, sie ausgenutzt und für Arbeiten auf dem Grundstück missbraucht zu haben. Schöller-Lamberty ist fassungslos über die Vorwürfe ihrer ehemaligen Schützlinge. "Das stimmt alles nicht, die Jungs haben keinen Handgriff gemacht und mich sogar drei Wochen lang angebettelt, ihnen die Glühbirne auszuwechseln", erzählt die wütende Schlossherrin. Sie habe die Männer nicht mehr ertragen, "weil sie lügen, mir Geld gestohlen haben und Unwahrheiten verbreiten". Außerdem hätten sie ihre Deutsch-Lehrerinnen nicht mehr gegrüßt.
 kurier.at

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