Selbst wenn wir davon absehen, dass von der einen Million Asylsuchenden, die 2015 erwartet werden, etwa jeder Fünfte laut Innenminister de Maizière weder lesen noch schreiben kann und nicht einmal jeder Zehnte laut Arbeitsministerin Nahles „direkt in Arbeit oder Ausbildung kommen“ kann, dass vermutlich „ein nicht unerheblicher Anteil der Asylbewerber künftig arbeitslos und auf Sozialtransfers angewiesen sein wird“ und also dank Merkel ein riskantes sozioökonomisches Experiment ungeahnten Ausmaßes und offenen Ausgangs begonnen hat – selbst wenn wir davon ganz absehen, bleibt das Faktum, dass es überwiegend junge männliche Muslime sind, die in hoher Zahl Einlass begehren. Diese Dimension verblasst leicht vor den Bildern spielender Mädchen oder von Knaben auf des Vaters Arm. Der hiesige, bisher türkisch geprägte Islam wird hierdurch ebenso massiv umgestaltet wie die nichtmuslimische Bevölkerungsmehrheit. Jens Spahn (CDU) zufolge ist mancher Flüchtling „in einer Gesellschaft groß geworden, die mit Juden oder Schwulen nicht gerade zimperlich umgeht“. Spahn war es auch, der den zu früh entsorgten Begriff von der Schweigespirale zurück in den Diskurs brachte: „Wir sehen gerade eine klassische Schweigespirale. Viele meinen angesichts der beinahe euphorischen Darstellung in den Medien und in der öffentlichen Debatte, dass sie mit Ihren Sorgen und Fragen immer nur in der Minderheit sind. Sie finden sich nicht wieder, in dem was gesagt und gesendet wird, und werden deshalb immer verschlossener. Dabei ist die übergroße Mehrheit im Land derzeit in Sorge.“ Diese Sorge wird verstärkt durch Meldungen von Prügeleien in Heimen und Aufnahmelagern, von Übergriffen gegen Christen, die sich abermals als „Ungläubige“ bedroht sehen, und gegen Frauen. Ein vorübergehend netzöffentlich gewordenes Schreiben des hessischen „Landesfrauenrats“ beklagt die „Schutzlosigkeit von Frauen und Kindern innerhalb der Gießener Erstaufnahmeeinrichtung. Diese Situation spielt denjenigen Männern in die Hände, die Frauen ohnehin eine untergeordnete Rolle zuweisen und allein reisende Frauen als ‚Freiwild‘ behandeln.“
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