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Tuesday, November 26, 2019

Bitterer Appell

Ephraim Mirvis, Oberrabbiner im Vereinigten Königreich, hat mit einem Gastkommentar in der Tageszeitung The Times vor einem Wahlsieg der seit 2015 von Jeremy Corbyn geführten Labour Party gewarnt. Wenige Wochen vor den Unterhauswahlen am 12. Dezember fürchteten viele Juden eine mit dem »Gift des Antisemitismus« infizierte sozialdemokratisch dominierte Regierung in London.
In seinem beispiellosen Kommentar mitten im Wahlkampf erinnert Rabbi Ephraim Mirvis in dramatischen Worten daran, daß sich die Labour Party unter Jeremy Corbyn unfähig gezeigt habe, gegen antisemitische Strömungen in Partei und Gesellschaft vorzugehen. Ganz im Gegenteil sei der Haß auf Juden unter Jeremy Corbyn immer gesellschaftsfähiger geworden, wie Ephraim Mirvis schreibt.
»Was muß ein Oppositionsführer tun, um als ungeeignet für ein Amt zu gelten? Reichen enge Kontakte zu denen, die den Haß gegen Juden stiften? Reicht es, jene ›Freunde‹ zu nennen, die den Mord an Juden befürworten?« In der britischen Sozialdemokratie offenbar nicht, so Ephraim Mirvis. Es sei nicht an ihm, eine Wahlempfehlung zu geben, Wähler sollten jedoch wissen, wofür Labour stehe.
Zwar behaupte die Partei, jeden Vorwurf des Antisemitismus zu prüfen, tatsächlich seien aber noch mindestens 130 Verfahren offen, manche davon schon seit Jahren. 13 Parlamentsmitglieder haben die Partei verlassen, um gegen deren Umgang mit Antisemitismus zu protestieren. »Seien Sie sich bewußt«, schließt Ephraim Mirvis, »daß am 12. Dezember die Seele unserer Nation auf dem Spiel steht«.

https://www.tw24.net/?p=4336

Thursday, September 13, 2018

Ausnahmeerscheinung

Jeremy Corbyn, der Anführer der britischen Sozialdemokratie, ist ein Antisemit. Spätestens seit der 1949 geborene Politiker 2015 den Vorsitz der Labour Party übernahm, gehört der Haß auf Juden zum »guten Ton« in der Partei. Allenfalls halbherzig geht sie gegen antisemitische Tendenzen vor, wenn sie sie denn überhaupt als solche anerkennt. Juden sehen in der Partei inzwischen eine Gefahr.
Dennoch gilt Jeremy Corbyn unter europäischen Linken und Sozialdemokraten noch immer als großes Vorbild, dem es nachzueifern gelte. So erklärte beispielsweise erst vor wenigen Tagen Peter Brandt, der älteste Sohn von Willy Brandt, »Labour-Chef Jeremy Corbyn« sei »durchaus interessant«, habe er doch »gezeigt, dass linke Politik breite Zustimmung in der Bevölkerung finden kann«.
Immerhin in den Niederlanden scheint sich jetzt etwas Vernunft durchzusetzen. Femke van Zijst, eine Sprecherin der Fraktion der Partij van de Arbeid (PvdA) im Parlament in Amsterdam bezeichnete gegenüber der Jewish Telegraphic Agency (JTA) einige der zahlreichen Aktivitäten Jeremy Corbyns, über die in den vergangenen Wochen berichtet wurde, ganz ausdrücklich als »beunruhigend«.
Nach Angaben der JTA spielte die niederländische Sozialdemokratin damit insbesondere auf Jeremy Corbyns Teilnahme an einer Gedenkfeier für die Drahtzieher des Überfalls »palästinensischer« Terroristen auf die israelische Olympia-Mannschaft in München 1972 an. Mit ihrer freilich recht vorsichtigen Ablehnung Jeremy Corbyns ist Femke van Zijst allerdings eine Ausnahmeerscheinung.
Lodewijk Asscher, der seit 2016 der Vorsitzende der PvdA ist, zeigt sich noch gern an der Seite Jeremy Corbyns und demonstriert damit zugleich, auf welchem Irrweg sich weite Teile der Sozialdemokratie in Europa befinden, darunter die deutsche. Denn natürlich ist »interessant« eine der letzten Vokabeln, auf die man kommen sollte, wenn es um Jeremy Corbyns »Erfolgsrezept« Antisemitismus geht.
https://www.tw24.net/?p=3170

Wednesday, September 05, 2018

Farce

In dem Versuch, doch noch zu retten, was längst nicht mehr zu retten ist, hat sich die Labour Party am Dienstag durchgerungen, die international anerkannte Antisemitismus-Definition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) anzunehmen. Die britische Sozialdemokratie ergänzte ihren überfälligen Beschluß allerdings durch ein Bekenntnis, daß das Recht gewahrt bleiben müsse, sich kritisch über Israel oder die israelische Politik gegenüber den »Palästinensern« zu äußern.
Nachdem die Labour Party noch vor zwei Monaten sich weigerte, die komplette Definition der IHRA anzunehmen, wird ihr jüngster Beschluß, der der vorgibt, auch israelbezogenen Antisemitismus anzuerkennen, durch die Ergänzung zur Farce. Mit der Betonung von Meinungs- und Redefreiheit suggeriert die Partei, die Bekämpfung von Antisemitismus stehe im Gegensatz zu diesen Rechten.
Die Botschaft, die von dem Beschluß der von Jeremy Corbyn auf einen antiisraelisch-antisemitischen Kurs geführten Sozialdemokratie ausgeht, ist leider nur allzu unmißverständlich: Während sie Antisemitismus vordergründig verurteilt, erklärt die Partei dessen Ablehnung zu einer Gefährdung bürgerlicher Freiheiten. Nicht der Antisemitismus ist ihr bedrohlich, sondern dessen Bekämpfung.
Die Labour Party, deren Vorsitzenden Chancen nachgesagt werden, nächster britischer Premier zu werden, hat sich damit einmal mehr vor einer ernsthaften Auseinandersetzung mit antisemitischen Tendenzen in der Partei, die freilich bis ins höchste Führungsamt hinein nachweisbar sind, gedrückt, indem sie antisemitische »Kritik« an Israel zu einer Frage der Freiheit der Meinung erklärt.
Meinte die britische Sozialdemokratie es ernst mit ihrer deklarierten Ablehnung von Antisemitismus, hätte sie sich von ihrem Vorsitzenden trennen und weite Teile ihres Führungspersonals suspendieren müssen. Mit ihrer Ergänzung der IHRA-Definition verspottet und verhöhnt sie die Opfer von Antisemitismus und all jene, die sich ihm entgegenstellen. Die Labour Party ist nicht ihre Partei.
https://www.tw24.net/?p=3149

Saturday, June 23, 2018

Friedensfeind

Der für seinen Unwillen, Antisemitismus in der von ihm geführten Labour Party zu bekämpfen, berüchtigte Jeremy Corbyn hat angekündigt, eine Regierung in London mit sozialdemokratischer Beteiligung werde »Palästina« schnellstmöglich als Staat anerkennen. Der Politiker, der einst Hamas und Hisbollah zu seinen »Freunden« erklärte, tourt derzeit durch Jordanien, um für sich zu werben.
Der auch in Deutschland leider nicht unpopuläre Jeremy Corbyn offenbart mit seiner Ankündigung seine gesamte außenpolitische Inkompetenz, die gleichwohl ganz hervorragend zu seiner Affinität zum Antisemitismus paßt. Die Idee, »Palästina« ohne Friedensschluß der »Palästinenser« mit Israel mit einer diplomatischen Anerkennung aufzuwerten, ist nicht neu – und zum Scheitern verurteilt.
Derzeit haben 136 Staaten »Palästina« anerkannt, zuletzt im Oktober 2014 Schweden und etwa ein Jahr später das karibische St. Lucia, die Neigung der PLO, an Friedensgesprächen mit Jerusalem teilzunehmen, haben diese unverantwortlichen Akte nicht befördert. Im Frühjahr 2014 zog sich die Clique um »Präsident« Abu Mazen von Verhandlungen unter amerikanischer Vermittlung zurück.
Seither liegt der »Friedensprozeß« auf Eis, dessen Wiederbelebung etwa die schwedische Regierung mit ihrer Anerkennung »Palästinas« nach eigener Auskunft anstrebte. Das Regime in Ramallah wendet immer höhere Summen für die Förderung des antisemitischen Terrors auf, während es Friedensinitiativen der Regierung in Washington schon ablehnt, bevor die überhaupt öffentlich sind.
Der Ansatz, den Konflikt zwischen »palästinensischen« Terroristen und Israel dadurch zu lösen, deren Pläne zu unterstützen, einen weiteren arabisch-islamistischen Staat gegen Israel zu etablieren, befördert keinen Frieden. Die international als Friedensplan akzeptierte Roadmap macht nicht umsonst die Anerkennung eines »palästinensischen« Staates von einem vorherigen Frieden abhängig.
Jeremy Corbyn, der sein Bekenntnis zur Freundschaft mit Hisbollah und Hamas später halbherzig bedauerte, zeigt mit seiner Ankündigung, daß er kein Interesse daran hat, einen Frieden zwischen Israel und »Palästinensern« zu fördern. Er betätigt sich als Brandstifter und offenbart damit, daß und weshalb die Labour Party ihr Antisemitismusproblem unter seiner Führung nie lösen können wird.
https://www.tw24.net/?p=2967

Thursday, May 05, 2016

Familiäres Problem

Jeremy Corbyns Bruder Piers Corbyn hat sich in der weiterhin anhaltenden Antisemitismusdebatte der britischen Sozialdemokratie mit dem vorläufig ausgeschlossenen Ken Livingstone solidarisiert. Dessen Äußerungen über einen Adolf Hitler, der ein Unterstützer des Zionismus gewesen sei, seien mißverstanden worden. Und überhaupt reagiere man beim Thema Antisemitismus »zu sensibel«.
Piers Corbyn, der kein Mitglied der Labour Party, gleichwohl aber eng mit ihr verbunden ist, sorgt mit seinen Worten dafür, daß man beinahe Mitleid haben möchte mit Jeremy Corbyn, der nach anfänglichem Leugnen immerhin ein »kleines« Problem seiner Partei mit Antisemitismus einräumt: Kaum macht er einen Schritt in die richtige Richtung, wird der Ärger nur noch größer.
Denn Piers Corbyns Unterstützung gilt einem unbelehrbaren Antisemiten, der seine Äußerungen in einem Gespräch mit dem Fernsehsender Al-Ghad Al-Arabi auf eine Weise wiederholt hat, die eine Fehlinterpretation unmöglich macht: »Die Gründung Israels war ein grundlegender Fehler«, erklärte der ehemalige Bürgermeister von London und fügte noch hinzu, er boykottiere israelische Waren.
Ken Livingstone, das macht er mit seinen Worten deutlich, ging es nie um historische Fakten, von denen er freilich nicht die geringste Ahnung hat, sondern darum, Idee und Wirklichkeit jüdischer nationaler Selbstbestimmung zu diskreditieren. Erst greift er den Zionismus an, indem er ihn mit Adolf Hitler in Verbindung bringt, dann attackiert er Israels Existenz als »grundlegenden Fehler«.
Das war und das ist Antisemitismus, der sich zudem damit brüstet, die einzige Demokratie im Nahen Osten zu boykottieren. Es war richtig, Ken Livingstones Mitgliedschaft in der Labour Party zu suspendieren, zugleich aber kam dieser Schritt zu spät und zu zögerlich. Gespannt darf man nun sein, wie Jeremy Corbyn sein jüngstes familiäres Antisemitismus-Problem angehen wird.
 tw24

Friday, April 29, 2016

Antisemitismus in der Labour Party: Der Verharmloser

Wenn ein Parteivorsitzender erklärt, sein Verein habe kein Antisemitismusproblem, kann man, muß man davon ausgehen, daß es tatsächlich bereits unübersehbar ist und beschwichtigendes Leugnen die dümmste aller möglichen Reaktionen darauf ist. Jeremy Corbyn, Vorsitzender der britischen Sozialdemokratie, versucht es dennoch: »Es gibt kein Problem, die Partei lehnt Antisemitismus ab.«
An einem Tag, an dem mit Ken Livingstone ein durchaus prominentes Mitglied der Partei wegen allzu offener Angriffe auf Juden suspendiert werden mußte, ist das eine gewagte Behauptung. Der Fall des »Roten Ken«, der Adolf Hitler nachgesagt hatte, ein Förderer des Zionismus gewesen zu sein, »bevor er verrückt wurde«, markiert indes nur den vorläufigen Höhepunkt einer Dauerkrise.
Kurz vor dem ehemaligen Bürgermeister von London hatte die neu ins Parlament gewählte Naz Shah Schlagzeilen mit zwei Jahre alten Äußerungen gemacht: Via Twitter hatte sie 2014 eine Verlegung Israels nach Amerika empfohlen. Die Parteiführung um Jeremy Corbyn suspendierte die Parlamentarierin erst unter Druck, Ken Livingston hatte sie zuvor noch in Schutz genommen.
Schon im März protestierte mit Lord Levy einer der erfolgreichsten Spendensammler der Partei in einem Gespräch mit dem Sender Sky News gegen den zurückhaltenden Umgang Jeremy Corbyns mit antisemitischen Tendenzen in der Labour Party. Unmittelbarer Anlaß für die Kritik waren Äußerungen der Parlamentarierin Vicki Kirby, die Israel zum Erben Nazi-Deutschlands erklärten.
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»Kein Problem«: Antisemitismus und Sozialdemokratie
Während Lord Levy mit seinem Rück- und Austritt noch drohen mußte, wollte die Parteiführung einen weiteren Kritiker ihres Vorgehens offenbar feuern. Nachdem Parlamentsmitglied John Mann Ken Livingstone öffentlich gestellt hatte, soll Jeremy Corbyn erwogen haben, ihn zu suspendieren, ein Vorhaben, das nur am Protest der ehemaligen Fraktionsvorsitzenden Rosie Winterton scheiterte.
Antisemitische Äußerungen werden, wie dieses Beispiel zeigt, durch Jeremy Corbyn verharmlost, bis er sich Druck, auch aus der eigenen Partei heraus, nur noch beugen kann. Gegenüber Kritikern dieser Verzögerungstaktik hingegen gilt diese Zurückhaltung offenbar nicht. Gegen sie werden sofort Disziplinarmaßnahmen erwogen. Damit straft Jeremy Corbyn sich selbst Lügen.
All das zeigt nicht, daß die britische Sozialdemokratie kein Antisemitismusproblem hat, wie Jeremy Corbyn behauptet, vielmehr offenbart es das Versagen der Parteiführung. Der Versuch, das Problem durch Ignoranz zu lösen, hat es erst zu der Herausforderung werden lassen, die es ist. Der ohne Skrupel mit einer der Hamas verbundenen »NGO« kooperierende Parteichef ist Teil des Problems.
 tw24

Wednesday, November 18, 2015

Fatah-Postergirl

Die »palästinensische« Terrororganisation Fatah hat ein neues Idol. Mit ihrer Erklärung, die »israelische Besatzung und Unterdrückung der Palästinenser sind die Ursache für Extremismus und all das, was in der Region geschieht«, konnte die schwedische Außenministerin Margot Wallström Herzen und Plakate der unterdrücktesten Unterdrückten des Planeten im Sturm erobern.
Nach dem Massaker in Paris am vergangenen Freitag vom schwedischen Fernsehen um ihren Kommentar gebeten, konnte die 1954 geborene Sozialdemokratin wohl einfach nicht anders: Trotzdem der Islamische Staat in einem Bekennerschreiben seine Motive umfassend erläuterte, mußte die darob wohl ein wenig enttäuschte Politikerin noch ein weiteres hinzuerfinden.
Während man gern wüßte, was die Daesh von dieser anmaßenden Einmischung halten, gelingt es Margot Wallström nicht, ihr Bekenntnis zum Antisemitismus zu leugnen. Ihre neuesten Verehrer glauben so wenig an ihr Dementi wie die Regierung in Jerusalem. Die bestellte den schwedischen Botschafter in Israel ein und nannte die Äußerungen der Politikerin »erschreckend unverschämt«.
Und in der Tat sind sie genau das, bestätigen sie doch die beeindruckende Voreingenommenheit der schwedischen Ministerin gegenüber der jüdischen Demokratie. Statt die Mörder von Paris beim Wort zu nehmen, ihren gefährlichen Wahn anzuerkennen, versucht Margot Wallström ihm und dem Massaker einen Sinn zu geben, ihn und es rational zu erklären und so letztlich zu rechtfertigen.
Ohne Not und erst recht ohne jeden Beleg nutzt Margot Wallström einen Massenmord, um ihren Haß auf Israel auszuleben. Sie ist eine Antisemitin, die mit ihrer »Richtigstellung«, die von Gleichgesinnten gewiß nicht ganz zufällig ignoriert wird, vor allem ihre Skrupellosigkeit demonstriert. Sie hat Haß gesät, ihre Worte sollen und werden Mörder motivieren.
Es ist entlarvend, daß sie noch immer im Amt ist.
 tw24

Thursday, October 08, 2015

Brandbeschleuniger

Die Sozialdemokraten Europas, die sich im Europäischen Parlament als Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten zusammengefunden haben oder unter dem Kürzel S&D firmieren, sind nicht nur leidenschaftliche Streiter für das Gute in Europa. Ihr Blick kennt wie das Unrecht keine Grenzen, das sie gleichwohl nicht verzweifeln läßt, sondern nur anzuspornen vermag:
»Wir müssen dafür sorgen, dass die Eskalation nicht dauerhaft ist, und wir verurteilen schärfstens jegliche Anstachelung zu weiterer Gewalt. Gleichzeitig ist es von allergrößter Bedeutung, dass die Israelis bei der Wahrung des Status quo des Haram-al-Sharif – der Al-Aksa-Moschee – bzw. des Tempelbergs Seriosität zeigen und die Besetzung beenden.«
Leider aber ist der Blick der Selbstgerechten getrübt. Während sie nämlich bemüht sind, nur niemandem »Anstachelung zu weiterer Gewalt« vorzuwerfen, ist ihre Forderung an Israel um so deutlicher. Ersteres ist dabei so wenig ein Versehen bei der Formulierung wie letzteres. Und beides verrät die Einseitigkeit des jüngsten Statements der S&D-Fraktion im Europäischen Parlament.
Die Anstachelung zu Gewalt, Incitement, geht nicht erst seit gestern unzweideutig von arabischer oder »palästinensischer« Seite aus. »On every Arab TV station and especially on social media«, schreibt etwa Avi Issacharoff daher völlig richtig, »these youths watch reports from the Temple Mount and what are described as ›Israeli attacks on Al Aqsa,‹ and that’s what stirs them up«.
Und wo eine verantwortungsvolle »Führung« es als ihre Pflicht ansehen würde, solchen Gerüchten entgegenzutreten, tut das Regime Abu Mazens in Ramallah das Gegenteil. Wer heute beispielsweise Al-Hayat Al-Jadida aufschlägt, die amtliche Tageszeitung »Palästinas«, wird in ihr eine Karikatur finden, die kaum geeignet sein dürfte, zu einer Deeskalation der Lage beizutragen:
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Zudem sieht der Status quo doch so aus: Juden ist es verboten, beim Besuch ihrer heiligsten Stätte zu beten, sofern sie den Tempelberg überhaupt betreten dürfen. Muslime dagegen sollen selbst dann nicht sanktioniert werden, entweihen sie ihre »drittheiligste Stätte«, indem sie sie immer wieder zum Ausgangspunkt ihrer gewalttätigen Angriffe auf Zivilisten und Sicherheitskräfte machen.
Dieser Status quo diskriminiert Menschen, stellt eine beständige Gefahr dar für Gesundheit und Leben von Menschen. Er begünstigt Verbrecher und Verbrechen, er hat die Entstehung der derzeitigen Lage erst ermöglicht. Es wäre daher überfällig, diesen Status quo zu hinterfragen. Wer dagegen dessen Wiederherstellung einfordert, solidarisiert sich mit jenen, die ihn mißbrauchen.
Und so entpuppen sich die Worte der europäischen Sozialdemokraten durchaus auch selbst als ein Brandbeschleuniger. Denn wer von Israel »Seriosität [..] bei der Wahrung des Status quo des Haram-al-Sharif« fordert, suggeriert, entsprechenden Zusicherungen der Regierung in Jerusalem sei nicht zu trauen, liefert so den Hetzern Munition. Die S&D-Abgeordneten sind Teil des Problems.
 tw24

Saturday, December 13, 2014

Europäischer Wahn

Während das portugiesische Parlament in Lissabon sich am Freitag für eine Anerkennung “Palästinas” aussprach, griff ein mancherorts als “radikal” und gleichzeitig “offenbar psychisch krank” beschriebener “Palästinenser” bei Bethlehem eine jüdische Familie mit Säure an.
Der Attentäter, nach IDF-Angaben bereits zuvor durch die Teilnahme an gewalttätigen Riots aufgefallen, verletzte bei seinem Angriff seine Opfer, unter ihnen mehrere Kinder, “leicht”, bevor er durch Schüsse in die Beine gebremst werden konnte. Er wird nun im gleichen Hospital behandelt wie einige seiner Opfer.
Am Tag danach sucht man vergeblich nach Stellungnahmen aus Ramallah, die den Angriff verurteilen. Aber auch Brüssel hüllt sich in beredtes Schweigen. Das Europäische Parlament will in wenigen Tagen über eine Anerkennung “Palästinas” abstimmen, sich aber vor einer Debatte über “Palästina” drücken.
Mit der Roadmap gibt es einen “Friedensfahrplan für Nahost”. In ihr wird festgestellt, daß nur eine von “den Parteien ausgehandelte Einigung [..] dazu führen” könne, daß dereinst “ein unabhängiger, demokratischer und lebensfähiger palästinensischer Staat entsteht”.
Dieser Staat, so die Roadmap weiter, werde “in Frieden und Sicherheit mit Israel und seinen anderen Nachbarn” zusammenleben. Erfüllt das derzeitige “Palästina” auch nur einen dieser Ansprüche? Ist, beispielsweise, Gaza kein Gefahrenherd mehr für Israel wie – Ägypten?
“Last month, with little warning, the military began destroying hundreds of houses and other dwellings in the border town, Rafah, displacing more than a thousand families in a security zone that stretched almost 1,650 feet, or 500 meters, from the border.”
Ist “Palästina” ohne finanzielle und andere Unterstützung “lebensfähig”? “Palestinians have a right to request international aid, and donors have an obligation to provide it”, stellt ein “palästinensischer” Think Tank gleich zu Beginn eines in der Tat bemerkenswerten Aufsatzes fest.
Ist “Palästina” irgendwie demokratisch verfaßt? Jene Wahlen, die die am 2. Juni inthronisierte “Einheitsregierung” innerhalb von sechs Monaten organisieren sollte, haben nicht stattgefunden, Hamas und Fatah streiten darüber, ob ihre gemeinsame “Regierung” überhaupt noch amtiert.
Wer immer in diesen Tagen die Hand hebt für ein “Palästina”, hebt sie für das “Palästina”, das es gegenwärtig gibt: zwei Territorien, in denen terroristische Gangs herrschen, Gebiete, in denen Menschen- und Bürgerrechte suspendiert sind, Gebiete, von denen Gefahren für ihre Nachbarn ausgehen.
Das Europäische Parlament scheint entschlossen, sich ebenso zu blamieren wie die nationalen Parlamente, die sich bereits dafür ausgesprochen haben, die nach wie vor einzige funktionierende Demokratie im Nahen Osten nicht einmal mehr in Entscheidungen einzubeziehen, die sie betreffen.
 tw24

Thursday, October 30, 2014

Wahlverwandte

Als erster westlicher EU-Staat hat Schweden an diesem Donnerstag einen Staat “Palästina” anerkannt. Nachdem sie ihren Schritt vor gut drei Wochen angekündigt hatte, vollzieht die sozialdemokratisch dominierte Regierung Schwedens ihn nun ausgerechnet an einem Tag, an dem mit Yehuda Glick ein Mensch um sein Leben ringt, der in Jerusalem von einem “palästinensischen” Attentäter niedergeschossen wurde.
Bereits vor einer Woche hatte ein “palästinensischer” Terrorist bei einem Anschlag in der israelischen Hauptstadt ein drei Monate junges Kind massakriert und mehrere Menschen verletzt, eine der Verletzten verstarb in dieser Woche. Kaum ein Tag vergeht ohne “palästinensische” Attacken mit Steinen und Brandsätzen auf Zivilisten und Sicherheitskräfte. Angefeuert werden die Terroristen durch das Regime in Ramallah.
“Palästinenserpräsident” Abu Mazen, seit Jahresanfang Verbündeter und Existenzgarant für die Hamas, rief in einer Rede dazu auf, Juden daran zu hindern, den Tempelberg zu betreten, “they have no right to enter it. They have no right to defile it. We must prevent them. Let us [..] protect our holy places”. Daß die auch Juden heilig sein, sie also berechtigt auf Zugang drängen könnten, unterschlug der Hetzer.
Mit antisemitischen Karikaturen in der amtlichen Tageszeitung Al-Hayat Al-Jadida werden Juden dämonisiert, der Anschlag vom vergangenen Mittwoch in Jerusalem von einem Berater des “Palästinenserpräsidenten” als Tat eines “heldenhaften Märtyrers” gefeiert, die Fatah beglückwünschte den von Sicherheitskräften getöteten Mörder zu seiner “Heirat” von 72 Jungfrauen im “Paradies”.
Schweden anerkennt einen “Staat”, der sich fest in der Hand antisemitischer Verbrecher befindet, in der Hand von Dieben und Mördern. Terroristen werden im Amtssitz Abu Mazens als “Staatshelden” empfangen, der Amtsinhaber nennt vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen Massenmörder “fighters for freedom and peace”. Repräsentiert durch seine Sozialdemokraten hat Schweden sich diesen Gangstern angeschlossen.
 tw24