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Sunday, November 08, 2015

»Keine Handhabe«: Das gute Gewissen Münchens

Befragt man die Suchmaschine, die das gesamte Internet kennt, nach »Niels Helow«, liefert die als erstes oder prominentes Suchergebnis einen Facebook-Beitrag des Gesuchten, der der Künstlerin Nina Hagen erklärt, »dass es seit über 60 Jahren Not, Elend und Besatzung in Palästina gibt«, und mit der Forderung endet, »setze ein Zeichen gegen die Unterdrückung der Palästinenser«.
»Neben Roger Waters gibt es eine Menge Künstler, die Auftritte in Israel verweigern. Ich halte das für nicht unbedingt die beste Idee, denn besser wäre es, wenn man auf dem Konzert Stellung beziehen würde.«
Auch wenn dies also kein ausdrücklicher Aufruf ist, Israel zu boykottieren, verrät die Formulierung »seit über 60 Jahren«, daß ihr Autor nicht eben einverstanden ist mit der Existenz des jüdischen Staates, der 1948 wiedergegründet wurde. Klagt Niels Helow über eine »Besatzung in Palästina«, dann meint er nicht jene, die es seit 1967 gibt, denn die ist keine fünf Jahrzehnte alt.
Trotzdem schon eine oberflächliche Recherche hätte ausreichen können, herauszufinden, welche Ansichten Niels Helow vertritt, verteidigte die Stadt München bis zuletzt ihre Entscheidung, eine Veranstaltung mit dem Aktivisten der weltweit aktiven BDS-Bewegung durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten zu unterstützen. Es sei »lediglich ein Vortrag und kein Boykott-Aufruf geplant«.
Das vor zehn Jahren von dem in Katar geborenen und in Ägypten aufgewachsenen Omar Barghouti gegründete extremistische BDS Movement gibt vor, mit ökonomischen, kulturellen und wissenschaftlichen Boykotten Israels »palästinensische« Interessen zu vertreten. Tatsächlich aber beschreiben Anhänger der Bewegung ihr Ziel deutlicher: »BDS Protesters Threaten to Kill Jews«.
Man kann über diese Bewegung informieren, vielleicht sogar kontrovers über sie diskutieren. Wer jedoch allein einem ihrer Aktivisten das Podium überläßt, kann weder das eine noch das andere vorhaben oder erwarten. Niemand käme auf den Gedanken, etwa vom Repräsentanten einer Sekte neutral über sie informiert zu werden – mit Ausnahme offenbar des offiziellen München.
War es vielleicht wegen technischer Probleme nicht zu eigener Recherche in der Lage, so mangelte es doch nicht an Offenen Briefen, Warnungen und Verurteilungen der mit Niels Helow geplanten Veranstaltung. Der Oberbürgermeister der bayerischen Hauptstadt, der Sozialdemokrat Dieter Reiter, hat sie alle ignoriert, zurückgewiesen und sich feige hinter seinem Kulturreferat versteckt.
Wo er hätte Stellung beziehen können und müssen, hat der Politiker damit auch und gerade der Verleumdung Israels und gewaltbereitem Antisemitismus einen Erfolg beschert. Lädt der gleiche Dieter Reiter am Montag zum »Tag des Gedenkens an den 9. November 1938« und plant er aus diesem Anlaß eine Ansprache, sollte man – auch als Mitveranstalter – dieser Farce fernbleiben.
 tw24

Saturday, July 26, 2014

Die Stimme “Palästinas”

        “Die diplomatische Vertreterin Palästinas in Deutschland, Daibes, hat anti-jüdische Parolen bei Protesten gegen die israelische Militäroffensive im Gazastreifen verurteilt. Die Kundgebungen sollten ein friedliches Zeichen gegen den Krieg setzen, sagte Daibes dem Evangelischen Pressedienst.”
Daß wir das noch erleben müssen! Eine “Palästinenserin”, eine – wenn auch: unechte – “Botschafterin” noch dazu, die bisher landauf und landab erzählte, “der Konflikt ist ein Ergebnis der andauernden Besatzung”, oder klagte, “Besatzung ist das Kernproblem”, entdeckt Antisemitismus.
Kommentierte Khouloud Daibes kürzlich den Mord an drei jüdischen Jugendlichen durch “palästinensische” Terroristen mit den Worten, “die Siedler sind die Gefahr”, hat sie jetzt unter “Palästinensern” im deutschen Exil Einzelfälle ausgemacht, die mit betrüblichen antisemitischen Parolen Schaden anrichten würden.
“Die Parolen kämen von vereinzelten Personen oder Gruppierungen, von denen sich sowohl die diplomatische Vertretung als auch die palästinensischen Gemeinden distanzierten.”
Doch müßte, meinte Khouloud Daibes es ernst, sie sich nicht auch distanzieren vom Regime in Ramallah, das in seiner Zeitung Al-Hayat Al-Jadida nahezu täglich antisemitische Hetze verbreitet, deren Karikaturisten seit Tagen immer wieder und immer widerlicher nur ein einziges Thema kennen?
alhayat20140719(“Wir sind gegen Antisemitismus”: Al-Hayat Al-Jadida, 19. Juli 2014)
Müßte, wollte sie glaubwürdig sein, die Frau “Botschafterin” sich nicht von sich selbst distanzieren, weil sie am 16. Mai 2014 in Berlin an einem Treffen von Sympathisanten der PFLP teilnahm, einer Bande, die erst jüngst eines ihrer Schlüsseldokumente wiederentdeckte, das von einer “zionistischen Weltverschwörung” antisemitelt?
Und was hält Khouloud Daibes angesichts ihrer letzten Erkenntnisse eigentlich noch von jener “Einheitsregierung”, die ohne Zustimmung der Hamas nicht gebildet hätte werden können? Distanziert sie sich auch von ihr und der Hamas, die doch zweifellos unheilbar antisemitisch ist?
“Wir sind gegen Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung”, erzählt die Frau “Botschafterin”, während die “Nationalcharta” der PLO doch erklärt, “Judaism, being a religion, is not an independent nationality. Nor do Jews constitute a single nation with an identity of their own”.
Der Evangelische Pressedienst, ist zu fürchten, hat sich übertölpeln lassen wollen.
 tw24