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Sunday, July 28, 2019

Relotius der Woche

Am vergangenen Dienstag konnte man den Deutschlandfunker Mario Dobovisek in Bestform erleben. »Alles begann«, ließ er seine Hörer in einer Anmoderation wissen, an der er gewiß lange gefeilt hat, »mit einem Abkommen, dem Atomabkommen mit dem Iran. Frieden sollte es der Region bringen und Ruhe vor allem. Perfekt war es nicht, das räumen auch europäische Politiker ein.«
Aber dann kam, leider, leider, Donald J. Trump: »Statt es«, das Abkommen, »zu verbessern, kündigte es US-Präsident Donald Trump kurzerhand auf. Seitdem brennt alter Streit wieder auf, neuer gesellt sich hinzu. Diplomatischen Wortgefechten folgen Drohnenabschüsse, den Abschüssen wiederum festgesetzte Schiffe.« Geht es so weiter, bricht womöglich bald wieder ein Flächenbrand aus.
Und das alles, weiß das Publikum des Deutschlandfunks dank Mario Doboviseks zweifellos knallharter Recherche in den eigenen Ressentiments, der gefährlichen Leichtsinnigkeit des amerikanischen Präsidenten wegen. Leider allerdings hat die kleine Geschichte des Kölner Flunkerfunkers den einen oder anderen Fehler, deren größter darin besteht, die Wirklichkeit, nun ja, zu verzerren.
Tatsächlich gehörten Forderungen danach, das Atomabkommen, den Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA), nachzubessern, schon zum Wahlkampf Donald J. Trumps. Und als The Don dann ins Weiße Haus eingezogen war, kündigte er das Abkommen nicht »kurzerhand«, sondern erklärte noch am 12. Januar 2018, sich daran halten zu wollen, um Zeit für Nachverhandlungen zu haben:
»Trotz meiner starken Ablehnung sind die Vereinigten Staaten noch nicht vom Atomabkommen mit dem Iran zurückgetreten. Stattdessen schlage ich zwei mögliche Wege vor: Entweder die katastrophalen Mängel des Deals werden behoben oder die Vereinigten Staaten müssen sich aus ihm zurückziehen.«
Es waren danach die Europäer – allen anderen voran einmal mehr die Regierung in Berlin – und das Regime in Teheran, die jeden Gedanken an Nachbesserungen vehement zurückwiesen, so daß Washington sich schließlich für den Ausstieg entschied. Und auch dies geschah mit dem Ziel, Teheran zu Nachverhandlungen zu bewegen, wie Donald J. Trump etwa in einer Pressekonferenz mitteilte.
Die Behauptung, »statt es zu verbessern, kündigte es US-Präsident Donald Trump kurzerhand auf«, kann daher getrost als einigermaßen kühn bezeichnet werden, vielleicht sogar als bewußte Lüge, als eine Irreführung. In jedem Fall ist das, was Mario Dobovisek und sein Sender »Information« nennen, in diesem Fall pure Erfindung. Der Relotius der Woche jedenfalls ist gewiß ehrlich verdient.

https://www.tw24.net/?p=4053

Sunday, June 02, 2019

Botschaft in der Botschaft

»Israels Luftwaffe«, meldet der Kölner Deutschlandfunk in seiner selbstbewußt »Nachrichten« getauften Sendung am Morgen, »Ziele in Syrien angegriffen«. »Das israelische Militär«, geht es weiter, »teilte mit, es habe sich um Vergeltung für zwei Raketen gehandelt, die gestern aus Syrien auf die Golanhöhen abgefeuert worden seien«. Beim DLF hat man es leider nicht so mit der Wahrheit.
Denn die israelischen Streitkräfte haben gar nicht von »Vergeltung« gesprochen, sondern in der Tat mitgeteilt: »In response, we struck a number of Syrian Armed Forces military targets«. DeepL und Google Translateübersetzten das so: »Als Reaktion darauf haben wir eine Reihe von militärischen Zielen der syrischen Streitkräfte getroffen«. Möglich ist statt »getroffen« vielleicht noch »zerstört«.
Auch der Blick in ein gedrucktes Wörterbuch jedenfalls bestätigt: Wer aus »response« eine »Vergeltung« macht, ist als Übersetzer weit weniger treffsicher als die israelischen Streitkräfte. »Vergeltung« oder auch »Rache« freilich sind weniger positiv besetzt als »Antwort«, »Erwiderung« oder »Reaktion«. Wer die Reaktion Israels zur »Vergeltung« verklärt, kann dadurch eine Botschaft vermitteln.
Gewiß können sogar dem Deutschlandfunk, der sich laut seiner Selbstdarstellung verpflichtet fühlt, »strenge journalistische Standards in höchster Qualität umzusetzen«, Fehler passieren, zumal bei so exotischen Idiomen wie dem Englischen. Beim DLF gleichwohl sind solche Irrtümer, die unterschwellig Israel negativ darstellen, nicht unbedingt selten. Vielleicht steckt dahinter ja Methode?
https://www.tw24.net/?p=3883

Saturday, July 14, 2018

Verzählt

Der Deutschlandfunk in Köln hat sich vorgenommen, »strenge journalistische Standards in höchster Qualität umzusetzen«. Das soll auch für seine zu jeder vollen und oft jeder halben Stunde ausgestrahlten »Nachrichten« gelten. Am Morgen meldete der Sender da: »Medienberichten zufolge schossen Palästinenser drei selbstfabrizierte Raketen aus dem Gazastreifen auf Ziele im Süden Israels«.
Wer sich schon immer gefragt haben sollte, wie weit ein Nachrichten-Autor beim Deutschlandfunk zählen können muß, der muß nicht länger grübeln: Während israelische Medien übereinstimmend tickerten, Israel sei in der Nacht zum Sonnabend von Terroristen in Gaza mit mindestens 31 Raketen und Mörsergranaten angegriffen worden, sind es beim DLF nur »drei selbstfabrizierte Raketen«.
Die quantitative Tiefstapelei geht einher mit einer qualitativen, denn die Raketen waren »selbstfabriziert«, mithin wohl eigentlich nicht der Rede werte Raketchen. Und in der Tat werden sie ja auch nur als nachgeordnetes Beiwerk in einer Meldung erwähnt, die mit einem Satz beginnt, der Israel zum Aggressor macht: »Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht Ziele im Gazastreifen angegriffen«.
Die »Nachrichten« des in Köln residierenden Senders enden gewöhnlich mit der Mitteilung, »das waren die Nachrichten«. Manchmal fragt man sich, was sie von den so oft mit negativem Unterton erwähnten fake newsunterscheidet. Der Deutschlandfunk hat für sich ein Werbe-Sprüchlein ausgedacht: »Unabhängig. Unverzichtbar. Für 50 Cent Ihres Rundfunkbeitrags.« Eine Fehlinvestition.
https://www.tw24.net/?p=3018

Tuesday, June 19, 2018

Parallelwelt

Sebastian Engelbrecht hat lange Jahre aus Israel berichtet, von 2008 bis 2012 hatte ihn die ARD in Tel Aviv stationiert. Zeit genug, sollte man meinen, sich zumindest mit den Basics der Geschichte des jüdischen Staates vertraut zu machen, selbst wenn man ihn etwas kritischer sieht. Dennoch gelingt es Sebastian Engelbrecht, Sätze zu formulieren, die eine Parallelwelt zu beschreiben scheinen.
Auch in dieser Welt gibt es ein Israel, dessen Unabhängigkeit am 14. Mai 1948 ein gewisser David Ben-Gurion ausrief, gut ein halbes Jahr nachdem die für diese Parallelwelt zuständige Vollversammlung der auch dort existierenden Vereinten Nationen die Gründung eines arabischen und eines jüdischen Staates auf dem Gebiet eines britisch verwalteten Mandatsgebiets Palästina beschlossen hatte.
Das Israel in Sebastian Engelbrechts Welt verfügte offenbar schon von der ersten Stunde seiner Existenz an über eine schlagkräftige Armee, denn »auf die Unabhängigkeitserklärung folgte prompt der Krieg gegen die Palästinenser und ihre verbündeten arabischen Armeen«, wie der Journalist erklärt. Nicht arabische Staaten und Araber zogen gegen das Parallel-Israel ins Feld, sondern es gegen sie.
Sebastian Engelbrechts Israel wurde nicht das Ziel einer Aggression, deren erklärtes Ziel die Auslöschung des eben gegründeten Staates mitsamt seiner jüdischen Bevölkerung war, sondern es überfiel seine Nachbarn. Und es erklärte nicht, all seinen gleichberechtigten Bewohnern Heimat sein zu wollen, sondern Parallel-Israel begann eine Aggression gegen »Palästinenser« genannte Menschen.
Vielleicht gibt es ja Parallelwelten und in einer von ihnen ein Israel, dessen (Wieder-)Gründung so ablief, wie Sebastian Engelbrecht behauptet. In der Welt jedoch, an die er sich richtet, war das moderne Israel schon vor seiner Ausrufung Ziel einer Aggression, die bis heute anhält. Unterstützt werden die Angreifer oft von Propagandisten, zu denen Sebastian Engelbrecht wohl gehören will.
https://www.tw24.net/?p=2955

Monday, June 18, 2018

Provokateure

Der Kölner Deutschlandfunk nachrichtet am Morgen, »die israelische Armee« habe »nach Provokationen von Palästinensern mehrere Ziele im Gazastreifen beschossen«. Wenn es um den Konflikt zwischen »palästinensischen« Terroristen und Israel geht, neigt der Deutschlandfunkbei der Beschreibung »palästinensischen« Handelns regelmäßig zu dessen Verharmlosung – so auch diesmal.
Definieren die Hüter der reformierten deutschen Rechtschreibung eine Provokation als »Herausforderung, durch die jemand zu [unbedachten] Handlungen veranlasst wird oder werden soll«, verklärt der Kölner Sender Angriffe mit mit Brandsätzen ausgestatteten Ballons und Drachen auf Israel zu bloßen Provokationen und suggeriert damit zumindest, die israelischen Reaktionen seien unbedacht.
Nebenher unterschlägt die »Nachricht«, daß es nicht »nur« Ballons waren und Drachen, auf die die israelischen Streitkräfte reagierten: »Palästinenser« griffen in der Nacht zum Montag den jüdischen Staat mit mindestens drei Raketen an, von denen eine offenbar noch in Gaza niederging. Da aber Raketen sich wohl schwerer als »Provokation« verharmlosen lassen, müssen sie unerwähnt bleiben.
Dabei machen Drachen und Ballons ebenso wie Raketen deutlich, daß es eben nicht bloß um »Provokationen« geht, um eine Art Wettbewerb, sondern um einen Krieg, den die Hamas mit allen Mitteln führt. Und anders als die Armee Israels fühlt sie sich an keinerlei Regeln gebunden. Der Deutschlandfunk steht dabei an ihrer Seite, indem er den Eindruck erweckt, Israel handele unüberlegt.
https://www.tw24.net/?p=2953

Friday, March 30, 2018

Grüße aus Pallywood

Unter Berufung auf »das palästinensische Gesundheitsministerium« machtder Deutschlandfunk am frühen Morgen »israelischen Raketenbeschuß« Gazas zum Thema, bei dem ein »Palästinenser« getötet worden sei. »Das israelische Militär kommentierte die Meldungen nicht«, ergänzt der Sender. Als die israelische Stellungnahme wenig später vorliegt, wird die Meldung nicht mehr verlesen.
So werden »Qualitätsnachrichten« produziert, die kaum mehr etwas von Propaganda unterscheidet. Denn schon die Quelle sollte suspekt sein: Das, was der Deutschlandfunk als »das [!] palästinensische Gesundheitsministerium« vorstellt, ist in der Tat ein »Ministerium« der Terrororganisation Hamas, nicht etwas das »Gesundheitsministerium« des international (leider) anerkannten PA-Regimes.
Ohne ein Statement der israelischen Streitkräfte abzuwarten, macht sich der Deutschlandfunk damit zum Sprachrohr der islamistischen Terrororganisation, die in Gaza herrscht. Daß der getötete und ein weitere »Palästinenser«, der bei dem »Angriff« verletzt wurde, wegen »verdächtiger Handlungen« an der Grenze zu Israel unter Beschuß gerieten, wie die IDF erklären, erfährt der Hörer nicht.
In den vergangenen Tage gab es mehrere Versuche von »Palästinensern«, die Grenze zu Israel illegal zu übertreten, für terroristische Zwecke angelegte Tunnel aus Gaza nach Israel wurden entdeckt und zerstört. Reagieren die israelischen Streitkräfte auf verdächtige Aktivitäten von »Palästinenern« im Grenzgebiet, könnte das gute Gründe haben, über die der Kölner Sender aber nicht berichtet.
Immerhin aber informiert der Deutschlandfunk über von der Hamas und anderen »palästinensischen« Organisationen angekündigte »Proteste« im Grenzgebiet, die freilich nach der einleitenden Meldung gerechtfertigt erscheinen: da die israelischen Aggressoren mit ihren Panzern und Raketen, dort machtlose »Palästinenser«, die nur gegen Unrecht aufbegehren. Pallywood wirkt auch in Köln.
Es ist übrigens noch nicht lange her, da machten »Nachrichten« die Runde, israelische Scharfschützen hätten einen »Palästinenser« getötet, der in seinem Rollstuhl an »Protesten« teilgenommen hatte. Eine Untersuchung der israelischen Streitkräfte ergab nun, daß die Scharfschützen ihr Feuer längst eingestellt hatten: Der Tod Ibraheem Abu Thurayas war eine »palästinensische« Inszenierung.
Gerade auch vor diesem Hintergrund ist es unverantwortlich, sich allein auf ein von der Hamas betriebenes »Ministerium« zu verlassen, dessen Angaben unhinterfragt als Tatsachen zu präsentieren und später die Darstellung der Gegenseite einfach zu unterschlagen. Mit Seriosität hat derlei so wenig zu tun wie mit Kompetenz. Und das sollen doch die Markenzeichen des Deutschlandfunks sein.
https://www.tw24.net/?p=2722

Wednesday, January 03, 2018

Kritischer Journaillismus (Folge 1899): Ressentimentpflege

Der in Köln beheimatete Deutschlandfunk läßt in seinen »Nachrichten« verlauten, »das israelische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das eine Einigung mit den Palästinensern über den Status von Jerusalem erschwert«. Künftig müßten, heißt es, »mindestens zwei Drittel der Knesset-Abgeordneten einer Abtretung von Teilen Jerusalems an sogenannte ›fremde Einheiten‹ zustimmen«.
Sollen in der Theorie Nachrichten Nachrichten sein und keine Kommentare, beginnen die Deutschlandfunker ihre »Nachricht« mit einem Kommentar, der ein Folge des Gesetzes vorausnimmt und es damit schon bewertet, bevor überhaupt mitgeteilt wird, worum es in ihm geht. Zuhörer werden so manipuliert, ihnen wird nämlich reinste Spekulation als eine unbestreitbare Tatsache vermittelt.
In der Tat hat das Parlament in der israelischen Hauptstadt Jerusalem beschlossen, daß eine denkbare Abtretung von Teilen Jerusalems – etwa nach einer Einigung in Gesprächen mit den »Palästinensern« – im Parlament gewisse Hürden nehmen muß. Wichtiger jedoch ist, daß mit dem Gesetz eine rechtmäßige Aufgabe staatlicher Souveränität über Teile Jerusalems überhaupt erst möglich wird.
Denn spätestens seit dem Jerusalem-Beschluß der Knesset vom 30. Juli 1980 ist die Stadt »in ihrer Gesamtheit« Israels Hauptstadt und stellte eine Abspaltung von Teilen Jerusalems einen Verstoß gegen ein Gesetz von Verfassungsrang dar. Jetzt hat das israelische Parlament einen Weg aufgezeigt, das, was als ausgeschlossen galt, trotzdem zu organisieren. Mithin ist dieses Gesetz ein Angebot.
Und zwar ein Angebot an die »Palästinenser«, die mit ihren Ansprüchen auf Jerusalem weit über das hinausgehen, was selbst der Teilungsbeschluß der Vereinten Nationen, die Resolution 181 (II), ihnen zubilligt: Von einer »palästinensischen Hauptstadt« ist darin mit Bezug auf Jerusalem jedenfalls nicht die Rede. Doch damit würde der Deutschlandfunk seine Zielgruppe wohl nur verwirren.
https://www.tw24.net/?p=14195

Saturday, November 11, 2017

Radio Teheran

Von Saudi-Barbarien aus erklärte vor wenigen Tagen der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri seinen Rücktritt vom Amt. Nach eigener Auskunft reagierte er damit auf ein in seinem Land entstandenes politisches Klima, in dem er um sein Leben fürchten müsse. Verantwortlich für diese Entwicklung sei, so Saad Hariri, der weiter zunehmende iranische Einfluß auf die Politik im Libanon.
Der Rückzug des Politikers, im übrigen einer der reichsten Männer der Erde, offenbarte, wie fragil die Lage in dem Land ist, wenngleich das auch nicht wirklich überraschen kann. Stürzte die Hisbollah, die terroristische »Partei Gottes« und vor allem Teherans, den Libanon 2006 in einen Krieg mit Israel und sollte daher entwaffnet werden, ist sie heute stärker und der Staat schwächer denn je.
Der Libanon also steckt in einer Krise, die es durchaus nicht zu unterschätzen gilt. Und neben Teheran wird es gewiß auch andere Akteure geben, die an ihr beteiligt sind. Unterschlägt man aber, wie das am Morgender Deutschlandfunk tat, die Rolle Teherans und spekuliert ersatzweise wild über jene Saudi-Barbariens, wird aus Information billigste Propaganda. In Köln hat man ein Feindbild.
»Lassen Sie uns auf die Motivation von Saudi-Arabien schauen«, gibt die Deutschlandfunkerin die Linie vor, »warum mischt sich das Land gerade jetzt so sichtbar und so aktiv in den Libanon ein?« Das kann man fragen. Wenn gleichzeitig aber nicht nach der Islamischen Republik Iran gefragt wird und nach ihren Motiven, nach der Hisbollah und ihrer Rolle, wird es einseitig, wird es unseriös.
Und natürlich kann der »Experte«nicht widerstehen, lautet die nächste Frage: »Sucht Saudi-Arabien jetzt ganz gezielt einen neuen Stellvertreterkrieg im Libanon?« Klar, meint er, Saudi-Barbarien suche eine Auseinandersetzung aus, natürlich, innenpolitischen Gründen. Der Kronprinz in Riyadh wolle beweisen, »dass er [..] den Ton angibt, dass er strategisch gegen Iran Stellung nimmt«.
Man muß kein Fan des Regimes in Saudi-Barbarien sein – wer könnte das denn auch –, um zu erkennen, daß es hier zum alleinigen Sündenbock gemacht wird, als kriegslüstern verleumdet, während der offensichtliche Einfluß der Hisbollah, einer Marionette Teherans, nicht vorkommt. Dabei haben doch selbst die Vereinten Nationen UNIFIL nicht ganz ohne Grund im Libanon stationiert.
Und der hat mit Teherans Absichten gegenüber Israel mehr zu tun als mit Riyadh. Die UNIFIL sollte die libanesische Armee bei der Entwaffnung der Hisbollah unterstützen – und versagte dabei kläglich. Was das für Folgen hat für den Libanon, für Israel, für die Region, das ist im Deutschlandfunkkeine Erwähnung wert. So wird mit einer Konfliktpartei sympathisiert, die andere verleumdet.
Das jedoch ist von Journalismus ungefähr so weit entfernt wie Teheran oder Riyadh von Demokratie, manipuliert und verhöhnt in seiner Einseitigkeit interessierte Zuhörer. Es verweigert ihnen gerade das, was sie erwarten mögen: umfassende Informationen. Und so bleibt ob dieses erbärmlichen Interviews nur eins unklar: Werden die Fragen, die der Kölner Sender stellt, in Teheran formuliert?
https://www.tw24.net/?p=14038

Friday, November 03, 2017

Kleiner Unterschied

Twitter hat Donald J. Trump abgeschaltet. Elf Minuten lang! Vielleicht ist es dieses gewiß ungemein wichtige Ereignis, das weltweit andere Geschehnisse aus Nachrichtensendungen und von den Titelseiten der Zeitungen verdrängt. Wollten »Palästinenser« mit zahlreichen Aktionen gegen das »Unrecht« der Balfour-Deklaration protestieren, raubte ein Twitter-Fehler ihnen Aufmerksamkeit.
Immerhin in Deutschland jedoch zeigten sich die Medien wohlwollend den »Palästinensern« gegenüber. Wenn sie das Jubiläum der Balfour-Deklaration thematisierten, dann stellten sie dieses Dokument nicht als den emanzipatorischen Fortschritt dar, den es zweifellos darstellt, sondern vorwiegend negativ. Und sie propagierten die antisemitische Idee einer jüdischen Weltverschwörung.
So war im Deutschlandfunk von Tim Aßmann aus dem ARD-Studio in Tel Aviv ohne weitere Erläuterungen zu hören, »Außenminister Balfour wollte der britischen Regierung das Wohlwollen zionistischer Kreise sichern. Großbritannien wollte im Ersten Weltkrieg die Unterstützung Rußlands und der USA, und in beiden Ländern gab es einen großen jüdischen Bevölkerungsanteil.«
Und nicht anders klang es bei Antonia Kleikamp, die in der Welt formulierte: »Im November 1917 aber ging es schlicht und einfach darum, mit einer Geste die großen jüdischen Gemeinden in Russland und den USA zu gewinnen, um die Kriegsanstrengungen der beiden Verbündeten – der eine war in Auflösung begriffen, der andere mobilisierte gerade erst seine Armeen – zu intensivieren.«
Mögen die britischen Motive, die Idee einer jüdischen Heimstätte in der damals noch osmanischen Provinz »Palästina« zu unterstützen, damit auch nicht unzutreffend beschrieben sein, so fehlt in diesen Darstellungen ein erläuterndes Detail: Die Antwort darauf nämlich, woher der Glaube an die Macht »zionistischer Kreise« oder »große jüdische Gemeinden in Russland und den USA« kam.
Eine deutschsprachige Zeitung, freilich keine deutsche, wußte es: »Der Antisemitismus in Grossbritannien war nicht so mörderisch wie in Osteuropa, aber die Überzeugung war verbreitet, dass die Juden [..] einen unsichtbaren Einfluss auf das Weltgeschehen haben. Die britische Regierung sah in ihnen eine Kraft, die den Ersten Weltkrieg mitentscheiden konnte, und wollte ihre Gunst erringen«.
Während in deutschen Redaktionen der Glaube an diesen »unsichtbaren Einfluss auf das Weltgeschehen« unhinterfragt weiterzuleben scheint, weiß man in Zürich zu sagen, worum es sich dabei handelt. Und so führt die NZZihre deutsche Konkurrenz nicht nur vor, sondern macht darüber hinaus kenntlich, weshalb Arthur James Balfours Brief nichts von seiner Bedeutung eingebüßt hat.
https://www.tw24.net/?p=14020

Tuesday, May 02, 2017

Kritischer Journaillismus (Folge 1843): »Die israelische Regierung ist entsetzt«

Die Hamas macht mit der bereits seit einiger Zeit angekündigten Publikation einer Ergänzung ihrer Gründungscharta deutsche Staatsfunker glücklich: »In den völlig festgefahrenen Nahostkonflikt könnte Bewegung kommen«. Mit einer Botschaft »Frieden ist möglich« reise nämlich nicht nur »Palästinenserpräsident« Abu Mazen zu US-Präsident Donald J. Trump, der einen Deal erstrebe.
Nein, »jetzt kommt auch noch die Hamas, und sie, die den Gaza-Streifen kontrolliert, sie scheint jetzt bereit, Israel in den Grenzen, wie sie vor dem Krieg von 1967 galten, anerkennen zu wollen. So steht es in einem Beschluß der Islamistenpartei.« Man könnte, wäre man nicht beim Kölner Deutschlandfunk, sondern bei Verstand, die »Islamistenpartei« eine »Terrororganisation« nennen.
Denn noch gilt sie sogar in Deutschland als eine solche. Man könnte, hätte man etwas gegen Fake News, davon absehen, Israel »Grenzen« nachzusagen, »wie sie vor dem Krieg von 1967 galten«, wenn es sich bei denen doch tatsächlich um Waffenstillstandslinien handelt. Und man könnte, hätte man eine journalistische Ehre, davon ablassen, der Hamas eine Anerkennung Israels unterzujubeln.
Denn die »Islamistenpartei« ist ja doch recht unzweideutig: »Das zionistische Projekt [..] stellt eine Gefahr für die internationale Sicherheit und den Frieden dar, für die Interessen der Menschheit und ihre Stabilität«. Und damit soll sie sich abfinden? Wie verbohrt muß man sein, der Hamas und dem »palästinensischen Volk« eine solche Verantwortungslosigkeit der Welt gegenüber zuzutrauen?
 http://www.tw24.net/?p=13561

Monday, December 12, 2016

Postfaktische Selbstkontrolle

Im vergangenen Juli beriet und beschloß das israelische Parlament, die Knesset, »trotz aller Kritik«, wie es in einer Meldung eines deutschen Leitmediums hieß, das sogenannte »NGO-Gesetz«, »das vor allem Nichtregierungsorganisationen (NGO) schärfere Auflagen erteilt«. Eine der »Auflagen« schaffte es nur in der Phantasie der Autoren der Meldung ins Gesetz, nicht aber in der Realität.
Kennt das »NGO-Gesetz« tatsächlich keinerlei besondere Abzeichenpflicht für Vertreter von NGO, behauptet Zeit online bis heute das Gegenteil: »Vertreter dieser Gruppen müssen [..] bei Besuchen im Parlament spezielle Plaketten tragen«. Und darf auch Zeit online sich irren, wird der Irrtum zum Skandal, wird er nicht berichtigt. Denn das wichtigste Gut des Journalisten ist die Wahrheit.
So jedenfalls steht es im Pressekodex des Deutschen Presserats, der vor wenigen Tagen seinen 60. Geburtstag feierte und bei der Gelegenheit vom deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck in den höchsten Tönen gelobt wurde. Wie wenig freilich schöne Theorie und Praxis miteinander zu tun haben, wird an der weiteren »Karriere« der Falschmeldung von Zeit online deutlich.
Feierte Joachim Gauck eine »publizistische Selbstkontrolle«, die doch dafür sorgen müßte, daß eine unrichtige Tatsachenbehauptung nicht weiterverbreitet wird, geschah genau dies: Im deutschen Staatsfunk wurde vor wenigen Tagen erklärt, Vertreter von NGO müßten »Anstecker tragen«. Und auf die Frage nach eine Quelle hieß es: »Ich hatte mich auf einen Artikel in der ›Zeit‹ bezogen«.
Und weiter: »Sollte meine Quelle – die ›Zeit‹ – mit ihrer Einschätzung falsch gelegen haben, bedauere ich das.« Im Pressekodex heißt es, »veröffentlichte Nachrichten oder Behauptungen [..], die sich nachträglich als falsch erweisen, hat das Publikationsorgan, das sie gebracht hat, unverzüglich von sich aus in angemessener Weise richtig zu stellen.« Ist Bedauern »angemessen«?
Des Deutschlandfunk jedenfalls sah sich zu mehr nicht veranlaßt. Das Manuskript, das die falsche Behauptung enthält, wurde (bisher) so wenig geändert wie ihre ursprüngliche Quelle. Von einer »publizistischen Selbstkontrolle« ist hier nichts zu bemerken. Vielmehr wurde abgeschrieben – und erneut auf eine öffentliche Berichtigung verzichtet. Postfaktischer Qualitätsjournaillismus eben.
 http://www.tw24.net/?p=13172

Wednesday, September 07, 2016

Propagandist

Peter Kapern berichtet für den deutschen Staatsfunk über den Wahlkampf der in Gaza herrschenden Hamas vor den für den 8. Oktober geplanten »Kommunalwahlen«, in den die Islamisten mit einem flotten Video zogen, das den Journalisten ins Grübeln bringt: »Es muss«, gibt der Journalist sich demonstrativ verwundert nach dem Konsum der Bilder, »es muss wohl zwei Gazastreifen geben.«
Nämlich »den einen, den die Welt aus den Fernsehnachrichten kennt«, in deren Zentrum nämlich »elende Flüchtlingslager, kriegszerstörte Häuser und desolate Infrastruktur« stünden, und »den anderen, den die Hamas mit flott geschnittenen Bildern und knackiger Musik [..] feiert.« Die Ironie, die in der Betonung dieser Verwunderung steckt, entgeht Peter Kapern offenbar völlig.
Während er sich nämlich im Rest seines Beitrags müht, der Hamas Propaganda nachzuweisen, kommt ihm nicht einmal in den Sinn, daß auch die anderen Bilder, die »die Welt aus den Fernsehnachrichten kennt«, Propaganda sein könnten. Dabei ist es doch die Hamas, die »elende Flüchtlingslager, kriegszerstörte Häuser und desolate Infrastruktur« immer wieder vorführt.
Und es sind westliche Journalisten, die sich immer wieder von der Hamas einspannen lassen, sie in aller Welt zu verbreiten. Manche immerhin reflektieren selbstkritisch, welche Rolle sie spielen. Peter Kapern freilich ist dazu nicht auch ansatzweise in der Lage. Für ihn bilden die – natürlich von der Hamas kontrollierten – Bilder von Ruinen und menschlichem Leid die Realität Gazas ab.
Peter Kapern hinterfragt nicht die Bedingungen, unter denen sie entstehen, er will es, da er sie ja selbst oft genug benutzt, auch gar nicht so genau wissen. Um so entlarvender allerdings wirkt daher, wie schnell er die von »knackiger Musik« begleiteten »flott geschnittenen Bilder« als das erkennt, was sie sein sollen. Sein betontes Staunen über sie verrät, wie sehr er selbst Teil der Propaganda ist.
 tw24

Monday, July 11, 2016

Gleichmacher vom Dienst

Gibt es einen Unterschied zwischen einem dreizehn Jahre alten Mädchen, das, schlafend in seinem Bett, brutal von einem Terroristen ermordet wird, und eben jenem Verbrecher, den Schüsse von Sicherheitskräften töten? Gibt es Unterschiede zwischen dem Terroristen, der seinen Wagen in eine Menschenmenge steuert, und dem Soldaten, der ihn mit Schüssen davon abzuhalten versucht?
Nein. So jedenfalls antwortet nach der Deutschen Welle, der für das Ausland zuständigen Anstalt, der für ein inländisches Publikum zuständige Kölner Staatssender, wenn er in seinen »Nachrichten« mitteilt: »Seit vergangenem September töteten Palästinenser 34 Israelis und zwei US-Touristen. Die israelische Armee erschoss nach eigenen Angaben im selben Zeitraum 200 Palästinenser.«
Wo auf der einen Seite ausnahmslos Opfer von Verbrechen gezählt werden, verloren die Toten auf der anderen ihr Leben »meist«, wie selbst ein Nachrichtenmagazin einräumt, das nicht im Ruf übermäßiger Nähe zu Israel steht, bei ihren eigenen Anschlägen und Anschlagsversuchen. Die Toten auf der einen Seite sind Verbrechensopfer, die auf der anderen Täter, die neutralisiert wurden.
dlf_20160711
Was läßt für ihre Arbeit sicherlich Professionalität beanspruchende Nachrichtenredakteure auf einen Nebensatz verzichten, der verdeutlicht, daß es ihnen eben gerade nicht um eine gleichsetzende Aufrechnung von Toten geht? Sind es Platz- und Zeitmangel? Oder meint man in Köln tatsächlich, mordende Terroristen und Sicherheitskräfte seien gleich, die weitere Morde zu verhindern suchen?
Am 3. Februar meldete der Deutschlandfunk in seinen »Nachrichten«, »in Jerusalem haben drei palästinensische Angreifer einen Polizeiposten überfallen«. Dabei seien zwei Polizistinnen schwer verletzt worden, von denen eine später »im Krankenhaus [..] starb. Sicherheitskräfte erschossen die Angreifer«. Die Überschrift zur »Nachricht«? »Vier Tote bei Anschlag von Palästinensern«.

Tuesday, January 26, 2016

Kritischer Journaillismus (Folge 1534): »Fast antisemitisch«

Es ist ein Segen, das es ihn gibt: den deutschen Staatsfunk in Köln. Wo andere nur langweilen, weiß man hier das Publikum noch zu informieren, lockt echter Erkenntnisgewinn. In einem Beitrag über die Hamas wurde das am Montag besonders deutlich, in dem dem »palästinensischen« Ableger der Ikhwan doch tatsächlich nachgesagt wird, »sie vertritt eine fast antisemitische Ideologie«.
Was die Hamas motiviert, wie sie die Welt sieht und wie sie sie umzugestalten gedenkt, beschreiben die Islamisten in ihrer 1988 erstmals verteilten Charta, die seither unverändert gültig ist. Sie vereint, wie Joseph Croitoru in seinem Band Hamas erläutert, »Antijudaismen [..] einmal rechter, einmal linker Provenienz« und kombiniert das Ergebnis »noch mit der islamischen Judenfeindschaft«.
Daß ob solcher Zutaten ein bloß »fast antisemitisches« Weltbild entstehen konnte, wie es beim Deutschlandfunk heißt, stimmt nachdenklich: Kann ein Übermaß an Judenhaß Judenhaß entschärfen? Denn nur »fast antisemitisch«, also nicht antisemitisch soll es sein, neben der Vernichtung Israels die Auslöschung des Judentums zu propagieren und ja auch aktiv zu betreiben.
Wenn indes dies nicht antisemitisch ist, da ja nur »fast antisemitisch«, was ist es dann? Kann es jenen Antisemitismus dann überhaupt noch geben, den doch selbst eine Angela Merkel bemerkt haben will? Vielleicht ist es aber auch nur vorbildlich praktizierte Regierungsferne, just in einem Moment, in dem die Regierungschefin Judenhaß »kompromißlos« bekämpfen will, ihn zu leugnen?
 tw24

Thursday, October 15, 2015

Vor Ort und doch nicht da

Die Berichterstattung des deutschen Staatsfunks aus und über Israel verzerrt zu nennen, ist wohl eine Untertreibung. Zwar zahlreich in Tel Aviv stationiert, ist vor allem die Arbeit der ARD-Journaillisten geprägt von unprofessioneller Arroganz, Vorurteilen und einer die Realität verzerrenden Einseitigkeit, die wohl selbst im weltweiten Vergleich durchaus ihresgleichen sucht.
Schon ein »Klassiker« ist etwa Richard C. Schneider, der sich am 31. Mai 2010 vor laufender Kamera zunächst darüber echauffiert, durch israelische Sicherheitskräfte regelmäßig mit Informationen versorgt zu werden, um dann zu fragen, »warum man zum Beispiel Spaghetti nicht [nach Gaza] hineinläßt«, denn es sei nicht »wirklich klar«, welches Risiko von den Nudeln ausgehe.
Dumm nur, daß dieses Problem zu diesem Zeitpunkt längst gelöst war: Am 1. März 2009, also weit über ein Jahr früher, hatte man in der FAZ lesen können, »jetzt gibt es auch wieder Spaghetti in Gaza«. Aktueller als Richard C. Schneiders falsche Klage sind die kleinen Ungenauigkeiten, die Torsten Teichmanns Berichterstattung zur aktuellen »palästinensischen« Terrorwelle prägen.
Am Mittwoch erklärte er exemplarisch in einem Bericht, den der Deutschlandfunk sendete, »allein in der vergangenen Nacht habe die israelische Armee rund um Jerusalem 21 Palästinenser festgenommen, in vielen Fällen Minderjährige, melden palästinensische Nachrichtenseiten. Für die israelische Regierung zählt alles das zur Hetze und Propaganda«. Eine durchaus kühne Behauptung.
Denn nur wenige Tage zuvor, am vergangenen Donnerstag, war es die israelische Regierung selbst, die das Alter festgenommener »palästinensischer« Gewalttäter ansprach. Im Rahmen einer vom israelischen Premier Benjamin Netanjahu einberufenen Pressekonferenz war es Minister Gilad Erdan, der öffentlich erläuterte, »that over half of the hundreds of people arrested were minors«.
Wo Torsten Teichmann also suggeriert, die israelische Regierung wolle eine bestimmte Information unterdrücken, war tatsächlich sie es, die diese Information thematisierte. Mit seinem Kniff, der den an Desinformation weniger interessierten Teil seiner Kundschaft verhöhnt, kann sich Torsten Teichmann allerdings davor drücken, zu benennen, was in Jerusalem wirklich als Hetze gilt:
»Referring to an attack two days ago, in which Hassan Manasra, 15, and his cousin Ahmed Manasra, 13, stabbed a 13-year-old boy and 25-year-old man in the northern Jerusalem neighborhood of Pisgat Zeev, seriously wounding both, Abbas said Israel killed the two attackers in ›cold blood.‹«
Und hierin zeigt sich die Einseitigkeit von Richard C. Schneider, Torsten Teichmann und Co., die möglicherweise zwar gelegentlich Blicke auf »palästinensische Nachrichtenseiten« werfen und das vielleicht gar Recherche nennen, aber konsequent beschweigen, was ihnen dort an Haß, Hetze und Propaganda begegnet. Selbst amtliche Medien wie Al-Hayat Al-Jadida oder WAFA sind voll davon.
Es ist nicht falsch, über israelische Bemühungen zu berichten, den Terror einzudämmen, und sie zu hinterfragen. Beständig auszublenden, was auf der »palästinensischen« Seite geschieht, das indes ist unredlich. Erhebt Abu Mazen in Ramallah einen angeblich getöteten minderjährigen Terroristen zum »Märtyrer« oder werden Checkpoints in Jerusalem eingerichtet – beides ist berichtenswert.
Es fehlt den deutschen Staatsfunkern nicht an Ressourcen für eine Berichterstattung, die diese Bezeichnung verdiente. Man muß nicht einmal vor Ort sein, um zu erfahren, wie offizielles »Palästina« und »palästinensische« Gesellschaft ticken. Das Internet gibt ihnen eine Stimme, der man nur zuhören wollen muß. Die ARD-Journaille in Tel Aviv jedoch hört bewußt weg, scheint’s.
 tw24

Sunday, September 27, 2015

Kritischer Journaillismus (Folge 1475): Radio Ramallah

Der Deutschlandfunk versucht immer mal wieder, etwas zu senden, das als Nachricht durchgehen soll. Tobt sich ein gewalttätiger arabisch-»palästinensischer« Mob auf dem Tempelberg in der israelischen Hauptstadt Jerusalem aus, endet die Meldung der Kölner Staatsfunker darüber so: »Der Tempelberg ist nach Mekka und Medina die drittheiligste Stätte der Muslime.«
Was möchten die Kölner Staatsfunker damit wohl sagen? Daß das Bewerfen von Menschen mit Steinen, Feuerwerkskörpern und Molotov-Cocktails ein der Würde von Religion und Ort angemessenes Verhalten darstellt? Daß andere Religionen, das Judentum, das Christentum, den Tempelberg nicht zu kennen haben, er exklusiv Muslimen heilig, oder eben: drittheilig, ist?
Nachdem sie ihn jedenfalls zur »drittheiligsten Stätte der Muslime« erklärt haben, erfährt der Konsument ihrer Nachrichten von den Deutschlandfunkern nicht, daß Salomonischer (zerstört 586 v. Chr.) und Herodianischer Tempel (zerstört 70 n. Chr.) eine gewisse Rolle bei der Namensfindung des heiligen Hügels gespielt haben könnten, der als die heiligste Stätte des Judentums gilt.
Und selbstredend bleibt unerwähnt, daß auch Christen der Tempelberg kein beliebiger Ort ist. Ihr Gott soll aus seiner Erde Adam geformt haben, den ihrer Überlieferung nach ersten Menschen. Der Tempelberg spielt zudem eine nicht unwichtige Rolle im Leben weiterer biblischer Figuren, Kain, Abel oder Noah etwa; Abraham wollte hier auf einen Befehl Gottes seinen Sohn Isaak opfern.
Der Tempelberg gilt Juden, Christen und Muslimen als – mehr oder minder – heilige Stätte. Weshalb kann der Staatsfunk das nicht erwähnen und beschweigt jüdische und christliche Bezüge zum Tempelberg? Versteht man sich in Köln bereits als Sprachrohr des Regimes in Ramallah, dessen »Präsident« kürzlich »dreckigen Juden« das Betreten des heiligen Hügels verbieten wollte?
 tw24

Monday, September 14, 2015

Kritischer Journaillismus (Folge 1463)

»May our shared Abrahamic roots deepen respect & bring peace & mutual understanding.« Hassan Rohani hat, wie der deutsche Staatsfunk formuliert, »den Juden zu ihrem heute beginnenden Neujahrsfest gratuliert«. Zudem habe der Präsident des Regimes in Teheran »die Hoffnung« geäußert, »zwischen Israel und Iran könnten mehr Respekt, Frieden und Toleranz entstehen«.
Früher hatten Nachrichten den Anspruch, das zu thematisieren, was ist. Heute scheint es dagegen journalistische Pflicht zu sein, das, was ist, auszuschmücken und so etwas zu schaffen, das den eigenen Wünschen entspricht, nicht aber mehr der Realität. Ja, Hassan Rohani hat »den Juden« via Twitter Glückwünsche geschickt – und zwar unter Bezug auf »our shared Abrahamic roots«.
Wo jedoch hat er sich in seiner Botschaft zu den Beziehungen seines Staates zu Israel geäußert? Der jüdische Staat kommt tatsächlich in Hassan Rohanis Tweet nicht vor, dem es aber offenbar gelungen ist, die Phantasie deutscher Staatsflunkerer zu beflügeln. Sie legen dem Repräsentanten der Theokratie nie getippte Worte in den Twitter-Account, stellen ihn positiver dar als belegbar.
Die deutschen Staatsfunker machen damit eine Propaganda, auf die man in Teheran wohl nie kommen würde. Dort wünscht man dem »zionistischen Gebilde« nichts als den Tod und ist auch bemüht, ihn durch praktische Politik herbeizuführen. Hassan Rohani hat sich nie dagegen ausgesprochen. Das Gegenteil zu behaupten, heißt daher durchaus auch, ihn zu verleumden.
In der israelischen Hauptstadt Jerusalem sind derweil »palästinensische« Gewalttäter dabei, mit Steinen und Brandsätzen Menschen anzugreifen und zu verletzen oder zu ermorden. Aus Ramallah werden die Verbrecher angefeuert, Sicherheitskräfte, die gegen den Mob vorgehen, verurteilt. Von den »shared Abrahamic roots« Hassan Rohanis hat Abu Mazen wohl noch nie gehört.
 tw24

Friday, September 04, 2015

Kritischer Journaillismus (Folge 1446)

Beim Deutschlandfunk (DLF) zu arbeiten, das erfordert, scheint’s, nicht Kompetenz, sondern eine gehörige Portion Ignoranz und unerschütterliche Vorurteile gegenüber der jüdischen Demokratie. Über beides verfügt Friedbert Meurer, der in seinem Kommentar »Ein toter Junge am Strand – ein Foto geht um die Welt« meint, an den angeblichen Tod Mohammed al-Duras erinnern zu müssen.
»Die berühmtesten und wirkungsmächtigsten Kriegsfotos zeigen meist Kinder als Opfer [..]. Der palästinensische Vater, der an einer Kreuzung schützend über seinem Sohn kauert, der aber von einer Kugel getötet wird. In dieser Reihe steht das Foto vom Strand in der Türkei.«
Was die Bilder aus der Türkei zeigen, scheint in der Tat unumstritten: »The images [..] show a tiny toddler lying lifeless on the sand [..]. The most heart-breaking one is a close-up of a drowned infant, his body so still and doll-like that he could be sleeping.« Darüber aber, was die andere Aufnahme zeigt, die der Staatsfunker erwähnt, gehen die Meinungen weiter auseinander als er einräumt.
»Die Bilder haben noch eines gemeinsam: sie werden je nach Interesse interpretiert und umgedeutet. Das Bild mit dem palästinensischen Vater erzähle in Wahrheit eine andere Geschichte, behauptet die israelische Regierung.«
Es ist nicht nur die israelische Regierung, die der Kommentator in seiner grenzenlosen Bosheit mit dem Vorwurf beleidigt und verleumdet, sie interpretiere »nach Interesse«. Tatsächlich waren es zwei ARD-Kollegen Friedbert Meurers, die in preisgekrönten Dokumentationen und einem Buch Zweifel wecken und belegen, die zu ignorieren nur schlechte Journalisten auszeichnet.
Danach ernsthaft zu behaupten, jene Aufnahme von der Netzarim-Kreuzung in Gaza zeige einen »palästinensischen« Vater, der seinen Sohn vergeblich vor dem Tod in einem Kugelhagel zu retten versuche, ist dreist. Es ist eine Lüge. Denn wie Esther Schapira und Georg M. Hafner belegen, ist eben gerade nicht einmal klar, ob Mohammed Al-Dura am 30. September 2000 überhaupt sein Leben verlor.
Gehören beide Aufnahmen, die aus der Türkei und jene aus Gaza, »in eine Reihe«, wie Friedbert Meurer behauptet, müßte man fragen, ob die Geschichte, die das Bild aus Bodrum erzählen soll, wirklich stimmt. Mohammed Al-Duras »Tod« ist eine besonders perfide Pallywood-Produktion. Wenn Friedbert Meurer glaubwürdige Aufnahmen mit ihr gleichsetzt, verrät er jede journalistische Redlichkeit.
 tw24

Monday, August 31, 2015

Die jüdische Gefahr

Wer der jüngsten »Reportage« Torsten Teichmanns aus den von »Palästinensern« beanspruchten Gebieten lauscht, die der deutsche Staatsfunk am Montag unter der Überschrift »Siedlungsbau geht ungebremst weiter« gleich mehrfach sendete, dem drängt angesichts des Rahmenprogramms sich die Frage auf, wie der »Journalist« wohl aus dem dunkeldeutschen Heidenau berichten würde.
In »Palästina«, das legt schon der Titel seines Beitrags nahe, sieht Torsten Teichmann in Juden eine Bedrohung. Er sympathisiert offen mit Menschen, die Juden nicht als Nachbarn haben wollen, die von einer judenreinen Heimat träumen, die es so allenfalls in den Jahren zwischen 1948 und 1967 gegeben hat, als jordanische Truppen Juden gewaltsam aus Judäa und Samaria vertrieben.

 Nebenjob eines Staatsfunkers: Aktivist Torsten Teichmann, der die Ausladung Daniel Barenboims durch Teheran nicht kommentierte
 
Während in Heidenau und anderswo in Deutschland von Fremdenfeindlichkeit gesprochen wird, von Nazis, weil Menschen beim Gedanken an Migranten in ihrer Nachbarschaft nicht in helle Begeisterung ausbrechen, gelten dem Deutschlandfunk Verfechter eines judenreinen »Palästina« als Sympathieträger, deren Anliegen wohlwollend als ein gerechtes vorgestellt und behandelt wird.
Vor gut einem Jahr kommentierte Khouloud Daibes, die »Botschafterin« der terroristischen PLO in Berlin, die Ermordung dreier jüdischer Jugendlicher durch mit der Hamas verbundene »Palästinenser«, deren Opfer hätten sich doch »illegal im Westjordanland befunden«. »Die Siedler sind die Gefahr!« faßte der WDR seine (?), gewiß aber die Message der »Botschafterin« zusammen.
Und keinem der Beteiligten fiel auf, was da eigentlich gesagt wurde, daß Khouloud Daibes ein antisemitisches Massaker rechtfertigte, statt sich auch nur vorsichtig von den Mördern zu distanzieren. Nun hat auch der DLF Gesicht gezeigt: »Siedlungsbau geht ungebremst weiter«, klagt er (sachlich übrigens falsch), statt den »palästinensischen« Antisemitismus zu problematisieren.
 tw24

Friday, July 10, 2015

Kritischer Journaillismus (Folge 1383): Die hohe Kunst des Weglassens

In Israel wird seit heute über das Schicksal zweier Bürger berichtet, die in Gaza in der Hand der Hamas vermutet werden. Anders als Gilad Shalit, den die Islamisten 2006 gewaltsam nach Gaza verschleppten, haben Avraham Mengistu und ein weiterer Mann, über dessen Identität kaum Informationen vorliegen, sich aus unerfindlichen Gründen aus eigenem Antrieb nach Gaza begeben.
Wer eine israelische Website aufruft, ersatzweise auch eine »palästinensische« wie etwa die Online-Präsenz des Maan News Network, kommt an den – oft spekulativen – Meldungen kaum vorbei: Sie sind, neben Berichten darüber, daß in Wien noch immer verhandelt wird, zweifellos das Thema des Tages in Israel. In Köln dagegen ist das Ereignis des Tages in Israel ein völlig anderes:
»In Jerusalem haben israelische Frauen vor der Residenz von Ministerpräsident Netanjahu eine kollektive Fastenaktion begonnen. Die Gruppe nennt sich ›Frauen wagen Frieden‹ und fordert nach eigenen Angaben eine Wiederaufnahme der Verhandlungen mit den Palästinensern. Die Aktion soll 50 Tage dauern – so wie der letzte Gaza-Krieg im Sommer vergangenen Jahres. Insgesamt 300 Frauen haben sich den Organisatorinnen zufolge angemeldet.«
Davon, daß die Hamas ihren Krieg gegen Israel fortsetzt, indem sie möglicherweise zwei Zivilisten aus Israel festhält, erfährt der Hörer (oder Leser) der Nachrichten getauften Sendung des deutschen Staatsfunks – nichts.
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Der israelische Premier hatte Anfang Juni »Palästinenserpräsident« Abu Mazen mehrfach eingeladen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Dafür wurde er vom Regime in Ramallah zum »Nazi« erklärt.
 tw24