Showing posts with label "kritischer Journalismus". Show all posts
Showing posts with label "kritischer Journalismus". Show all posts

Thursday, December 24, 2015

Etikettenschwindel

Als er noch Vorsitzender des Deutschen Journalistenverbands (DJV) war, hat Michael Konken den Angehörigen der Zunft einmal bescheinigt, mit stets kritischem Blick professionell zu arbeiten. Während das unter Rettern eines abstoßenden Abendlands verbreitete »Lügenpresse«-Geschwätz indiskutabel ist, fragt man sich manchmal aber doch, wo sie ist, die gerühmte Professionalität.
Zitiert etwa der Cicero in seiner Januar-Ausgabe ein »Flüchtlingsmädchen aus Palästina« und stellt es eben so vor, stimmt daran ungefähr gar nichts, sondern wird nur die Haltbarkeit einmal in die Zeitung gesetzter Gerüchte dokumentiert. Die Jugendliche Reem Sahwil, um die es geht, war nach eigener Auskunft noch nie in »Palästina«, und ein »Flüchtlingsmädchen« ist sie auch eher nicht.
Denn wie die, die sie dennoch heute wieder so nennen, durchaus auch wissen, suchte Reem Sahwil in Deutschland (und Schweden) medizinische Hilfe. Das aber macht sie nicht zum Flüchtling, es jedoch zu einem eigentlich hinterfragenswürdigen Ereignis, erhalten die Jugendliche und ihre Eltern »einen festen ›Aufenthaltstitel‹ bis zum 17. Oktober 2017«, wie BILD begeistert meldet.
Wo indes ist der kritische Journalist, der die Verantwortlichen danach fragt, weshalb Reem Sahwil und Angehörigen ein Status zugebilligt wird, der im konkreten Fall offenbar ganz unpassend ist? Wo ist die kritische Journalistin, die Behörden mit Fragen löchert, die sich doch eigentlich aufdrängen, liest man beispielsweise Alan Poseners Anmerkungen vom vergangenen Juli?
»[D]ie Facebook-Seiten einiger Mitglieder des Sahwil-Clans in Malmö dokumentieren deren Unterstützung des radikalen Islam und ihren Judenhass.«
Freilich, Antisemitismus oder eine Affinität Verwandter zum Jihad sind keine Gründe, medizinische Hilfe zu verweigern oder gegebenenfalls politisches Asyl, doch sollten sie eine kritische Journaille zu mehr anregen als bloßer Begeisterung über eine Entscheidung einer Behörde. Wer aber schon die Reise zu einer Operation als »Flucht« deutet, scheint damit allerdings mehr als überfordert.
 tw24

Tuesday, August 04, 2015

Kritischer Journaillismus (Folge 1411)

Wenn die Qualitätsjournaille von der öffentlich-rechtlichen tagesschau aus »housing units« »Siedlungen« macht, dann kann die private Konkurrenz wohl auch nicht anders: Was bis gestern noch Anschläge auf zwei Häuser waren, ist ab jetzt ein »Brandanschlag auf ein palästinensisches Dorf«.
spon20150804
Was wohl wird es morgen gewesen sein? Ein Anschlag auf den Weltfrieden?
 tw24

Monday, June 08, 2015

Du bist Deutschland

Palästinensische” Terroristen haben in der Nacht zum Sonntag von Gaza aus Israel mit Raketen attackiert. Auf den bereits dritten Raketenangriff innerhalb weniger Tage, zu dem sich salafistische Terroristen bekannten, reagierten die israelischen Streitkräfte mit Einsätzen gegen terroristische Infrastruktur in dem von der Hamas beherrschten Teil “Palästinas”.
Nachdem der israelische Premier Benjamin Netanjahu erklärt hatte, “I have not heard anyone in the international community condemn this firing; neither has the U.N. said a word”, stellte sich wenigstens das Weiße Haus hinter Israel: “The U.S. stands with the people of Israel as they defend their people and their nation against these kind of attacks”.
Ein Blick auf besonders gelungene Werke des deutschen kritischen Journaillismus mag erklären, weshalb das Auswärtige Amt, das kürzlich noch erläutert hatte, “alles, der Bürgerkrieg in Syrien, unsere Verhandlungen über das iranische Atomprogramm, der Kampf gegen ISIS, und eben auch der Nahost-Konflikt” sei “eng miteinander verwoben”, dagegen schweigt:
08alreuters20150607
08faz20150607
08wiwo20150607
08berlz20150608
tw24

Wednesday, March 04, 2015

Made in Germany

Der deutsche Staatsfunk, der den Anspruch erhebt, journalistische Qualität zu liefern, ist ein teurer und schlechter Witz. Die “Berichterstattung” exemplarisch des DLF rund um die jüngste Reise des israelischen Premiers Benjamin Netanjahu in die USA ist ein Beleg für die wahnhafte Voreingenommenheit, die sich eine Journaille erlauben kann, die keine private Konkurrenz fürchten muß.
Während ausgeblendet wurde, daß selbst mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) die nicht eben israelfreundlichen Vereinten Nationen dem Regime der Islamischen Republik Iran mindestens Intransparenz vorwerfen und ernsthafte Zweifel an allein friedlichen Motiven hinter dessen Atomprogramm hegen, definierte der Kölner Deutschlandfunk sein Niveau beispielgebend so:
“Benjamin Netanjahu ist mal wieder so richtig sauer. Das liegt vielleicht daran, dass Israels Regierungschef ohnehin fast immer sauer auf irgendetwas ist.”
Damit macht der Staatsfunk den israelischen Ministerpräsidenten mit seinen Befürchtungen zur Witzfigur und verharmlost oder leugnet die nicht nur für Israel vom Regime in Teheran ausgehende Bedrohung. “Herr Mützenich”, begrüßt der Journaillist Dirk Müller seinen sozialdemokratischen Gesprächspartner Rolf Mützenich denn auch prompt, “warum nehmen wir Netanjahu nicht ernst?”
Es ist offenbar ein Riesenspaß, wenn das Regime in Teheran wieder und wieder bekräftigt, Israel mitsamt dessen Mehrheitsbevölkerung auslöschen zu wollen, vorher aber noch Wettbewerbe veranstaltet, in denen Opfer des Holocaust verhöhnt werden, und seine Schreckensherrschaft nach innen dadurch absichert, daß es Menschenrechtsaktivisten Anlaß gibt, über eine Rekordzahl von Hinrichtungen zu klagen.
Aber nein, es ist eben nicht die Barbarei der Islamischen Republik, für die sich der deutsche Staatsfunk interessiert, sondern ein Benjamin Netanjahu, dessen Haupteigenschaft offenbar ist, “fast immer sauer auf irgendetwas” zu sein. Wer das Journalismus nennt, kann dann auch an anderer Stelle beharrlich lügen desinformieren. Wer hat Benjamin Netanjahu in die USA eingeladen?
Wer lesen kann, könnte wissen, daß der Likud-Politiker von John Boehner, dem Sprecher des Repräsentantenhauses, “on behalf of the bipartisan leadership of the U.S. House of Representatives and the U.S. Senate” gebeten wurde, im Kongreß über das iranische Kernwaffenprogramm zu sprechen. Wer dem DLF zuhört, erfährt, “der israelische Ministerpräsident hatte ohne Absprache mit dem Weißen Haus vor dem US-Kongress gesprochen – nur auf Einladung der Republikaner”.
Nahmen “wir Netnajahu” vorher “nicht ernst”, sind “wir” hinterher mit – na klar – Michael Lüders ernsthaft entsetzt und fragen fungieren als bloßer Stichwortgeber für den Lobbyisten: “War dieser Auftritt als solcher nicht schon eine Provokation?” – “In der Tat! Es war ein sehr provozierender Auftritt”. Und weil das noch nicht reicht, redet er sich in Rage, der zwangsabgabenfinanzierte provozierte Reinhard Bieck:
“Nun hat Netanjahu bedauert, dass manche seinen Besuch im Kapitol parteipolitisch interpretierten. Aber ich bitte Sie, ein Regierungschef mitten im Wahlkampf, eingeladen von einer Partei, die dem eigenen Präsidenten jeden sich bietenden Knüppel zwischen die Beine wirft, ist das denn nicht Parteipolitik pur? Alles andere wäre doch naiv, oder?”
Formuliert so, wer bloß Bestätigung will oder tatsächlich eine Antwort? Michael Lüders jedenfalls langweilte ein wenig und wiederholte nur: “In der Tat!” Abwechslungsreicher immerhin ging es zu, als Christine Heuer, die den Reinhard Bieck einen “Kollegen” nennt, sich ihr “In der Tat!” von Shimon Stein erhoffte, früherem Botschafter Israels in Berlin. Doch der erlaubte sich – dies:
“[W]enn ich mir die Details [anschaue], die wir wissen [..], was rauskommt [..], dann muss ich sagen, viel, viel mehr muss getan werden in Sachen Verifizierung. Viel mehr muss auch getan werden, dass die Fähigkeiten [des Iran] massiv eingeschränkt werden.”
Zwar bezweifelt Shimon Stein, daß Benjamin Netanjahus Rede etwas bewirken könne, seine inhaltliche Zustimmung jedoch bringt die Deutsche aus der Fassung: “Sie stimmen, Herr Stein, Benjamin Netanjahu dann in der Sache zu”? “Übrigens nicht nur ich!” Hätte eine Journalistin nun die Gelegenheit genutzt, über “die Sache” zu reden, bleibt die Journaillistin hartnäckig nur in einer Frage:
“Herr Stein, ich lasse Sie aus der Wahlfrage noch nicht ganz heraus. Die Wähler entscheiden, sagen Sie. Sie sind auch ein Wähler. Wünschen Sie sich einen neuen, einen anderen Ministerpräsidenten?”
Da – endlich! – antwortet der Befragte wie gewünscht: “Selbstverständlich!” Und so markiert dieser Schluß überaus anschaulich, worum es den Deutschlandfunkern nicht geht: um Informationen. Ihr Metier ist so sinn- wie besinnungsloses Eindreschen auf Benjamin Netanjahu und dessen Anliegen, dem sie nicht einmal den Hauch einer Berechtigung einzuräumen bereit sind. Kritischer Journalismus eben.
 tw24

Monday, March 02, 2015

Kleine Lügen

Geht es nach den E5+1-Staaten, den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats und Deutschland, wird die Islamische Republik in fünf, sechs, sieben Jahren nicht im Besitz von Kernwaffen sein, weiterhin Monate davor stehen, eine Bombe zu bauen. Saudi Barbarien und Ägypten werden ihre eigenen Bomben anstreben, wenn sie sie nicht schon haben, Israel ebenso.
Die islamistischen Gangs, die heute die Welt in Atem halten, werden womöglich noch immer ihr Unwesen treiben, manche als enge verbündete Handlanger des Mullah-Regimes potentiell Zugriff auf dessen angereichertes Material für schmutzige Bomben haben. Händeringend werden Diplomaten nach Lösungen für Konflikte suchen, die heute noch verhindert werden könnten.
Wer dann, in sieben oder acht Jahren, recherchiert, wie es dazu kam, daß ein israelischer Premierminister nach Washington reiste, vor amerikanischen Abgeordneten eine Rede hielt, die dort vielleicht beeindruckte, aber vor allem von der Regierung im Weißen Haus ignoriert wurde, wird in den Archiven als renommiert geltender Medien auf Meldungen stoßen, die exemplarisch so gehen:
“Der Besuch ist umstritten, weil die Republikanische Partei die Einladung nicht mit der US-Regierung abgestimmt hat.”
Und weil es so oder ähnlich auch anderswo stehen wird oder nachgehört werden können wird, werden Journalisten, Historiker oder auch nur Interessierte Geschichten verfassen, in denen sie möglicherweise unlautere Motive von Republikanern oder Benjamin Netanjahus Wahlkampf als Ursache dafür ausmachen, daß in einem wichtigen Moment der Weltgeschichte jene und nicht das Weiße Haus versagt haben.
Hätte, werden sie wohl fragen, verhindert werden können, was die Welt dann plagen wird, wenn “die Republikanische Partei” ihre “Einladung” Benjamin Netanjahus nur in Abstimmung mit der US-Regierung ausgesprochen hätte? Hätte der US-Präsident dann möglicherweise nicht den so folgenschweren Entschluß gefaßt, den Deal mit den Mullahs durchzusetzen?
Vielleicht – vielleicht kommt ja auch alles ganz anders. Fest steht aber bereits jetzt, daß die Geschichte des 21. Januar 2015, jenes Tages also, an dem Kongreß-Sprecher John Boehner seine Einladung nach Jerusalem schickte, wohl nie mehr so erzählt werden wird, wie sie sich tatsächlich zutrug. Ahnungslose Journaille sorgt heute dafür, daß morgen die Unwahrheit als Tatsache belegt werden kann.
Tatsächlich hat John Boehner nach eigener Auskunft das Weiße Haus vorab über sein Vorhaben unterrichtet, Benjamin Netanjahu in den Kongreß einzuladen. Gegenüber Botschafter Ron Dermer hatte er sogar ausdrücklich darauf bestanden, die Administration Barack Hussein Obamas zu informieren, wie er schreibt: “The Speaker made it clear that it was his prerogative to inform the White House.”
Und dann, “on the morning of January 21, after notifying the administration, the Speaker issued the invitation to the Prime Minister and announced it to the public.” Und John Boehner tat dies, wie der Blick auf sein Einladungsschreiben belegt, nicht für die Republikanische Partei, sondern “on behalf of the bipartisan leadership of the U.S. House of Representatives and the U.S. Senate”.
Der Politiker ahnte indes, wie das Weiße Haus auf die Einladung des israelischen Ministerpräsidenten reagieren würde, und wartete daher nicht auf dessen Genehmigung: “When it comes to the threat of Iran having a nuclear weapon, these are important messages that the Congress needs to here [sic!] and the American people need to hear. [..] I wanted to make sure that there was no interference.”
Und so müßte sie erzählt werden, die Geschichte des 21. Januar 2015, die in der Tat die eines Präsidenten ist, der das Bündnis mit einem islamistischen Regime und dessen internationale (Wieder-)Aufwertung dem mit der einzigen funktionierenden Demokratie im Nahen Osten vorzieht, der Widerspruch ignoriert oder, wo das nicht mehr geht, diffamiert, statt ihn mit Argumenten überzeugend zu widerlegen wenigstens versucht.
 tw24

Wednesday, September 10, 2014

Blühende Phantasie

Auf dem Planeten ZDF muß der Wechsel eines Ansagers aus einer Nachrichtensendung, dem heute-Journal, in eine andere ein Großereignis sein. Noch am Sonntag erschienen jedenfalls bunte Anzeigen, die Christian Sievers als neuen Moderator der heute-Nachrichten ankündigten:
“Berlin. Naher Osten. heute-Studio. Er ist immer da, wo Wichtiges passiert.”
“Berlin, Naher Osten, heute-Studio” – wie klein doch die Welt, in der “Wichtiges” geschieht. Aber in der Tat, Christian Sievers war bis August 2014 neben seiner Tätigkeit beim heute-Journal Leiter des ZDF-Studios in Tel Aviv, als der er manches Abenteuer erleben durfte:
“Nach dem Besuch des Emirs von Katar am Dienstag hatten Hamas-Führer die einzige Grenze nach Israel dicht gemacht. Die Konsequenz: Zahlreiche internationale Journalisten – darunter auch ein ZDF-Team um Korrespondent Christian Sievers – sind im Gaza-Streifen eingeschlossen.”
An den Vorurteilen des Staatsjournalisten gegenüber Israel änderten die dabei gemachten Erfahrungen freilich nichts. Ein anschaubarer wie anschaulicher Beleg dafür ist einer seiner letzten “Berichte” aus dem Nahen Osten, der sich großer Beliebtheit unter notorisch faktenallergischen “Israelkritikern” erfreut.
Darin stellt Christian Sievers die Bahauptung auf, die israelische Regierung unter Premier Benjamin Netanjahu habe durch das gezielte Verschweigen von Informationen nach der Verschleppung dreier israelischer Jugendlicher durch Hamas-Terroristen ein Klima geschaffen, in dem jede Kritik verstumme.
“Es ist eine Situation, in der das Handeln der eigenen Regierung von kaum noch jemandem hinterfragt wird.”
Als Beispiele für unterdrückte Informationen nennt der Mann, der “immer da” ist, “wo Wichtiges passiert”, das Auffinden eines Autowracks und den aufgezeichneten Notruf der Verschleppten. “Was die Menschen hier nicht ahnen: Israels Sicherheitsbehörden wissen längst mehr.”
Und genau dieses Wissen hätten Behörden und Regierung verschwiegen. Dumm nur, daß diese Behauptung Christian Sievers’, ohne die seine ganze schöne “Enthüllung” nicht funktioniert, falsch ist. Schon wenige Stunden nach dem Verschwinden der Jugendlichen schrieb die Jerusalem Post:
“A torched car that was found alongside a highway in the vicinity of the search. Investigators towed away the car and will begin examining the remains in an effort to determine whether there is any connection to the missing students search.”
Daß die Jerusalem Post nicht allein war mit dieser Meldung, bestätigt ein Blick auf die “palästinensische” Website Donia Al-Watan, die Israel gewiß nicht wohlgesonnen ist. Doch selbst sie berichtet am 13. Juni, das israelische Fernsehen habe Bilder gesendet, die ein aufgefundenes Fahrzeugwrack zeigten.
War diese “verschwiegene” Information also bereits am ersten Tag nach der Verschleppung der drei Jugendlichen alles andere als ein Geheimnis, wurde am 15. Juni gemeldet, “one of the boys kidnapped Thursday evening [..] called the police yelling ‘We’ve been kidnapped.'” Und hinzugefügt wurde:
“The information was cleared for publication on Sunday – two days after searches began for 16-year-olds Gil-Ad Shaer and Naftali Frenkel, and 19-year-old Eyal Yifrach.”
So sieht sie also aus, die wahre Geschichte hinter Christian Sievers’ “Enthüllung”. Und so arbeitet der Mann, der seit Montag Nachrichten verkünden soll. Qualitätsjournaillismus mady in Germany.

tw24

Wednesday, July 23, 2014

Kritischer Journaillismus (Folge 623)

Er ist wieder da. Der Weißkittel, dem die Hamas vertraut. Mads Gilbert erzählt, wenn er nicht gerade der Konkurrenz ein Interview gewährt, jedem, der ihn darum bittet, was Khaled Mashaal hören will. Der gern als “norwegischer Arzt” Vorgestellte “volontiert”, wie Inge Günther, eine weitere Bekannte, formuliert, im Schifa-Hospital von Gaza.
“Mehr als hundert Schwerstverletzte seien in 24 Stunden eingeliefert worden. Ein großes, gut ausgestattetes Krankenhaus könne damit klar kommen, so Gilbert, ‘aber hier ist fast nichts’, nicht genug Elektrizität, Wasser, Verbandszeug, Medikamente, Operationstische, Instrumente und Monitore.”
Ein Offener Brief des “Freiwilligen” ist abgedruckt im britischen Independent, in ihm werden “all sorts of injured Palestinians” in das Krankenhaus eingeliefert, “all ages, all civilians, all innocent”. Nur Hamas-Terroristen sind, scheint’s, unkaputtbar, denn die kommen nicht ins Krankenhaus, wo der Norweger Hamas-PR macht, statt zu behandeln.
“The heroes in the ambulances and in all of Gaza’s hospitals are working 12 to 24-hour shifts, grey from fatigue and inhuman workloads. They care, triage, try to understand the incomprehensible chaos of bodies, sizes, limbs, walking, not walking, breathing, not breathing, bleeding, not bleeding humans.”
Mads Gilbert liebt das Chaos. Blut. Massaker. Nur “Palästinenser” dürfen nicht unter den Opfern sein. “Auf die Frage, ob er einen Terroranschlag gegen die USA unterstützen würde, antwortete Gilbert: ‘Terror ist eine schlechte Waffe, aber im erwähnten Kontext ist die Antwort ja.’” Der “erwähnte Kontext” war 9/11, der sehr gezielte Mord an 3.000 Zivilisten.
Daß die Journaille 2009 reihenweise auf den Propagandisten des Jihad hereinfiel – geschenkt. Wer Mads Gilbert freilich heute noch und wieder als edlen Menschenretter darstellt, an dessen Wort keine Zweifel zulässig sind, muß nicht mehr Klage führen, im Krieg ginge zuerst die Wahrheit unter. Wer sie selbst in Mads Gilberts Blutlachen ersäuft, weiß gar nicht, was Wahrheit bedeutet.
tw24