Friday, August 22, 2008

Veranstaltungsreihe Staatskritik im nachbürgerlichen Zeitalter: Die Attraktivität der Barbarei

Postnazistische Demokratie und islamische Massenbewegung
Die Tat Auschwitz war singulär, nicht aber die spezifische gesellschaftliche Konstellation, der sie sich verdankt und die vielleicht zuerst in Deutschland sich herausbildete, aber sehr bald für all diejenigen Attraktivität gewann, die sich vom Imperialismus geknechtet, ausgebeutet und übers Ohr gehauen fühlen. Es sind dies dieselben Kollektive, zu denen nicht mehr nur Deutschland, sondern das ganze alte Europa die herzlichsten Beziehungen unterhält, die sich von der deutschen Krisenbewältigung fasziniert zeigen. Was deutsch ist, ist keine positiv bestimmbare, ausschließlich in Deutschland anzutreffende Eigenschaft, sondern eine verallgemeinerbare polit-ökonomische Konstellation und deshalb umfasst die Kritik dessen, was deutsch ist, heute notwendig und selbstverständlich auch die Gegnerschaft zu Old Europe und zum Islam, weltweit und vor der eigenen Haustür. Clemens Nachtmann, Komponist und Politikwissenschaftler aus Graz und Redakteur der Zeitschrift Bahamas, erläutert die Ausstrahlungskraft der deutschen „Krisenbewältigung“ sowie das Verhältnis von postnazistischer Demokratie und islamischer Massenbewegung.
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Text zur Veranstaltungsreihe: Einige Überlegungen zu einem drängenden Problem