Thursday, March 22, 2007

Frauen sollen wegen Ehebruchs gesteinigt werden

Krisenregion Darfur (ausnahmsweise nicht Frankfurt)
Khartum (RPO). In der sudanesischen Krisenregion Darfur sind zwei Frauen wegen Ehebruchs zum Tode verurteilt worden. Sie sollen gesteinigt werden. Mitarbeiter von Menschenrechtsorganisationen setzen sich für die Frauen ein, da der Prozess gegen die beiden nicht fair verlaufen sein soll.
Ein Mitarbeiter der Sudanesischen Organisation gegen Folter erklärte am Donnerstag, die Frauen sollten dem Urteil zufolge gesteinigt werden. Die Verfahren gegen sie im Staat Al Dschasirah beschrieb der Mitarbeiter als unfair.
Die Frauen hätten keine Anwälte gehabt und der Prozess sei auf Arabisch geführt worden, so dass die Angeklagten nichts verstanden hätten, sagte Faisal al Bagir von der Organisation gegen Folter. Sie gehörten dem afrikanischen Stamm Tama in Darfur an und hätten auf den Feldern in der Mitte des Landes gearbeitet. Beide Frauen warteten in der Haft auf die Vollstreckung des Urteils, eine sei mit ihrer 18 Monate alten Tochter inhaftiert. Bagir erklärte, die Frau habe vor Gericht ausgesagt, sie sei von einem anderen Mann schwanger geworden, nachdem ihr Ehemann sie lange Zeit allein gelassen habe.
Der andere Mann wurde ebenfalls vor das Gericht gebracht und distanzierte sich öffentlich von der Angeklagten. Daraufhin wurde er aus Mangel an Beweisen freigelassen.
rp-online