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Saturday, July 14, 2018

Verzählt

Der Deutschlandfunk in Köln hat sich vorgenommen, »strenge journalistische Standards in höchster Qualität umzusetzen«. Das soll auch für seine zu jeder vollen und oft jeder halben Stunde ausgestrahlten »Nachrichten« gelten. Am Morgen meldete der Sender da: »Medienberichten zufolge schossen Palästinenser drei selbstfabrizierte Raketen aus dem Gazastreifen auf Ziele im Süden Israels«.
Wer sich schon immer gefragt haben sollte, wie weit ein Nachrichten-Autor beim Deutschlandfunk zählen können muß, der muß nicht länger grübeln: Während israelische Medien übereinstimmend tickerten, Israel sei in der Nacht zum Sonnabend von Terroristen in Gaza mit mindestens 31 Raketen und Mörsergranaten angegriffen worden, sind es beim DLF nur »drei selbstfabrizierte Raketen«.
Die quantitative Tiefstapelei geht einher mit einer qualitativen, denn die Raketen waren »selbstfabriziert«, mithin wohl eigentlich nicht der Rede werte Raketchen. Und in der Tat werden sie ja auch nur als nachgeordnetes Beiwerk in einer Meldung erwähnt, die mit einem Satz beginnt, der Israel zum Aggressor macht: »Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht Ziele im Gazastreifen angegriffen«.
Die »Nachrichten« des in Köln residierenden Senders enden gewöhnlich mit der Mitteilung, »das waren die Nachrichten«. Manchmal fragt man sich, was sie von den so oft mit negativem Unterton erwähnten fake newsunterscheidet. Der Deutschlandfunk hat für sich ein Werbe-Sprüchlein ausgedacht: »Unabhängig. Unverzichtbar. Für 50 Cent Ihres Rundfunkbeitrags.« Eine Fehlinvestition.
https://www.tw24.net/?p=3018

Tuesday, June 19, 2018

Parallelwelt

Sebastian Engelbrecht hat lange Jahre aus Israel berichtet, von 2008 bis 2012 hatte ihn die ARD in Tel Aviv stationiert. Zeit genug, sollte man meinen, sich zumindest mit den Basics der Geschichte des jüdischen Staates vertraut zu machen, selbst wenn man ihn etwas kritischer sieht. Dennoch gelingt es Sebastian Engelbrecht, Sätze zu formulieren, die eine Parallelwelt zu beschreiben scheinen.
Auch in dieser Welt gibt es ein Israel, dessen Unabhängigkeit am 14. Mai 1948 ein gewisser David Ben-Gurion ausrief, gut ein halbes Jahr nachdem die für diese Parallelwelt zuständige Vollversammlung der auch dort existierenden Vereinten Nationen die Gründung eines arabischen und eines jüdischen Staates auf dem Gebiet eines britisch verwalteten Mandatsgebiets Palästina beschlossen hatte.
Das Israel in Sebastian Engelbrechts Welt verfügte offenbar schon von der ersten Stunde seiner Existenz an über eine schlagkräftige Armee, denn »auf die Unabhängigkeitserklärung folgte prompt der Krieg gegen die Palästinenser und ihre verbündeten arabischen Armeen«, wie der Journalist erklärt. Nicht arabische Staaten und Araber zogen gegen das Parallel-Israel ins Feld, sondern es gegen sie.
Sebastian Engelbrechts Israel wurde nicht das Ziel einer Aggression, deren erklärtes Ziel die Auslöschung des eben gegründeten Staates mitsamt seiner jüdischen Bevölkerung war, sondern es überfiel seine Nachbarn. Und es erklärte nicht, all seinen gleichberechtigten Bewohnern Heimat sein zu wollen, sondern Parallel-Israel begann eine Aggression gegen »Palästinenser« genannte Menschen.
Vielleicht gibt es ja Parallelwelten und in einer von ihnen ein Israel, dessen (Wieder-)Gründung so ablief, wie Sebastian Engelbrecht behauptet. In der Welt jedoch, an die er sich richtet, war das moderne Israel schon vor seiner Ausrufung Ziel einer Aggression, die bis heute anhält. Unterstützt werden die Angreifer oft von Propagandisten, zu denen Sebastian Engelbrecht wohl gehören will.
https://www.tw24.net/?p=2955

Monday, June 18, 2018

Provokateure

Der Kölner Deutschlandfunk nachrichtet am Morgen, »die israelische Armee« habe »nach Provokationen von Palästinensern mehrere Ziele im Gazastreifen beschossen«. Wenn es um den Konflikt zwischen »palästinensischen« Terroristen und Israel geht, neigt der Deutschlandfunkbei der Beschreibung »palästinensischen« Handelns regelmäßig zu dessen Verharmlosung – so auch diesmal.
Definieren die Hüter der reformierten deutschen Rechtschreibung eine Provokation als »Herausforderung, durch die jemand zu [unbedachten] Handlungen veranlasst wird oder werden soll«, verklärt der Kölner Sender Angriffe mit mit Brandsätzen ausgestatteten Ballons und Drachen auf Israel zu bloßen Provokationen und suggeriert damit zumindest, die israelischen Reaktionen seien unbedacht.
Nebenher unterschlägt die »Nachricht«, daß es nicht »nur« Ballons waren und Drachen, auf die die israelischen Streitkräfte reagierten: »Palästinenser« griffen in der Nacht zum Montag den jüdischen Staat mit mindestens drei Raketen an, von denen eine offenbar noch in Gaza niederging. Da aber Raketen sich wohl schwerer als »Provokation« verharmlosen lassen, müssen sie unerwähnt bleiben.
Dabei machen Drachen und Ballons ebenso wie Raketen deutlich, daß es eben nicht bloß um »Provokationen« geht, um eine Art Wettbewerb, sondern um einen Krieg, den die Hamas mit allen Mitteln führt. Und anders als die Armee Israels fühlt sie sich an keinerlei Regeln gebunden. Der Deutschlandfunk steht dabei an ihrer Seite, indem er den Eindruck erweckt, Israel handele unüberlegt.
https://www.tw24.net/?p=2953

Thursday, May 31, 2018

Rücksichtslose Zivilisiertheit

Wenn »Palästinenser« unter Aufsicht und Anleitung der Hamas »demonstrieren«, wie es mit den Islamisten sympathisierende Journaillisten formulieren, kann es passieren, daß Infrastruktur zerstört wird, die der Versorgung der Bevölkerung Gazas dient. Rücksichtslosigkeit hat den Jihadisten deshalb noch niemand unterstellt, den Vorwurf hebt sich die Journaille auf für die Gegner der Hamas.
Die zeigen ihre »Rücksichtslosigkeit« auch wieder in diesen Tagen, da in Gaza wieder verstärkt Raketen und Mörsergranaten auf den Weg nach Israel gebracht werden, von denen manche allerdings auch frühzeitig in Gaza niedergehen und dort wieder zivile Infrastruktur zerstören: So trafen Geschosse, die in Israel Menschen terrorisieren sollten, nun in Gaza Leitungen zur Energieversorgung.
Sollte man annehmen, ein Staat, der so »rücksichtslos« ist wie das Israel der WDR-Journaille, würde an die Folgen des von »Palästinensern« selbst herbeigeführten Stromausfalls in Gaza nicht allzu viele Gedanken verschwenden, begann im Israel der Realität schon das Nachdenken darüber, wie der Schaden schnellstmöglich zu beheben sei – noch während die Angriffe aus Gaza andauerten.
Als sei es selbstverständlich, für das Unheil einzustehen, das islamistische Terroristen verursachten, scheint in Israel nicht einmal der Gedanke aufzukommen, wenigstens die Rechnung dafür entweder dem Regime in Ramallah zu präsentieren, das sich ja als einzige legitime Repräsentanz der »Palästinenser« sieht, oder der Hamas, die Gaza beherrscht. Das ist wahrlich rücksichtslos zivilisiert.
https://www.tw24.net/?p=2903

Friday, March 30, 2018

Grüße aus Pallywood

Unter Berufung auf »das palästinensische Gesundheitsministerium« machtder Deutschlandfunk am frühen Morgen »israelischen Raketenbeschuß« Gazas zum Thema, bei dem ein »Palästinenser« getötet worden sei. »Das israelische Militär kommentierte die Meldungen nicht«, ergänzt der Sender. Als die israelische Stellungnahme wenig später vorliegt, wird die Meldung nicht mehr verlesen.
So werden »Qualitätsnachrichten« produziert, die kaum mehr etwas von Propaganda unterscheidet. Denn schon die Quelle sollte suspekt sein: Das, was der Deutschlandfunk als »das [!] palästinensische Gesundheitsministerium« vorstellt, ist in der Tat ein »Ministerium« der Terrororganisation Hamas, nicht etwas das »Gesundheitsministerium« des international (leider) anerkannten PA-Regimes.
Ohne ein Statement der israelischen Streitkräfte abzuwarten, macht sich der Deutschlandfunk damit zum Sprachrohr der islamistischen Terrororganisation, die in Gaza herrscht. Daß der getötete und ein weitere »Palästinenser«, der bei dem »Angriff« verletzt wurde, wegen »verdächtiger Handlungen« an der Grenze zu Israel unter Beschuß gerieten, wie die IDF erklären, erfährt der Hörer nicht.
In den vergangenen Tage gab es mehrere Versuche von »Palästinensern«, die Grenze zu Israel illegal zu übertreten, für terroristische Zwecke angelegte Tunnel aus Gaza nach Israel wurden entdeckt und zerstört. Reagieren die israelischen Streitkräfte auf verdächtige Aktivitäten von »Palästinenern« im Grenzgebiet, könnte das gute Gründe haben, über die der Kölner Sender aber nicht berichtet.
Immerhin aber informiert der Deutschlandfunk über von der Hamas und anderen »palästinensischen« Organisationen angekündigte »Proteste« im Grenzgebiet, die freilich nach der einleitenden Meldung gerechtfertigt erscheinen: da die israelischen Aggressoren mit ihren Panzern und Raketen, dort machtlose »Palästinenser«, die nur gegen Unrecht aufbegehren. Pallywood wirkt auch in Köln.
Es ist übrigens noch nicht lange her, da machten »Nachrichten« die Runde, israelische Scharfschützen hätten einen »Palästinenser« getötet, der in seinem Rollstuhl an »Protesten« teilgenommen hatte. Eine Untersuchung der israelischen Streitkräfte ergab nun, daß die Scharfschützen ihr Feuer längst eingestellt hatten: Der Tod Ibraheem Abu Thurayas war eine »palästinensische« Inszenierung.
Gerade auch vor diesem Hintergrund ist es unverantwortlich, sich allein auf ein von der Hamas betriebenes »Ministerium« zu verlassen, dessen Angaben unhinterfragt als Tatsachen zu präsentieren und später die Darstellung der Gegenseite einfach zu unterschlagen. Mit Seriosität hat derlei so wenig zu tun wie mit Kompetenz. Und das sollen doch die Markenzeichen des Deutschlandfunks sein.
https://www.tw24.net/?p=2722

Wednesday, January 03, 2018

Kritischer Journaillismus (Folge 1899): Ressentimentpflege

Der in Köln beheimatete Deutschlandfunk läßt in seinen »Nachrichten« verlauten, »das israelische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das eine Einigung mit den Palästinensern über den Status von Jerusalem erschwert«. Künftig müßten, heißt es, »mindestens zwei Drittel der Knesset-Abgeordneten einer Abtretung von Teilen Jerusalems an sogenannte ›fremde Einheiten‹ zustimmen«.
Sollen in der Theorie Nachrichten Nachrichten sein und keine Kommentare, beginnen die Deutschlandfunker ihre »Nachricht« mit einem Kommentar, der ein Folge des Gesetzes vorausnimmt und es damit schon bewertet, bevor überhaupt mitgeteilt wird, worum es in ihm geht. Zuhörer werden so manipuliert, ihnen wird nämlich reinste Spekulation als eine unbestreitbare Tatsache vermittelt.
In der Tat hat das Parlament in der israelischen Hauptstadt Jerusalem beschlossen, daß eine denkbare Abtretung von Teilen Jerusalems – etwa nach einer Einigung in Gesprächen mit den »Palästinensern« – im Parlament gewisse Hürden nehmen muß. Wichtiger jedoch ist, daß mit dem Gesetz eine rechtmäßige Aufgabe staatlicher Souveränität über Teile Jerusalems überhaupt erst möglich wird.
Denn spätestens seit dem Jerusalem-Beschluß der Knesset vom 30. Juli 1980 ist die Stadt »in ihrer Gesamtheit« Israels Hauptstadt und stellte eine Abspaltung von Teilen Jerusalems einen Verstoß gegen ein Gesetz von Verfassungsrang dar. Jetzt hat das israelische Parlament einen Weg aufgezeigt, das, was als ausgeschlossen galt, trotzdem zu organisieren. Mithin ist dieses Gesetz ein Angebot.
Und zwar ein Angebot an die »Palästinenser«, die mit ihren Ansprüchen auf Jerusalem weit über das hinausgehen, was selbst der Teilungsbeschluß der Vereinten Nationen, die Resolution 181 (II), ihnen zubilligt: Von einer »palästinensischen Hauptstadt« ist darin mit Bezug auf Jerusalem jedenfalls nicht die Rede. Doch damit würde der Deutschlandfunk seine Zielgruppe wohl nur verwirren.
https://www.tw24.net/?p=14195

Saturday, May 13, 2017

Alle Mittel

Christoph Schult, der in diesem Fall als csc zeichnet, ist im SPIEGEL einer Mordsgeschichte auf der Spur: In ihrem Mittelpunkt stehen Jeremy Issacharoff, der Israels nächster Botschafter in Berlin werden soll, obgleich er die Landessprache nicht beherrscht, und dessen Sohn Dean Issacharoff, der der »NGO« Breaking the Silence den Sprecher macht, der es mit der Wahrheit wohl nicht so hat.
Weil, wie csc das freundlich formuliert, Breaking the Silence also »das Vorgehen der israelischen Armee im besetzten Westjordanland anprangert«, wird die Organisation von deutschen Politikern geliebt und von zahlreichen israelischen abgelehnt. Und der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu »bekämpft« die »Aktivisten« dabei, so Christoph Schult, sogar »mit allen Mitteln«.
Was könnte »mit allen Mitteln« nicht alles bedeuten? Benjamin Netanjahu jedenfalls wollte einem Treffen des Sozialdemokraten Sigmar Gabriel und Vertretern von Breaking the Silence in Israel nicht im Wege stehen. Der deutsche Politiker wurde darauf in seiner Heimat beklatscht, wo 4 von 10 Befragten »bei der Politik, die Israel macht, [..] gut verstehen, dass man etwas gegen Juden hat«.
Und die »NGO« Breaking the Silence dürfte zwei oder drei weitere Großspender gewonnen haben. Wen Benjamin Netanjahu »mit allen Mitteln bekämpft«, der kann, scheint’s, gar nicht verlieren. Nur: Was soll die Behauptung vom Kampf »mit allen Mitteln« dann eigentlich? Csc bleibt jeden Beleg für seine These schuldig, er ist es, der in seinem ganzen Elend keinen Anstand mehr kennt.
 http://www.tw24.net/?p=13585

Saturday, April 01, 2017

Bigotterieweltmeister

Gleichzeitig mit der Genehmigung eines neuen Außenpostens, der ersten solchen Erlaubnis seit 25 Jahren, hat die israelische Regierung am Donnerstag deutlich gemacht, daß sie damit keineswegs einen Startschuß geben wolle für eine massive Ausweitung des Ausbaus von »Siedlungen«. In der Tat ist das Gegenteil der Fall, wie selbst eine nicht gerade unkritische Haaretz erstaunt feststellt.
»Die am weitesten rechts stehende Regierung, die Israel je hatte, schränkt den Siedlungsbau ein – und die Siedler bleiben stumm«, konstatiert die liberale Tageszeitung aus Tel Aviv. Sollte Premier Benjamin Netanjahu aber gehofft haben, damit außerhalb der inzwischen nicht mehr ganz so neuen amerikanischen Regierung überhaupt wahrgenommen zu werden, müßte man ihn naiv nennen.
Wie wiederum Haaretz beobachtet, hätte Jerusalem auf diesen als Zeichen guten Willens gedachten Schritt verzichten können, wie die Reaktion besonders einiger europäischer »Verbündeter« Israels zeigt: »EU, Deutschland, Frankreich und Großbritannien verurteilen die Genehmigung einer neuen Siedlung. In koordinierten Stellungnahmen bleiben die beschlossenen Restriktionen unerwähnt«.
Und tatsächlich, gerade der Blick in den neuesten offiziellen deutschen Kommentar israelischer Politik offenbart ein Maß an Arroganz, das wohl nur schwer zu übertreffen ist. Diplomaten, denen eben selbst der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) einen schweren Fehler bei der Wahl eines »palästinensischen« Kooperationspartners bescheinigte, erdreisten sich, über Israel herzufallen.
Mit der Entscheidung, »erstmals [!] seit [!] vielen [!] Jahren [!] eine neue Siedlung zu gründen«, so die deutschen Sponsoren eines »Generalmajors« Jibril Rajoub, der von Kernwaffenangriffen auf Israel träumt, scheinheilig, werde »unser Vertrauen in den Willen der israelischen Regierung auf die Probe« gestellt, »einen verhandelten Frieden zu erreichen«. Um deren Vertrauen werben? Wozu?
Indem sie, wie ihnen eben ausgerechnet Haaretz bescheinigt, Informationen unterschlagen, die doch nicht ganz unwichtig scheinen, indem sie also Desinformation betreiben – und das auch noch im Verbund mit anderen –, offenbaren diese Vertreter Deutschlands, wie es in ihnen tickt. Sie sind es, die jedes Vertrauen verspielt haben. Daß und wie sie sich zu Richtern aufschwingen, ist schamlos.
 http://www.tw24.net/?p=13482

Sunday, March 05, 2017

Praxiswissen

Als sie beim Sender DRadio Wissen, der neben Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur zum Senderverbund Deutschlandradio gehört, mit einem Bericht über zwei Soldatinnen der israelischen Streitkräfte vorstellig wurde, erlebte die Frankfurter Journalistin Pola Sarah Nathusius eine nach ihrer Auskunft wenig kollegiale Behandlung durch Vertreter des in Köln ansässigen Senders.
Danach sollen bis zu vier Redakteure das Manuskript um »israelkritische« Passagen ergänzt, den aus Rußland und der Ukraine stammenden Protagonistinnen des Berichts nie getätigte Aussagen angedichtet haben. Schließlich soll Redakteurin Grit Kienzlen mitgemischt haben: »Sie wollte mir Formulierungen in den Mund legen, die antiisraelisch, antizionistisch und antisemitisch sind«.
Das sei alles falsch, erklärt dagegen Ralf Müller-Schmid, seit 2012 Programmleiter bei DRadio Wissen, Pola Sarah Nathusius’ Bericht sei nicht wegen seines Inhalts auf Vorbehalte bei dem Sender gestoßen, sondern »aus handwerklichen Gründen von der Redaktion abgelehnt« worden. Und: »Gegen anderslautende Aussagen behält sich Deutschlandradio rechtliche Schritte vor«.
So stehen nun zwei Erklärungen im Raum, die sich widersprechen, da die Manipulationsvorwürfe der Autorin, dort die mit einem Hinweis auf juristische Mittel garnierte Behauptung handwerklicher Mängel. Fällt es schwer, der einen oder der anderen Aussage den Vorzug zu geben, so läßt sich doch am Programm des Deutschlandradio prüfen, für welche handwerklichen Standards es steht.
So wurde exemplarisch im vergangenen Dezember in einer Sendung des DLF über die Arbeit von »Nichtregierungsorganisationen« in Israel behauptet, »alle NGOs, die mehr als die Hälfte ihres Budgets aus dem Ausland beziehen, müssen [..] bei öffentlichen Auftritten [..] einen Anstecker tragen, der darauf hinweist«. Ein entsprechendes Gesetz sei im Juli 2016 beschlossen worden.
Diese Darstellung ist falsch, es gibt eine solche Kennzeichnungspflicht nicht. Auf Nachfrage wurde auf einen Artikel der Zeit verwiesen: »Sollte meine Quelle [..] falsch gelegen haben, bedauere ich das«. Gegen die Forderung, für Sachaussagen mehr als einen Beleg nennen zu können, hatten die Verantwortlichen da schon verstoßen. Und dann war ihre einzige Quelle auch noch die falsche.
Geschehen Fehler und werden sie erkannt, so schreibt der Pressekodex das weitere Vorgehen vor: »Veröffentlichte Nachrichten oder Behauptungen [..], die sich nachträglich als falsch erweisen, hat das Publikationsorgan, das sie gebracht hat, unverzüglich von sich aus in angemessener Weise richtig zu stellen.« Darauf haben bisher Die Zeit, aber eben auch das Deutschlandradio verzichtet.
Und so sieht es nun also aus, das Handwerk, das von dem Sender und mehreren Beteiligten nicht beanstandet wird: Unter Verzicht auf eine ausreichende Zahl von Belegen wird eine Falschaussage gesendet und bis heute verbreitet, statt sie zu berichtigen. Könnte es sein, daß Ralf Müller-Schmid nur die allerbesten Gründe hat, mit teuren rechtlichen Schritten für seine Darstellung zu werben?
 http://www.tw24.net/?p=13411

Sunday, February 12, 2017

Fake News

Es ist kein Geheimnis, daß man vom deutschen Nachrichtenmagazin nicht viel erwarten darf, befaßt es sich mit Israel. Und so ist es keine Überraschung, darf auf der Website des Wochenblatts eine Maria Christoph Tränen um tote Terroristen vergießen, die anderswo ihre einschlägige Eignung etwa so demonstriert: »5,2 Millionen Palästinenser gehören zur Weltbevölkerung der Flüchtlinge.«
Bemerkenswert ist freilich dennoch die Dreistigkeit, mit der die Autorin ihre Leser zu manipulieren versucht. Das wird besonders deutlich, behauptet sie, Kriegsvölkerrecht zu zitieren: »Laut Genfer Konvention müssen [..] Konfliktparteien dafür sorgen, dass [..] Opfer ehrenvoll und entsprechend den Regeln ihres Glaubens beerdigt werden«. Allein, im Kontext stimmt an diesem Satz gar nichts.
Die Genfer Konventionen mögen ihre Berechtigung haben, mindestens umstritten ist jedoch ihre Anwendbarkeit im Fall von Terrorismus. Terroristische Anschläge sind keine Kriegshandlungen, Mitglieder terroristischer Organisationen sind keine Soldaten. Sie können daher auch nicht in Kriegsgefangenschaft geraten. Und wer als suicide bomb aus dem Leben scheidet, ist kein »Opfer«.
Wirft Maria Christoph israelischen Institutionen einen regelwidrigen Umgang mit toten Verbrechern vor, die für sie »Opfer« sind, so offenbart das ein wohl mehr als nur ein gestörtes Verhältnis zur Wahrheit. Es verrät Haß auf die tatsächlichen Opfer terroristischer Angriffe. Der billige Versuch, durch die Verleumdung Israels Sympathien für Terroristen zu wecken, ist schäbig und abstoßend.
 http://www.tw24.net/?p=13352

Monday, February 06, 2017

Komplizen

Geht es um »palästinensischen« Terrorismus, wirkt die Sprache von Agenturen und deren Kunden, so sie sich überhaupt für ihn interessieren, seltsam zurückhaltend. So meldet am Montag etwa die Deutsche Presse-Agentur (dpa), »eine Rakete aus dem Gazastreifen ist in der Nähe der israelischen Küstenstadt Aschkelon gelandet« – »gelandet« und nicht etwa eingeschlagen oder niedergegangen.
Zwar richtete die Rakete bei ihrer Landung nach israelischen Angaben keinen Schaden an, doch dürfte der Alarm, den sie dennoch auslöste, seine Wirkung nicht verfehlt haben, der Angriff, den die Agentur so nicht nennen will, im Sinne der Angreifer, die als aktiv Handelnde keine Erwähnung finden, erfolgreich gewesen sein: Der Klang von Sirenen am Vormittag hat Menschen verunsichert.
Die Formulierung, »eine Rakete« sei »gelandet«, wird dem tatsächlichen Geschehen nicht gerecht. Sie verniedlicht und verharmlost, sie leugnet letztlich die zweifellos hinter dem Abschuß der Rakete stehende (massen-)mörderische Absicht. Und indem die Rakete als ein handelndes – landendes – Subjekt dargestellt wird, verschwinden auch noch die Terroristen, die sie abgeschossen haben.
Terrorismus endet nicht mit dem Einschlag von von Menschen gebauten und mit Absicht auf zivile Ziele abgefeuerten Raketen; er findet seine Fortsetzung, wird er von Agenturen und Redaktionen sprachlich weichgespült. Ihre verharmlosenden Worte verspotten und beleidigen die, denen der Angriff galt. Wer Raketen »landen« läßt, macht sich mit den Verbrechern gemein, die sie zündeten.
 http://www.tw24.net/?p=13335

Thursday, February 02, 2017

Baumeister

In ein paar Stunden wird Amona voraussichtlich Geschichte, dadurch jedoch kaum etwas gewonnen sein. Vor 21 Jahren von Bewohnern aus dem benachbarten Ofra gegründet, begannen israelische Sicherheitskräfte am Mittwoch, die »Siedlung« Amona zu räumen. Sie setzen damit einen Beschluß des Obersten Gerichtshofs um, der im Dezember 2014 die Zerstörung Amonas verfügt hatte.
Nach einem mehrere Jahre andauernden Rechtsstreit war das Gericht letztinstanzlich zu der Ansicht gelangt, der Außenposten sei illegal, weil er ungenehmigt auf privatem »palästinensischen« Grund errichtet worden war. Für die Umsetzung ihrer Entscheidung ließen die Richter dem Staat Israel zwei Jahre Zeit, in der auch Ersatzquartiere für die Bewohner Amonas gefunden werden sollten.
Mit der Ankündigung, erstmals seit 25 Jahren eine neue »Siedlung« zu genehmigen, antwortet die von Benjamin Netanjahu geführte Regierung der Anweisung des Obersten Gerichtshofs und dürfte damit zugleich in vielen deutschen Redaktionen für Verwirrung sorgen. Denn dort nahm man es in der Vergangenheit häufig nicht so genau mit der Unterscheidung zwischen Aus- und Neubau.
Und so machte die kritische Journaille immer wieder aus Wohneinheiten »Siedlungen« – erst vor wenigen Tagen etwa der Mitteldeutsche Rundfunk – oder fragte nicht interessiert nach, erzählten ihre Gesprächspartner, Jerusalem plane »1500 neue Siedlungen«. Und noch während am Mittwoch selbst »palästinensische« Medien eine »Siedlung« meldeten, baute die tagesschau »Siedlungen«.
»Regierungschef Netanjahu«, hieß es da nämlich, »kündigte den Bau neuer Siedlungen an anderen Orten im Westjordanland an«. So gerät die Räumung Amonas nicht nur zur Belastungsprobe für die Regierung in Jerusalem, sondern auch zu einem Lehrstück über Medien, für die ganz offenbar die Realität vor allem dazu da ist, verfälscht zu werden. Fake News freilich verbreiten aber nur andere.
 http://www.tw24.net/?p=13324

Wednesday, February 01, 2017

Was zählt

Bei SPIEGEL mag man Israel nicht. Und das hat mit leider allzu verbreiteten Ressentiments ganz ohne Zweifel mehr zu tun als mit konkreten oder auch nur ausgedachten Missetaten, die man den Verantwortlichen des jüdischen Staates vorhalten könnte. Wie das Vorurteil wirkt, läßt sich an einer »Nachricht« vom Montag beobachten, in deren Zentrum eigentlich das Regime in Teheran steht.
Die Mullahs haben am Sonntag eine ballistische Rakete getestet und damit möglicherweise gegen Auflagen des Atom-Deals vom Juli 2015 verstoßen. Doch für den SPIEGEL war nicht etwa diese Information wichtig, sondern die betont an den Anfang der Meldung gestellte Feststellung, »Donald Trump und Benjamin Netanyahu sind erklärte Gegner des Atomabkommens mit Iran«.
Das könnte für die islamistischen Herrscher in Teheran auch gelten, denen ihre Zustimmung zum Wiener Abkommen ja schließlich mit Sanktionen und dem Angebot zahlreicher Vergünstigungen auch erst abgerungen werden mußte. Und erst recht stellte ein aktiver Verstoß gegen den Deal wohl etwas dar, was als dessen Ablehnung gelten müßte. Aber das ist offensichtlich zweitrangig.
Von Bedeutung für den SPIEGEL sind »Donald Trump und Benjamin Netanyahu«, die »erklärte[n] Gegner des Atomabkommens«, dessen Ablehnung schwerer zu wiegen scheint als dessen denkbarer Bruch. Dabei äußerten sich im Tagesverlauf auch die Europäische Union und Deutschland besorgt: Beide betonen sogar, der Raketentest sei »unvereinbar mit der geltenden Resolution 2231«.
Doch davon war beim SPIEGEL schon nichts mehr zu lesen, Sigmar Gabriel eine Ablehnung des Deals nachzusagen, wäre ja auch ein wenig verwegen. Aber so offenbart sich erst recht das Ressentiment: USA und Israel, Donald J. Trump und Benjamin Netanjahu werden für etwas angeprangert, das nicht einmal mehr Nachrichtenwert hat, schließen sich EU und Deutschland an.
 http://www.tw24.net/?p=13321

Friday, December 23, 2016

Etappensieg

Ägypten hat mit seiner unerwarteten Entscheidung, einen bereits dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zur Beratung vorliegenden Entwurf einer Resolution zur Verurteilung Israels wieder zurückzuziehen, »Palästinenser« und weitere ihrer Unterstützer verärgert: Sollte Kairo es sich nicht anders überlegen, wollen Neuseeland, Venezuela, Malaysia und Senegal die Resolution einbringen.
Hatte die ägyptische Regierung ihren Entschluß damit begründet, Donald J. Trump, dem künftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten, eine Chance geben zu wollen, den Friedensprozeß zwischen Israel und »Palästinensern« wiederzubeleben, dokumentiert das Ultimatum der vier nichtständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats, worum es ihnen geht: eine Verurteilung Israels um jeden Preis.
Auf ihre Weise bestätigen sie damit, daß es richtig von der Regierung in Jerusalem war, im Trump Tower um Unterstützung zu bitten und das Weiße Haus nur darüber zu informieren. Nachdem die amtierende amerikanische Regierung offenbar glaubhaft signalisiert hatte, die antiisraelische Resolution passieren lassen zu wollen, blieb den israelischen Diplomaten auch keine andere Wahl.
Donald J. Trump bekam so die Gelegenheit, schon vor seinem Umzug ins Weiße Haus unter Beweis zu stellen, daß er mehr kann als Follower via Twitter zu unterhalten. Mit einer Intervention bei Präsident Abdel Fattah al-Sissi gelang es ihm offenbar, diesen zu einer Rücknahme des ägyptischen Resolutionsentwurfs zu bewegen. Wo die amtierende Administration versagte, setzte er Zeichen.
Bleibt abzuwarten, wie es nach dem Erpressungsversuch Neuseelands, Venezuelas, Malaysias und Senegals weitergeht, war es Donald J. Trump, der die amerikanische Außenpolitik vor einem blamablen Kursschwenk bewahrte. Barack Hussein Obama kann jetzt noch einmal überlegen, ob eine seiner letzten Entscheidungen die sein wird, dem Verbündeten Israel in den Rücken zu fallen.
Nachtrag: Wie Haaretz berichtet, soll die von Kairo zurückgezogene Resolution auf Wunsch Neuseelands, Venezuelas, Malaysias und Senegals noch am Freitag im UN-Sicherheitsrat beraten werden.
 http://www.tw24.net/?p=13205

Monday, December 12, 2016

Postfaktische Selbstkontrolle

Im vergangenen Juli beriet und beschloß das israelische Parlament, die Knesset, »trotz aller Kritik«, wie es in einer Meldung eines deutschen Leitmediums hieß, das sogenannte »NGO-Gesetz«, »das vor allem Nichtregierungsorganisationen (NGO) schärfere Auflagen erteilt«. Eine der »Auflagen« schaffte es nur in der Phantasie der Autoren der Meldung ins Gesetz, nicht aber in der Realität.
Kennt das »NGO-Gesetz« tatsächlich keinerlei besondere Abzeichenpflicht für Vertreter von NGO, behauptet Zeit online bis heute das Gegenteil: »Vertreter dieser Gruppen müssen [..] bei Besuchen im Parlament spezielle Plaketten tragen«. Und darf auch Zeit online sich irren, wird der Irrtum zum Skandal, wird er nicht berichtigt. Denn das wichtigste Gut des Journalisten ist die Wahrheit.
So jedenfalls steht es im Pressekodex des Deutschen Presserats, der vor wenigen Tagen seinen 60. Geburtstag feierte und bei der Gelegenheit vom deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck in den höchsten Tönen gelobt wurde. Wie wenig freilich schöne Theorie und Praxis miteinander zu tun haben, wird an der weiteren »Karriere« der Falschmeldung von Zeit online deutlich.
Feierte Joachim Gauck eine »publizistische Selbstkontrolle«, die doch dafür sorgen müßte, daß eine unrichtige Tatsachenbehauptung nicht weiterverbreitet wird, geschah genau dies: Im deutschen Staatsfunk wurde vor wenigen Tagen erklärt, Vertreter von NGO müßten »Anstecker tragen«. Und auf die Frage nach eine Quelle hieß es: »Ich hatte mich auf einen Artikel in der ›Zeit‹ bezogen«.
Und weiter: »Sollte meine Quelle – die ›Zeit‹ – mit ihrer Einschätzung falsch gelegen haben, bedauere ich das.« Im Pressekodex heißt es, »veröffentlichte Nachrichten oder Behauptungen [..], die sich nachträglich als falsch erweisen, hat das Publikationsorgan, das sie gebracht hat, unverzüglich von sich aus in angemessener Weise richtig zu stellen.« Ist Bedauern »angemessen«?
Des Deutschlandfunk jedenfalls sah sich zu mehr nicht veranlaßt. Das Manuskript, das die falsche Behauptung enthält, wurde (bisher) so wenig geändert wie ihre ursprüngliche Quelle. Von einer »publizistischen Selbstkontrolle« ist hier nichts zu bemerken. Vielmehr wurde abgeschrieben – und erneut auf eine öffentliche Berichtigung verzichtet. Postfaktischer Qualitätsjournaillismus eben.
 http://www.tw24.net/?p=13172

Saturday, December 03, 2016

Echoraum Deutschland

War es angemessen, deutscher Nahost-Berichterstattung recht pauschalierend ein Versagen vor der Wirklichkeit zu bescheinigen oder kam da etwas zum Vorschein, das Joachim Gauck, der Deutschen amtierendes Staatsoberhaupt, kürzlich »Medienverachtung« nannte, »maßlose Wut« und »Hass auf die Medien«, die ihn, den Demokraten, erschreckten? Es ist – leider – nichts zurückzunehmen.
Was die, deren Ruf Joachim Gauck gegen »Kommunikationsflüchtlinge« und »Medienverächter« verteidigen zu müssen glaubt, aus und über Israel berichten, dem ist kaum zu trauen. Gewiß, wenn Die Zeit sich einmal irrt und Hinweise, die sie über einen Fehler aufklären, ignoriert, kann das vielleicht irgendwie zum Mißverständnis erklärt werden. Was aber, irren andere in gleicher Sache?
Behauptete und behauptet die Wochenzeitung auf ihrer Website über das im Sommer beschlossene israelische Transparenzgesetz, es zwinge Vertreter von NGO, »bei Besuchen im Parlament spezielle Plaketten [zu] tragen«, ist das zunächst ihre Sache. Stimmt aber Monate später der Kölner Deutschlandfunk in die Klage ein, für die es nie Grund gab, was sagt das über die Medien aus?
Tatsächlich erklärte die israelische Justizministerin Ayelet Shaked vor der Beratung des von ihr vorgelegten Gesetzentwurfs in der Knesset, »Abzeichen sind nicht Bestandteil des Gesetzes«. Und nach dem Beschluß des Gesetzes bestätigte Haaretz, »das Verfassungs-Komitee des Parlaments hat einen Verschlag zurückgewiesen, der spezielle Namensschilder für NGO-Vertreter vorsah«.
Doch am 2. Dezember sind sie wieder da, die »speziellen Plaketten«: In einer vom Deutschlandfunk ausgestrahlten Sendung von Dominik Müller heißt es, »alle NGOs, die mehr als die Hälfte ihres Budgets aus dem Ausland beziehen, müssen das in ihren Publikationen und bei öffentlichen Auftritten kundtun und einen Anstecker tragen, der darauf hinweist«. Wie kommt der Autor drauf?
Und wie kommt der Sender, repräsentiert durch Redakteurin Birgit Morgenrath, dazu, den Unsinn auszustrahlen? Fakt ist, es gibt keine für NGO-Vertreter geltende Abzeichenpflicht, deren wohl prominentester Gegner übrigens Premier Benjamin Netanjahu war. Doch angesehene deutsche Medien schaffen es einfach nicht, das zur Kenntnis zu nehmen, sich gegenseitig zu kontrollieren.
»Wenn Fakten eine immer geringere Rolle spielen, gefährdet das die Demokratie«, meint der deutsche Bundespräsident. Und wer wollte ihm widersprechen, ihm, der weiß, was »›Lügenpresse‹ [..] bedeutet«? »Ich habe es erlebt, jahrzehntelang, in der DDR.« Und im Netz mit seinen schlimmen »Echoräumen«. Doch gibt es solche Räume und Mechanismen außerhalb wirklich nicht?
 http://www.tw24.net/

Thursday, December 01, 2016

Gauckler

Der amtierende deutsche Bundespräsident Joachim Gauck hat bei der Feier zum 60. Jubiläum der Gründung des Deutschen Presserats »klassische« Medien gegen Vorwürfe in Schutz genommen, sie verbreiteten nur Unwahrheiten, und ihre Rolle als Korrektiv betont, die ihnen angesichts zahlreicher manipulativer und sogenannter Fake-News in den gar nicht mehr ganz so neuen Medien zukomme.
Wer behaupte, so das Staatsoberhaupt, »eine fehlerhafte Berichterstattung sei nicht etwa Ausnahme, sondern Regel, nicht Unzulänglichkeit, sondern Vorsatz«, habe »vermutlich weniger die Wahrung der Sorgfaltspflicht im Sinn als vielmehr die Bestätigung seiner Überzeugung, dass überall nur gelogen und betrogen werde«. »Maßlose Wut« und »Hass auf die Medien« seien erschreckend.
»Im Angesicht der destruktiven Energien des Populismus«, »digitaler« und anderer »Stammtische« sollten »wir [..] nicht in Angst und Eskapismus verfallen«. »Zur Überwindung der Vertrauenskrise in unsere demokratischen Institutionen können Journalisten ihren Beitrag leisten. Und zwar, indem sie weiter ihre Arbeit machen, mit Verstand und Scharfsinn, Offenheit und Vorurteilslosigkeit.«
Liegt Joachim Gauck zweifellos richtig, verwahrt er sich gegen »Lügenpresse«-Vorwürfe, übersieht er gleichzeitig, daß manche Medien sich freilich durchaus redlich mühen, den Eindruck zu bestätigen, Fehler seien »nicht etwa Ausnahme, sondern Regel, nicht Unzulänglichkeit, sondern Vorsatz«. Im Bereich der Nahost-Berichterstattung läßt sich das – leider – allzu leicht vorführen.
Da werden selbst die gröbsten Fehler, wenn überhaupt, allenfalls widerstrebend berichtigt oder mit inakzeptabler zeitlicher Verzögerung. Eher noch werden sie aber gepflegt. So wird man etwa beim Wochenblatt Die Zeit wohl noch ewig lesen müssen, die Knesset habe im Juli ein Gesetz beraten, nach dem NGO-Vertreter »bei Besuchen im Parlament spezielle Plaketten tragen« müssen.
Leser, die dieser bis heute nicht korrigierten Berichterstattung glaubten, setzten darauf Israel mit Nazi-Deutschland gleich. Tatsächlich jedoch wurde im israelischen Parlament nie über die von Der Zeit behaupteten »speziellen Plaketten« beraten, die nämlich kamen in den zur Debatte vorgelegten Gesetzentwürfen gar nicht vor. Die Zeit sieht dennoch keinen Bedarf für eine Richtigstellung.
Und auch beim SPIEGEL hält man trotz freundlicher Hinweise lieber an einer falschen Darstellung fest als einen Übersetzungsfehler einzuräumen: Berichteten »palästinensische« Medien, ein in Israel inhaftierter »Palästinenser« sei nach Ablauf einer vierzehnjährigen Haftstrafe zu Administrativhaft verurteilt worden, sollte im SPIEGEL die lange Strafe der Administrativhaft erst noch folgen.
Als ein weiterer »Höhepunkt« der diesjährigen deutschsprachigen Nahost-Berichterstattung kann ein Beitrag Susanne Glass’ und Markus Roschs gelten, die am 14. August in tagesschau und tagesthemen einen dubiosen deutschen Hydrogeologen auftreten ließen, der unhinterfragt Israel verleumdete. Israelische Stimmen hätte man eines Feiertags wegen nicht berücksichtigen können.
Eines der bestgehütetsten Geheimnisse der Fernsehgeschichte bleibt die Antwort auf die Frage, um welchen Feiertag genau es sich dabei handelte. Vielleicht sind diese drei »Fälle« seltene Zufälle, Ausnahmen oder Unachtsamkeiten. Der Umgang der für sie Verantwortlichen mit ihnen jedenfalls ist ein Trauerspiel, treten sie doch die Grundsätze, für die Joachim Gauck auch sie feiert, mit Füßen.
 http://www.tw24.net/?p=13142

Tuesday, August 16, 2016

»Voll vertretbar«

Mit einer am vergangenen Abend veröffentlichten Stellungnahme haben Susanne Glass und Markus Rosch auf Kritik an ihrer Berichterstattung für tagesschau und tagesthemen über die Versorgung der Kleinstadt Salfit in den umstrittenen Gebieten mit Wasser reagiert. Während sie nahezu alle an sie gerichteten Vorwürfe zurückweisen, räumen sie allerdings zwei Versäumnisse ein:
»Was wir in diesem Zusammenhang aufrichtig bedauern – und künftig anders machen werden – ist, dass wir es versäumt haben, die israelische Seite durch einen eigenen O-Ton zu Wort kommen zu lassen. [..]
Auch sei angemerkt, dass unser Beitrag – weil wir eben leider die Siedlerseite (auch zu ihrer Verteidigung) nicht vor die Kamera bekommen haben, bewusst darauf verzichtet, den Wasserverbrauch der Siedler (z.B. Pools, intensive Bewässerung) zu zeigen [..].«
Wurden schon die gesendeten Beiträge mit den Worten kommentiert, »die machen genau das gleich wie Hitler mit den Juden es gemacht [sic!]«, möchte man gar nicht darüber nachdenken, wie die Reaktionen ausgesehen hätten, müßten die Journalisten nichts bedauern. Und womöglich muß man ihre Einsicht vor diesem Hintergrund als eine Drohung verstehen. Fehler machen für sie nur andere.
Trotz aller Mühen, ihre Arbeit zu verteidigen, gelingt es Susanne Glass und Markus Rosch nicht, mit ihren Worten zu überzeugen. Wenn sie etwa darauf beharren, der Ruf ihres »Experten« Clemens Messerschmid sei tadellos, offenbaren sie eine Blindheit, die ihresgleichen sucht. Der Deutsche bezichtigt Israel des Wasserdiebstahls und versucht, den Begriff »Wasser-Apartheid« zu etablieren.
Daß sie trotz unübersehbar politisch gefärbter Ansichten Clemens Messerschmids auf eine Darstellung anderer Positionen verzichteten, begründen Susanne Glass und Markus Rosch damit, »dass wir wegen eines« – völlig überraschend angesetzten? – »hohen jüdischen Feiertages nicht in einer der angefragten Siedlungen drehen durften und uns auch die angefragten Experten abgesagt haben«.
Dennoch habe man aber »in diesem Fall der Schnelligkeit den Vorrang gegeben«. Doch genau hier liegt das Problem: Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund für »Schnelligkeit«. »Palästinensische« Medien sehen in diesen Tagen keinen Anlaß, aus Salfit zu berichten – aber deutsche Journalisten haben es so eilig, daß sie nicht noch zwei Tage auf israelische Stellungnahmen warten konnten?
Liegt ob dieser Umstände nicht der Verdacht nahe, daß der »hohe jüdische Feiertag« Susanne Glass und Markus Rosch tatsächlich sehr willkommen war, weil sie genau die verleumderischen Beiträge senden wollten, die schließlich am Sonntag auch ausgestrahlt wurden? Immerhin jedenfalls ist es ihnen damit gelungen, vorzuführen, was bei tagesschau und -themen als »voll vertretbar« gilt.
 tw24

Friday, July 15, 2016

Kein Irrtum

Für Medien und Medienschaffende ist die Wahrheit ein ganz hohes Gut. Im Pressekodex des deutschen Presserats wird sie deshalb gleich nach dessen Präambel in einem Satz zusammen mit der Würde des Menschen genannt: »Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.«
Trotz größter Sorgfalt kann es aber aus vielerlei Gründen zu Fehlern kommen. Ein Medium, das etwas auf sich hält, wird sie, wie der Pressekodex empfiehlt, berichtigen: »Veröffentlichte Nachrichten oder Behauptungen [..], die sich nachträglich als falsch erweisen, hat das Publikationsorgan [..] unverzüglich von sich aus in angemessener Weise richtig zu stellen.«
Für Die Zeit gelten diese Grundsätze ganz offenbar nicht. Auf ihrer Website behauptet die Wochenzeitung in einer auf den 12. Juli datierten Meldungüber das von der Knesset am Tag zuvor beschlossene »NGO-Gesetz«, »Vertreter dieser Gruppen«, gemeint sind die Repräsentanten von »NGO«, »müssen außerdem bei Besuchen im Parlament spezielle Plaketten tragen.«
Dieser Satz hat im – moderierten – Kommentarbereich dafür gesorgt, daß die jüdische Demokratie mit Nazideutschland gleichgesetzt wird: »Vermutlich sind solche Plaketten für den ›Gesetzgeber‹ nicht problematisch, weil man in der Selbstwahrnehmung ja nur Gutes damit vorhat. Dumm ist nur, dass das Gleiche auch für die entsprechende Markierungen in Nazideutschland gelten durfte.«
Gleichzeitig wurde die moderierende Redaktion mehrfach darauf hingewiesen, daß es die behaupteten »speziellen Plaketten« nicht geben wird. Von ihnen gab es nämlich schon im Entwurf des »NGO-Gesetzes«, den die Knesset beriet, keine Spur. »Diese Abzeichen sind nicht Bestandteil des Gesetzes«, hatte auch Justizministerin Ayelet Shaked in einem Interview erklärt.
Doch Die Zeit ignorierte diese Hinweise auf ihren Fehler und ignoriert sie bis heute. Eine kritische Nachfrage nahm die Redaktion wohl zwar zur Kenntnis, löschte sie aber und ersetzte sie durch die Belehrung, »bitte verzichten Sie auf Unterstellungen« – eine Reaktion, nach der jedenfalls Die Zeit aber nicht mehr behaupten kann, sie hätte nichts von ihrer falschen Darstellung gewußt.
Dadurch, daß sie sie dennoch nicht zurücknimmt, offenbart die zuständige Redaktion nicht nur ein gestörtes Verhältnis zur Wirklichkeit, sondern sie trägt wissent- und wahrscheinlich willentlich dazu bei, durch Desinformationen Haß auf den jüdischen Staat zu schüren. Indem sie Gleichsetzungen Israels mit Nazideutschland nicht entgegentritt, macht sie Antisemitismus gesellschaftsfähig.
Die Zeit mißachtet durch ihre Weigerung, ihren Fehler zu berichtigen, fortgesetzt Wahrheits- und Sorgfaltspflicht, und sie nimmt es hin, daß unter Berufung auf ihn der demokratische Staat Israel, dessen Parlament und damit letztlich auch dessen Bevölkerung antisemitisch verleumdet und beleidigt werden. Nicht zuletzt verrät die Zeitung damit die Würde der angegriffenen Menschen.

Monday, July 11, 2016

Gleichmacher vom Dienst

Gibt es einen Unterschied zwischen einem dreizehn Jahre alten Mädchen, das, schlafend in seinem Bett, brutal von einem Terroristen ermordet wird, und eben jenem Verbrecher, den Schüsse von Sicherheitskräften töten? Gibt es Unterschiede zwischen dem Terroristen, der seinen Wagen in eine Menschenmenge steuert, und dem Soldaten, der ihn mit Schüssen davon abzuhalten versucht?
Nein. So jedenfalls antwortet nach der Deutschen Welle, der für das Ausland zuständigen Anstalt, der für ein inländisches Publikum zuständige Kölner Staatssender, wenn er in seinen »Nachrichten« mitteilt: »Seit vergangenem September töteten Palästinenser 34 Israelis und zwei US-Touristen. Die israelische Armee erschoss nach eigenen Angaben im selben Zeitraum 200 Palästinenser.«
Wo auf der einen Seite ausnahmslos Opfer von Verbrechen gezählt werden, verloren die Toten auf der anderen ihr Leben »meist«, wie selbst ein Nachrichtenmagazin einräumt, das nicht im Ruf übermäßiger Nähe zu Israel steht, bei ihren eigenen Anschlägen und Anschlagsversuchen. Die Toten auf der einen Seite sind Verbrechensopfer, die auf der anderen Täter, die neutralisiert wurden.
dlf_20160711
Was läßt für ihre Arbeit sicherlich Professionalität beanspruchende Nachrichtenredakteure auf einen Nebensatz verzichten, der verdeutlicht, daß es ihnen eben gerade nicht um eine gleichsetzende Aufrechnung von Toten geht? Sind es Platz- und Zeitmangel? Oder meint man in Köln tatsächlich, mordende Terroristen und Sicherheitskräfte seien gleich, die weitere Morde zu verhindern suchen?
Am 3. Februar meldete der Deutschlandfunk in seinen »Nachrichten«, »in Jerusalem haben drei palästinensische Angreifer einen Polizeiposten überfallen«. Dabei seien zwei Polizistinnen schwer verletzt worden, von denen eine später »im Krankenhaus [..] starb. Sicherheitskräfte erschossen die Angreifer«. Die Überschrift zur »Nachricht«? »Vier Tote bei Anschlag von Palästinensern«.