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Thursday, January 11, 2018

Verharmloser

Mit der Veröffentlichung eines Kommentars des Publizisten Armin Langer hatte die Deutschen Welle, »der Auslandssender Deutschlands« kürzlich versucht, den antisemitischen Charakter angeblich »pro-palästinensischer« Aufmärsche im Dezember 2017 in Deutschland zu verharmlosen und zu leugnen. Schon die Überschrift des Beitrags sprach Bände: »Es gab keine ›Tod den Juden‹-Rufe«.
So sei, durfte der Autor des Kommentars unwidersprochen behaupten, das Verbrennen der Fahne Israels »an sich nicht antisemitisch«, weil sie »nicht für die Juden, sondern für die Israelis« stehe, zu denen auch Araber gehörten. Und auch »Chaibar, Chaibar«-Rufe sollten nicht überbewertet werden, spielten sie doch nicht auf die Ermordung von Juden an, sondern »nur« auf deren Unterwerfung.
Von Medien und Politik sei nach den Demonstrationen also praktisch ohne Grund »die Gefahr des antisemitischen Mobs [..] heraufbeschworen«, seien »Juden in der Bundesrepublik« ohne Not »in Angst versetzt« worden. Der Kommentar schloß mit den Worten, »die beteiligten Journalisten, Politiker und Würdenträger« sollten sich für die von ihnen verbreiteten »Fake-News« »entschuldigen«.
Inzwischen hat der Senat in Berlin eine Anfrage linker Politiker zu den Kundgebungen beantwortet, wie die Zeitung Die Welt auf ihrer Website berichtet. Danach hätten sich in Berlin tatsächlich »Islamisten« versammelt, die nicht etwa gegen die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die USA protestieren, sondern »den Märtyrertod verherrlichen und dem IS zujubeln« wollten.
Slogans und Gesten der Teilnehmer der Demonstrationen werden in der Stellungnahme des Senats »als Solidaritätsbekundung für den IS gedeutet«. Der beschönigenden und verharmlosenden Darstellung Armin Langers und der Deutschen Welle steht damit jetzt eine amtliche Einschätzung gegenüber, neben der Medienberichte von den Aufmärschen in der Tat wie Untertreibungen wirken.
Die Deutsche Welle und ihr Kommentator haben ganz offene Bekenntnisse zu Terrorismus und zu einer Organisation, die selbst die Hamas bekämpft, verharmlost und als noch demokratisch legitime Meinungsäußerungen verteidigt. Sie haben »Fake-News« verbreitet und verbreiten sie noch immer. Die Stimme Deutschlands im Ausland und ihr Zuträger Armin Langer sollten sich schämen.
https://www.tw24.net/?p=14215

Wednesday, October 18, 2017

Verrat

Als die Daesh vor wenigen Jahren im Irak sich brandschatzend, vergewaltigend und mordend auf den Weg zu ihrem »Kalifat« befanden, fielen die Streitkräfte der Regierung in Bagdad vor allem durch ihre Unfähigkeit auf, sich schützend vor die von den Islamisten bedrohten Menschen zu stellen. Statt sich dem Kampf mit den Barbaren zu stellen, suchte die irakische Armee die Flucht.
Die Menschen, die zu verteidigen ihr Auftrag war, überließen die Truppen Bagdads ihrem Schicksal, zahlreiche ihre zurückgelassenen Waffen fielen in die Hände der Daesh. Daß die vorrückenden Jihadisten zunächst aufgehalten und – nach Jahren voller grausamer Verbrechen – schließlich in die Defensive gedrängt werden konnten, ist gerade und vor allem kurdischen Kämpfern zu verdanken.
Sie waren es, die sich – zögernd vom Westen unterstützt – tapfer den Islamisten in den Weg stellten und vom Irak retteten, was noch zu retten war. Indem die Kurden auch Gebiete kontrollierten und verteidigten, die außerhalb ihrer Autonomiezone lagen, verhinderten sie 2016 die vollständige Einnahme der Öl-Provinz Kirkuk durch die Daesh und den Fall der Provinzhauptstadt in deren Hände.
Wenn Bagdad nun seine Truppen, die die irakische Bevölkerung einst so schmählich den Islamisten überlassen hatte, gegen die nach Unabhängigkeit strebenden Kurden losschickt, mag das aus Sicht der Zentralregierung in Bagdad, die am Erhalt der staatlichen Einheit interessiert ist, ein notwendiger Schritt sein. Gleichzeitig jedoch ist es ein ausgesprochen unkluger Akt der Undankbarkeit.
Nachdem sie die Menschen im Stich ließ und der Herrschaft der Islamisten auslieferte, trumpft die Regierung in Bagdad nun gegen die auf, ohne deren Einsatz womöglich selbst die irakische Hauptstadt zur Beute der Daeshgeworden wäre. Daß Bagdad damit weitere Auseinandersetzungen heraufbeschwört, liegt auf der Hand, auch wenn die Kurden noch weitgehend auf Gewalt verzichten.
Unsäglich dumm ist es aber auch vom Westen, sich in diesem sich anbahnenden Konflikt nicht eindeutig positionieren zu wollen. Er verrät seine wohl besten Alliierten gegen die Daesh, beläßt er es bei Appellen an »alle Beteiligten«, sich nun besonnen zu zeigen und das Gespräch zu suchen, wie das etwa am Dienstag das Berliner Auswärtige Amt tat. Die Kurden haben mehr verdient als das.
https://www.tw24.net/?p=13974

Friday, August 18, 2017

Vorbilder

Im spanischen Barcelona richteten islamistische Terroristen am Donnerstag ein Blutbad an. Bei dem Anschlag, der offenbar Teil einer Reihe mehrerer terroristischer Attacken war, steuerten die Täter einen gemieteten Kleintransporter in Passanten auf dem beliebten Boulevard Las Ramblas. Dabei ermordeten die Islamisten nach vorläufigen Angaben 13 Menschen und verletzten rund 100 weitere.
Noch in der Nacht zum Freitag versuchte eine weitere Gruppe von fünf Attentätern einen weiteren Anschlag in Cambrils, konnte aber von Sicherheitskräften unschädlich gemacht werden. Hier gelang es den Angreifern »nur«, sieben Menschen zu verletzen, bevor sie selbst getötet wurden. Die Urheberschaft für die Anschläge beanspruchten recht schnell die Daesh, auch berüchtigt als IS.
Während noch nicht alle Täter gefaßt oder neutralisiert sind, mancher Hintergrund noch unklar ist, fiel an der begleitenden Berichterstattung auf, daß viele Moderatoren und als Experten Vorgestellte sich zwar noch an »Berlin« erinnern konnten, und an »Nizza«, Schlagwörter, die für Anschläge mit Fahrzeugen stehen, aber praktisch nie Israel erwähnten, das solche Attentate seit Jahren erlebt.
So griff bereits Anfang Juli 2008 ein »Palästinenser« mit einem gestohlenen Bulldozer Menschen in der israelischen Hauptstadt Jerusalem an. Vier Menschen wurden dabei ermordet, mindesten fünfzig verletzt; beinahe ein Jahr später, Anfang März 2009, attackierte ein »Palästinenser« mit einem Bagger wiederum in Jerusalem einen Bus und einen Polizeiwagen und ermordete zwei Polizisten.
Und auch seit Ende 2014 sind es erneut »Palästinenser«, die so häufig mit ihren oder gestohlenen Fahrzeugen Menschen angreifen, daß der Begriff »Auto-Intifada« die Runde machte. Wenn die Täter von Barcelona also Vorbilder hatten, dann waren es vermutlich »Palästinenser«, die diese Art des Mordens »popularisierten«, eine Vorbildwirkung, die manche von ihnen leider gewiß stolz sind.
 http://www.tw24.net/?p=13810

Tuesday, January 17, 2017

Unterwerfung

Am 19. Dezember des vergangenen Jahres ermordete ein islamistischer Attentäter bei einem mit einem LKW ausgeführten Anschlag 12 Besucher eines Weihnachtsmarkts in Berlin und verletzte beinahe fünf Dutzend weitere Opfer. Nach dem Blutbad, zu dem sich die Daesh bekennen sollten, herrschte große Einigkeit darüber, daß »sie« »uns« damit nichts anhaben würden können.
Und wer auf die Idee gekommen wäre, Verständnis für die Motive des Attentäters und seiner Hintermänner zu fordern, gar ein Entgegenkommen, der hätte dafür wohl nicht nur einen Shitstorm über sich ergehen lassen müssen. Wer geäußert hätte, »sie« würden sich durch Weihnachtsmärkte natürlich provoziert fühlen, die man daher besser unterlassen hätte, wäre geächtet worden.
Wenn im März der von einem kleinen Kreis um Bundeskanzlerin Angela Merkel ausgesuchte SPD-Politiker Frank-Walter Steinmeier zum nächsten deutschen Bundespräsidenten »gewählt« werden wird, könnte sich das allerdings schnell ändern. Davon nämlich, zivilisatorische Errungenschaften gegen Terroristen zu verteidigen, hält das künftige deutsche Staatsoberhaupt – praktisch nichts.
Das machte Frank-Walter Steinmeier am Sonntag mit seinem Gruß von der »Friedenskonferenz« in Paris deutlich, mit dem er »Überlegungen« verteufelte, »die Botschaft der USA [in Israel] nach Jerusalem zu verlegen«: Führte schon die bloße Idee dazu, »dass jetzt von der palästinensischen Seite Maßnahmen und Reaktionen angedroht werden«, dürfe nicht darüber nachgedacht werden.
Da droht ein nicht zuletzt mit europäischen Steuergeldern am Leben erhaltenes Regime offen mit terroristischer Gewalt, doch statt darauf mit Abscheu zu reagieren, signalisiert der Chef des Berliner Auswärtigen Amts, nicht die Gewaltandrohung sei problematisch, sondern bereits der Gedanke daran, den bereits vor über 20 Jahren beschlossenen Jerusalem Embassy Act endlich umzusetzen.
Statt sich dem Erpressungsversuch zu widersetzen, plädiert der deutsche Sozialdemokrat dafür, alles zu unterlassen, was die Erpresser reizen könnte. Statt sich zu Israel zu bekennen, dem mit Terror gedroht wird, kapituliert der deutsche Außenministerdarsteller vor den Erpressern. Melden sie sich nur bei ihm, können die Daesh gewiß auf Frank-Walter Steinmeier als Fürsprecher hoffen.
 http://www.tw24.net/?p=13277

Sunday, November 15, 2015

Selbstbetrug

»Nous sommes ein Volk!« titelt das Berliner Boulevard am Sonntag, »wir trauern mit Frankreich«, »wir leiden« und »wir kämpfen mit Frankreich«. Mehr »wir« geht in diesen Tagen wohl nicht. Oft gewiß gut gemeint, werfen solche Bekenntnisse gleichwohl vor allem dann Fragen auf, stammen sie von Politikern, die sich – »uns« – bereits in einem »Krieg«, einem »Weltkrieg« gar, wähnen.
Wie weit reicht dieses »Wir«, wer gehört zu »uns« und wer nicht? Mit wem suchen »wir« das Bündnis, mit wem nicht? Europa hat in dieser Woche eine Kennzeichnungspflicht für Waren eingeführt, die unter jüdischer Beteiligung in von »Palästinensern« beanspruchten Gebieten hergestellt werden – »Verbraucherschutz«, der sich exklusiv und daher gezielt gegen Israel richtet.
Und der Zeitpunkt der Einführung dieser in Israel von allen politischen Lagern als antisemitisch verurteilten Maßnahme ist eben auch kein Zufall: Europa hätte auf eine Beruhigung der gespannten Sicherheitslage warten können, entschied sich aber bewußt dagegen. Die Bestrafung von Juden und »Palästinensern«, die für sie und mit ihnen arbeiten, ist eine Belohnung antisemitischen Terrors.
Gleichzeitig treffen europäische Diplomaten sich mit Gestalten, die zweifelhaft zu nennen eine Untertreibung wäre. Da reist etwa der Präsident des Europäischen Parlaments, ein deutscher Sozialdemokrat, nach Teheran, schüttelt lächelnd die Hände tyrannischer Henker und beleidigt den zivilisatorischen Fortschritt allgemeingültiger Menschenrechte folgenlos als »faschistisch«:
»›Considering oneself as the touchstone to be followed by the world is fascism,‹ said [Martin] Schulz criticizing the western approach toward human rights.«
Das sind »wir«. Das ist, was »wir« tatsächlich von »unseren« Werten halten. Einerseits verraten »wir« eine von Terroristen und staatlichen Akteuren seit ihrer Gründung bekämpfte Demokratie, andererseits schwören »wir« mit martialischer Rhetorik, Werte zu verteidigen, die »wir« längst aufgegeben haben. Hätten »wir« die Feindschaft der Daesh doch wenigstens glaubwürdig verdient.
 tw24